Samstag, März 28, 2009

Comme un héros

Ich glaube, ich habe soeben in einer carta sentimental so etwas wie einseitige Monogamie vorgeschlagen. Also Ihm vorgeschlagen und für meine Seite eher schriftstellerisches Schweigen demonstriert. Könnte ich mich herausreden, mit "es war gewissermaßen auch für meine Person impliziert"?
Egal, Vertragskonditionen können wie überall auch im Nachhinein noch neuverhandelt werden. Mir schwebt jenes Modell vor, das Expeditionen erlaubt, toleriert solange diese mir gegenüber nicht publiziert werden aber dauerhafte Zweit-Liebschaften verbietet.

Selten so klar gesehen - schön, wenn man weiß, was man am liebsten hat und am meisten braucht. Danke liebes Bauchgefühl, danke südländisches Temperament für diesen Schnellschuss.

Mittwoch, März 25, 2009

Mariza, a minha Mariza

Zu meinem Glück fehlten mir eigentlich nur Tremoços und ein Gatão. Beides nicht im Haus, dafür aber Frau dos Reis Nunes und ihr Ensemble in CD-Qualität von InConcert beim DeutschlandRadio Kultur. Wunderschön, ich bin gegenwärtig ganz gewogen, jedem und allem.

Angespült und abgespielt - III

Und der dritte Film soll Rock Haven sein. Ein ruhiger, unaufgeregter, aber doch aufwühlender Film. Gedreht ist er in Californien, Sie können also auch in landschaftlicher Hinsicht genießen.

Eine tiefreligiöse Mutter zieht mit ihrem Sonn in dieses kleine Paradies und Junior trifft dabei auf den, wie ich finde, ziemlich schönen Clifford. Theoretisch spräche nichts gegen eine leidenschaftliche Beziehung, wäre da nicht die tiefreligiöse Einstellung von Mutter und Sohn. Die beiden Jungs kommen sich zwar näher, aber Bradys tiefe Religiösität und letztlich der übersteigerte religiöse Eifer der Mutter verbieten eine echte Beziehung zwischen den beiden. Am Ende zeigt sich, dass eigentlich eher die Mutter Nachhilfe in christlicher Moral nehmen müsste. Schauen Sie sich den hier unbedingt zu zweit an, ein ganz ruhiger, tiefromantischer Film.

Der Auftakt:

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Erste Geschenke (schön, wenn einem die Bibel geschenkt wird!):

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Und Wild-Romantisches im Freien:


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Angespült und abgespielt - II

An dieser Stelle die Empfehlung für Tan Lines. Auch ein australischer Film, was aber eher Zufall ist.

Ein ganz guter Coming of Age-Film, mit viel Erotik, aber auch Tragik und den verschrobenen Zuständen in einem isolierten australischen Inselort.
Die Story ist schnell erzählt: Midget, zierlich, dunkelblond, aus armen Verhältnissen trifft auf Cassidy, den verschollen geglaubten Bruder seines besten Freundes. Cass offen schwul, verdreht dem Jungen ordentlich den Kopf (wer wäre dagegen immun?, mal ganz unter uns) und es bahnt sich eine dramatische Geschichte an. Kein Happy End, aber dafür ungewöhnliche, verstörende Entwicklungen unterwegs. Dazu bekommen sie noch gutaussehende DarstellerInnen und richtig schönen australischen Dialekt. Eine Spur Humor ist auch dabei. Kurzweilig und sehenswert!


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Die schöne, erste Begegnung, Cass trägt sein Surfbrett nur um sexy auszusehen und das funktioniert. Ja, auch ich habe daran überhaupt keine Zweifel.



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Als zweites Häppchen präsentiere ich noch eine schüchtern-verliebte Annäherung in der Strandtoilette. Ach ja, und achten Sie auf die Dialogpassage "There's a party" *verschüchterter Blick* - "Yeah, I know, its up my house".

Angespült und abgespielt - I

Weil das Wetter da draußen so merkwürdige Kapriolen schlägt, habe ich mich den letzten Tagen cineastischen Genüssen hingegeben.

Irgendwie habe ich momentan ziemliche Sehnsucht nach Meer, daher darf ich Filme, mit ganz außergewöhnlichem Meeresbezug vorstellen.

Newcastle
Ja, man kennt es inzwischen: Es geht um eine Clique Surfer dudes, die mit Papas Auto eine Party am Strand feiern wollen. Wir kennen auch die Filme über zerrüttete Familien, trinkende, gewalttätige Brüder, schwule Söhne und herzliche Großväter. Das könnte einen im Grunde alles kalt lassen.
Was diesen Film dennoch so herausragend macht, ist die visuelle Aufbereitung und die Arbeit mit filmischer Stille. Ich weiß nicht, wie man so drehen kann, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, man wäre mit im Wasser, aber es ist phantastisch. Auch farblich ein echtes Feuerwerk: Türkisgrünes Wasser, giftig schäumende Luftblasen unterm Wellenkamm und, ja, ästhetisch in Szene gesetzte Körper. So wie hier:



Und ganz oft, da haben Sie einfach nur Stille, das Krachen der Wellen, Umgebungsgeräusche und Rauschen eines Boards über die Wasseroberfläche.

Am Ende gibt es auch eine kleine Sensation: Gerade das Alpha-Surfer-Dude bringt, zur anfänglichen Empörung aller anderen Halbstarken, dem introvertierten The Clash-Schwulen das Surfen bei (Video2) und sorgt so ganz nebenbei für eine innerfamiliäre Aussöhnung. Annäherung auf Australisch. Müssen Sie nicht sehn, aber wenn ihnen nach schönen Bildern und wenig kopflastigem Plot ist, dann dürfte Newcastle eine gute Wahl sein.

Hier noch zwei Szenen, die mich besonders beeindruckt haben:
Video1

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Hier mal eine sehr gelungene Inszenierung von Sexualität, wie ich finde. Es ist fast wie eine Offenbarung, da sucht man so indirekt jahrelang nach der perfekten visuellen Umsetzung von Lust und dann bekommt man sie plötzlich einfach so gezeigt, in nem australischen Surfer-Film.

Video2
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Und hier noch die Schlüsselstelle für den Surfauftakt des Bruders.

Donnerstag, März 19, 2009

Billy's Shirt's on fire in the night - Vol II

Kennen Sie schon die neue Plakataktion des LSVD? Nicht? Sollten Sie schnell ändern, besonders das männlich-männliche Motiv ist äußerst sehenswert. Gucken sie hier.

Und da mir das so gut gefallen hat, habe ich daraus gleich mal ein Druck auf ein Tshirt gemacht.
"Liebe verdient Respekt" fand ich gut und wichtig, aber Carlos Drummond de Andrades "A natureza não faz milagres, faz revelações" gefiel mir noch einen Tick besser.

"ho ho wee, this is too hot for me!"
Billy's shirt's on fire in the night
He said, "ho wee this is too hot to see."


No fim é fogo da paixão:

Montag, März 16, 2009

Foam Hands

Nachtrag zu gestern:

Die Hände sind ja auch so schön. Die Finger und Handrücken ganz dunkel und dann so tolle, helle Finger + Nägel.

Nachts lag ich noch wach und dachte mir so, ich sollte Schwimmen als Sportart vorschlagen. War der beste Einfall, den ich seit langem hatte, finde ich :-D

I can't stand it anymore

Nein, nein, keine Angst. Alles gut.

Ich habe überlegt, ob ich das vielleicht mit einem Rätsel beginnen soll? So nach dem Motto: Was ist karamelgolden, hat kaffeefarbene Augen, ein entwaffnendes Lächeln, schöne Hände, duftet angenehm exotisch und ist immer stilsicher (bisweilen unheimlich sexy) gekleidet?

Richtig, es kann sich dabei nur um einen Äthiopier handeln. Mal ehrlich.. Ich kann den Herren treffen, wann ich möchte und er ist einfach jedesmal unwiderstehlich(er). Und dann hat er auch noch eine Körpersprache, hui. Wenn er den Kopf so schief legt dann möchte ich immer rollig vom Stuhl kippen und mich Not-Mund-zu-Mund beatmen lassen. Und dann, manchmal, der krasse durchdringende Blick, wo ich kurzzeitig sterbe.

Jedenfalls wars heute scharf an der Grenze. Nach dem anfänglich wenigstens noch unschuldigen Kaffee hatte er die super Idee, ein paar Bier trinken zu gehen. Nach dem 2. (oder war es das dritte?) Bier fand ich es ziemlich schwierig, mich gedanklich auf die neusten Ereignisse in Äthiopien zu beschränken. Liebe Leser, sie glauben gar nicht, wie viel Anstrengung das erfordert, wenn zwei wunderbar tiefdunkle Augen sie anblicken, zwei Zahnreihen in weiß sie anstrahlen und dabei so außerordentlich gut mit dem Rest harmonieren.
Ich habe beim 3. (oder je nach Rechnung 4.) Bier aufgehört zu zählen. Ich musste sehen, dass ich mich beherrschte und auf das audio-visuelle genießen beschränkte. Komplimente wurden geradezu eingefordert: "Früher war ich so schön". Was sagt man da? "Heute bist du super schön"? Gefallen hat mir auch "Ich suche jemanden, der mit mir Sport macht".
Hui, Hui...

Auch abseits des sinnlichen Genusses war es ein "Erfolg". Ich bin jetzt so etwas wie fest auf einer Reisebegleitungsliste für Äthiopien verewigt, kenne alle Rauschmittel mit Namen und Wirkung (es gibt sogar eines, das bevorzugt von Studenten genommen wird ¡ojo!) und weiß, dass er keine Kinder haben möchte. Ja, ja.., genau das dachte ich da auch.

Beim Verabschieden habe ich ihn dann an mich rangezogen (macht man in Äthiopien so!) und ihn überschwänglich umarmt und nochmal tief eingeatmet. Sie glauben gar nicht, wie gut der riecht! Und die Jacke, der Pullover, die Jeans, das sitzt alles als wäre er hineingeboren.

Zu tiefst entzückt, ich.

Samstag, März 14, 2009

Wrongfully, I rested

Kennen Sie das? Man nimmt sich vor, mit Rücksicht aufs Gemüt (die Emotionen danach und so), nicht schwach zu werden. Plant so, das könnte, wenn überhaupt, Sex zum Abgewöhnen werden und dann am Ende wird es doch nach Maßgabe recht guter Sex. Ätzend,wa?

Danach kommt wieder alles, worüber man sich die letzten 2 Wochen
Monate hinweg zu sein geglaubt hatte in den Kopf. Man liegt da und ist traurig, lässt die ein oder andere Träne auf sein Kissen, sein Bett kullern und weiß genau, das hätte jetzt nicht sein müssen, das mit ihm. Irgendwie bereut, nicht so richtig, aber doch auf eine Art. Abhängigkeit ist schlimm, so eine sexuell-emotionale ganz ungesund. Geben Sie da ja Acht.

Mehr (also eigentlich eher gar keine) Standhaftigkeit beim nächsten Mal. Verdammt, verdammt, das muss doch irgendwie machbar sein. Gibt es Handbücher: "Sex zum Abgewöhnen", "Mit diesen 15 Tipps vergeht ihnen garantiert die Lust auf Sex" so etwas halt?