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Mittwoch, April 22, 2009

Der romantischste

Ort des Saalkreises, ach was sage ich, ganz Mitteldeutschlands, liegt genau da, wo das rote Kreuz ist. Es ist eine verfallene Kirche, mit ganz eigenartigem Stil, beinahe Kapitäle an der Längsseite des Kirchenschiffs und auch sonst eine ungewöhnliche Bauart. Im verwunschenen Kirchgarten kann man auf alten Steinen sitzen und vom gusseisernen Tor führt ein Sandweg, der durch Büsche, die von links und rechts emporwachsen und sich in der Mitte treffen und das Ganze überdachen, zum Kirchgebäude. Phantastisch. Der Umweg von ca. 15 Km hat sich wirklich gelohnt. Eigentlich wollte ich nur zum Zoll, aber das hat für alles entschädigt.



Und als wäre das nicht genug, hatte ich zurück zu eine Erscheinung: Ammendorfs schönster Jüngling, mit den schönsten Waden, der schönsten braunen Haut, dem schönsten schwarzen Haar in einem blauen Kapuzenshirt auf einem ziemlich genialen Fahrrad. Seitdem tagträume ich nur noch ganz unschuldig und plane eine baldige Wiederholung des heutigen Tages.

Freitag, Dezember 19, 2008

Gehsch Domas

Er: Gesch Domas!

Mutti: Ja, Meiner, bis Morchen.

Unter fremdsprachlichen Gesichtspunkten möglicherweise interessant (mit mildem Lächeln). Hält man sich vor Augen, dass die Schulkinder hier so sprechen, stimmt es eher nachdenklich. Zudem hätte meine Mutter mich zweifelnd angeblickt und sich eine umformulierte Schilderung meiner Pläne für den Abend erbeten. Was aber letztlich nichts an ihrer Absicht, mit mir Deutsch zu üben, geändert hätte.

Freitag, Dezember 05, 2008

Weck den Löwen in dir

- trink Singha-Bier. Könnte doch ein guter Spruch für die Vermarktung von Singha sein. Wenn ich keinen mit überkreuzten Beinen meditierenden Buddha in Stein bekomme, dann möchte ich bitte ein blattgoldenen Löwen (Rajasi) auf einem kleinen Podest. Gern der Abbildung ähnlich:

Freitag, November 17, 2006

Das Who is Who der Toiletten

Ich weiß nicht, woran es lag, aber diese Woche habe ich vermutlich die verschiedensten Toiletten gesehen. Und da mich die schiere VIELZAHL an möglichen Urinalen und Toilettenbecken einfach erschlagen hat, gibt es heute einen Eintrag zu einem Thema, das direkt wohl mindestens die Hälfte der Menschheit interessieren dürfte.

Naheliegend wäre es sicher zunächst anzunehmen, dass die einfachsten Einrichtungen die einfachsten Toiletten haben. Falsch vermutet, die Volkshochschule leistet sich eine hoch technisierte WC-Anlage (die so durchdacht ist, dass Abtrocknemöglichkeiten für die Hände fehlen). Man kann halt nicht alles haben. Das umweltgerechte Prachtstück kommt auch sonst ohne Wasserspülung aus, alles verschwindet irgendwie auf magische Weise, ganz ohne Geruch.

Weniger durchdacht aber immernoch ziemlich cool sind die Toiletten an der Uni. Die tragen zwar merkwürdige Gitter in den Urinalen deren Nutzen ich noch nicht ergründen konnte. Fakt ist aber dieses Ding sorgt dafür das die Putzfrau ordentlich zu tun hat. Rätselhaft warum unsere Uni das nicht ändert. Ich jedenfalls habe meine Nutzungsgewohnheiten schnell geändert und nehme jetzt lieber normale Klos ohne Gitter. Is auch moralisch besser, wenn wir nochma an das Reinigungspersonal denken. Die Urinale spülen von Zauberhand, die Toiletten nicht, auch wenns manche anscheinend glauben...

Untere Mittelklasse sind die Modelle in den meisten Kneipen. Sie riechen nicht besonders und machen auch sonst nicht viel her. Becken an der Wand, ganz nüchtern mit Hebelchen zum abschließenden Spülen. Mag man eigentlich nicht anfassen. Was solls, dafür gibts im Vorraum etwas mehr Luxus. Wenn sie gerade mal funktionieren, dann haben wir suuuuper langsame Trockner oder angegrabbelte Handtücher, die automatisch (und meistens viel zu früh) zurückschnippen. Macht nichts, immerhin haben wir nicht diese Papierhaufen unterm Waschbecken - der erste Eindruck zählt schließlich.

Unterklasse sind die merkwürdigen und schlecht getimten Dinger, die spülen sobald man daran vorbeigeht. Sie finden sich oftmals in teuren Restaurants. Es mag des einen Harndrang anregen, aber ich finde es sehr befremdlich wenn das Becken beim schieren Passieren schon bedrohlich vollläuft. Wobei das eh für den Hund ist, denn eine Putzschicht mehr pro Woche würde wesentlich bessere Dienste leisten. Spülen alleine sorgt nicht für Sauberkeit. Und überhaupt, wenn nun jeder Erdenbürger 2x spülen würde beim einfachen Toilettengang - wär das nicht ökologisch total zweifelhaft?

Ich bin gespannt was die Zukunft bringt, in der VHS seh ichs bestimmt zuerst ;-)

Sonntag, Oktober 29, 2006

Delicious

Beim Einkauf habe ich heute bei meiner Lieblingsasiatin eine höchst leckere Paste entdeckt. Die Illustration ist ein wenig, nun sagen wir: geschönt. Im wesentlichen besteht die Masse aus Gagant, Zitronengras, Knoblauch und Curry. Der Geschmack ist aber genial!! Ich werde morgen damit mal Kürbisgemüse anrichten (wenn ich sie bis dahin nicht aufgenascht habe).

Encontraba una salsa hoy en la tienda de mi asiática "preferida". La ilustración no es muy real - en verdad la salsa consiste en gagant, hierba de limón, ajo y curry. Pero el sabor es fantástico. Voy a preparar un plato con calabaza (si no como la salsa antes).

While shopping with my ever-favoured asia-store I found a uber-delicious chutney. Don't let yourself fool by the picture, the chutney consists of gagant (ginger like herb), lemon gras, garlic and curry. Heavenly taste provided you are into hot and spicy salsas. I will try a pumpkin dish with it tomorrow (if there is enough left 'cause I'm eating it right away).

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Gosto muito do meu bairro

Hoje fui a meu bairro fazer compras e fico impressionado com duas coisas. Há uma infinidade de lojas dirigido por asiáticos. Cada vez que chego alla tive uma comunicacão muito interesante. Hoje fui apresentado a uma mulher loura que falou vietnames muito bem. Pasou alguns anos em Vietname que me contou a vendedora e depois chegou a Halle outra vez. Agora fala vietnames com muita fluência pero ela não gosta dos hombres vietnames. Quis saber porque pero ela não explicou. A vendedora murmurou que os hombres do Vietname estam perigosos...

Na outra loja tive que explicar que é uma abóbora porque a familia asiática (onde comprei meu tofu normalmente) ficou admirado que não quis tofu e assim preguntaram que vou a comer hoje. Pero não é facil descrever uma fruta que só come na uma estancia do ano (há abóboras na Asía?) com poucas palavras. Terminamos com a definicão da uma fruta grande e rodonda, da cor de laranja e sim muito sabor que consiste por muito fluido. Não é a melhor descrição...


Gosto muito desa variedade de vivências afáfelas no meu bairro :)

Donnerstag, September 14, 2006

In anderem Licht

Es fasziniert mich immer wieder, wie sehr sich der eigene Blick für die gewohnte Umgebung verändert, sobald man mal ein paar Tage absehbar nicht da sein wird. So auch heute bei mir. In ein paar Stunden werde ich hoffentlich in einem Zug gen Westen sitzen.

Und nicht nur die unbelebte Umgebung, wie Häuser, Pfähle, Straßen, Plätze scheinen im ganz anderen Licht, nein, auch die Menschen! Vielleicht lag es auch an der Sonne, aber irgendwie waren heute sogar mal gutaussehende und - jetzt kommts - LÄCHELNDE Bürger auf unseren Straßen unterwegs. Krass!

Bis in ein paar Tagen :)

Kategorie: Fühlen

Montag, Mai 15, 2006

Sympathien hegen

Es ist schon sehr befremdlich. Neulich brachte ich große Sympathien für meine Stadt auf.

Eine Frau lief schimpfend den Gehweg auf einen Stock gestützt entlang. Im Monolog regte sie sich zunächst über den schlechten Zustand der mit Katzenköpfen (das ist ein Kopfsteinpflaster, nicht dass jemand auf falsche Gedanken kommt) gedeckten Straße auf. Dabei stocherte sie frustriert in die Nieschen des Pflasters und klopfte mit ihrem Stock darauf herum.
Ihre Aufführung gewann an Schwung, als sie sich lauthals fragte, warum sie ausgerechnet hierher gekommen ist. Halle verwünschend verfluchte sie den Tag und ich dachte mir, es gibt wohl schlimmere Orte an denen man wohnt. Okay, es gibt allerdings auch nicht wenige schönere Orte ;-)

Kategorie: Fühlen

Mittwoch, Mai 10, 2006

Schattensitzer

So viel wurde über unsere jungen Männer schon geschrieben. Sie seien Gewalttäter und rauhe Burschen oder Machos. Was soll ich dazu schreiben? Die meisten Jugendlichen scheinen genauso am allerwenigsten zu sein.

Die Jungs sind nicht nur Schattenparker, nein auch im Park sind sie Schattensitzer.
Meine heutigen Observationen würden wohl in folgender Form polemischen Eingang in die große deutsche Boulevardzeitschrift finden:
Jeder (oder vielleicht in der Korrekturmeldung: jeder zweite) Jugendliche hat Angst vor Sonne.


Halle. Langzeitbeobachtungen haben erwiesen, jeder (zweite, Anm. d. Red.) männliche Jugendliche hat Angst vor natürlichem Sonnenlicht. Gemäß der in Auftrag gegebenen Studie sonnen sich 15- bis 25jährige lieber in Solarien als unter freiem Himmel. So kann es nicht verwundern, dass Solarium überbräunte Personen in langem Shirt unter Bäumen Zuflucht suchen, während ihre weiblichen Altersgenossen sich in der Sonne räkeln [aufreizendes Motiv in der Seitenleiste]. Eigenen Angaben zufolge, findet es ein Großteil der Befragten einfach "uncool", "mega out" oder "öko" sich natürlich zu bräunen. Und so sitzen sie lieber verkümmert und in sozialer Isolation fernab ihrer FreundInnen, gelehnt an den Stamm großer, Schatten spendender Bäume.

Liebe Jungs, kommt wieder zur Vernunft, Frühling passiert nicht im Solarium, andere Körper bedürfen im Schatten leider keiner hingebungsvollen Sonnencremeaplikationen und (wohl am wichtigsten) Schattensitzer haben das selbe Image wie Schattenparker. (Diese Zuschreibung fänd ich persönlich eher weniger erstrebenswert...)

Kategorie: Denken

Donnerstag, November 17, 2005

Wie es ist Taschentücher zu verschenken

Entschuldigung, haben sie mal ein Taschentuch für mich? Ich sah von der Straße auf und vor mir stand ein Jugendlicher.

Irgendwie erinnerte er mich an die Fernsehbilder der letzten Tage. Ich musste an Paris denken und merkte wie mir ein Tropfen von den Haaren über die Stirn rann. Ein Stück kleiner als ich, Jeanshose im Baggystyle und helle Basketballschuhe (möge jemand kommentieren, wie die Schuhe mit dem verlängerten Knöchelansatz heißen) trug er. Die Haare waren vorne lustig nach oben gestylt und er hatte diese schöne karamellfarbene Haut. Ich blickte betroffen auf seine Schuhe und begann meine Taschen nach einem Taschentuch zu durchforsten.Fehlanzeige, dass einzige was ich fand, war, nun, sagen wir, war im vorigen Leben mal ein Taschentuch, heute nicht mehr als ein Fetzen Zellulose.

Ich presste meine Lippen aufeinander. Als stünde in seinem Gesicht die Erleuchtung geschrieben, fiel mir ein und sagte ich "Du hast Glück, ich war grade einkaufen". Ich zauberte ein Taschentuchpaket, dass zur Versorgung einer ganzen Fußballmanschaft gereicht hätte, heraus und begann daran herumzurütteln. Es öffnete sich aber nicht. Irgendwann war es dann brutal aufgerissen und ich hielt ihm freudestrahlend ein Päckchen entgegen. Ich schenkte ihm diese Päckchen, darauf bunte Blätter, wie Farbtupfen. Er bedankte sich höflich und ehrlich wie nur wenige Fremde "Danke" sagen.
Auf dem Rest des Weges wurde mir klar, wie passend das war: ein Päckchen Farbtupfer für den Farbkleks meines Donnerstags.

Kategorie: Wie es ist

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Ermlitz über 3-E

"Ermlitz über 3-E" stand neulich an einem Bus vorne dran. Während ich an einer Ampel auf grün wartete, fiel mein Blick darauf. Recht schnell stellte ich gewisse Paralellen zwischen einer Fahrt nach Ermlitz, über 3 Ecken (das sollte es wohl heißen), und meiner eigenen Existenz fest.
Je mehr ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir: alles ist irgendwie oder überhaupt nur über 3 Ecken möglich.

Kategorie: Denken