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Mittwoch, April 22, 2009

Der romantischste

Ort des Saalkreises, ach was sage ich, ganz Mitteldeutschlands, liegt genau da, wo das rote Kreuz ist. Es ist eine verfallene Kirche, mit ganz eigenartigem Stil, beinahe Kapitäle an der Längsseite des Kirchenschiffs und auch sonst eine ungewöhnliche Bauart. Im verwunschenen Kirchgarten kann man auf alten Steinen sitzen und vom gusseisernen Tor führt ein Sandweg, der durch Büsche, die von links und rechts emporwachsen und sich in der Mitte treffen und das Ganze überdachen, zum Kirchgebäude. Phantastisch. Der Umweg von ca. 15 Km hat sich wirklich gelohnt. Eigentlich wollte ich nur zum Zoll, aber das hat für alles entschädigt.



Und als wäre das nicht genug, hatte ich zurück zu eine Erscheinung: Ammendorfs schönster Jüngling, mit den schönsten Waden, der schönsten braunen Haut, dem schönsten schwarzen Haar in einem blauen Kapuzenshirt auf einem ziemlich genialen Fahrrad. Seitdem tagträume ich nur noch ganz unschuldig und plane eine baldige Wiederholung des heutigen Tages.

Freitag, März 30, 2007

Kunst im Alltag

Schreibtischverschönerungsmaßnahme mit plakativem Statement






Für die Arbeitsplatte würde ich gerne in beige/grau gehalten ein Muster aus Figuren als Untergrund haben. Den Codex Dresdensis fand ich dafür sehr inspirierend. Vielleicht mach ich sowas in der Art.

Dienstag, November 28, 2006

Hilfe, mein Freund ist komisch!

Bisher stand ich Erzählungen ala "mein Freund hat sich über Nacht in eine unausstehliches Biest verwandelt" immer sehr kritisch gegenüber und tat es als Spinnerei ab. Neuerdings habe ich es aber auch mit einer Mutation zu tun.

Bis vor vier Tagen schien die Welt noch in Ordnung, er aß und sprach normal, legte keinen übermäßigen Fleiß an den Tag und tat - mit den Worten Frodos - nichts unvorhergesehenes. Es war Sonnabend, als er begann erste Verhaltensauffälligkeiten zu zeigen. Er sprang früh (das heißt 8Uhr) aus dem Bett und begann von "Aufräumen", "Saubermachen" und "so geht das nicht weiter" zu phantasieren. Als ich gegen neun in der Küche erschien, erwartete er mich mit einem unruhigen Gesichtsausdruck und fragte auch gleich, wo ich denn solange gewesen sei (??). Ich antwortete wahrheitsgemäß "Im Bett.". Ich wollte zeremoniell meinen Tee genießen als er mir mitteilte, was er vorhatte (Aufräumen, Saubermachen, so geht das nicht weiter). Der Sonnabend verstrich mit seinerseits enthusiastischer Arbeitswut und meinerseits entgegengebrachtem Misstrauen und Widerstand.

Nachdem Abendessen begann er unserer Küche den Charme von Krankenhauszimmern zu verleihen, in seiner Aufräumphase verbannte er alle irgendwie nützlichen Geräte in die entlegensten Winkel unserer Küchenschränke. Das "Saubermachen" hinterließ in unserem Heim einen Eindruck von Sterilität, den ich so bisher nur aus Museen kannte. Jetzt kann ich behaupten, ich speise in einem solchen. "Das geht so nicht weiter" hatte allerdings die schlimmsten Implikationen: Nach jedem Kochen springt er wie aufgezogen in der Küche jeder erdenklichen organischen Faser mit dem Putzlappen hinterher.

Dankbar wäre ich für Tips
A)wie ich meinem Partner zwanghafte Handlungen abgewöhne, oder sie auf die Zeit beschränke, zu der ich nicht daheim bin
B) wo ich mich als Opfer solcher Attaken therapieren lassen kann
C) wo/wie ich günstig an Beruhigungsmittel komme, die ich ihm bis A) gelungen ist auch auf längere Zeit gefahrlos verabreichen kann.

Vielen Dank im Voraus.

Freitag, November 17, 2006

Das Who is Who der Toiletten

Ich weiß nicht, woran es lag, aber diese Woche habe ich vermutlich die verschiedensten Toiletten gesehen. Und da mich die schiere VIELZAHL an möglichen Urinalen und Toilettenbecken einfach erschlagen hat, gibt es heute einen Eintrag zu einem Thema, das direkt wohl mindestens die Hälfte der Menschheit interessieren dürfte.

Naheliegend wäre es sicher zunächst anzunehmen, dass die einfachsten Einrichtungen die einfachsten Toiletten haben. Falsch vermutet, die Volkshochschule leistet sich eine hoch technisierte WC-Anlage (die so durchdacht ist, dass Abtrocknemöglichkeiten für die Hände fehlen). Man kann halt nicht alles haben. Das umweltgerechte Prachtstück kommt auch sonst ohne Wasserspülung aus, alles verschwindet irgendwie auf magische Weise, ganz ohne Geruch.

Weniger durchdacht aber immernoch ziemlich cool sind die Toiletten an der Uni. Die tragen zwar merkwürdige Gitter in den Urinalen deren Nutzen ich noch nicht ergründen konnte. Fakt ist aber dieses Ding sorgt dafür das die Putzfrau ordentlich zu tun hat. Rätselhaft warum unsere Uni das nicht ändert. Ich jedenfalls habe meine Nutzungsgewohnheiten schnell geändert und nehme jetzt lieber normale Klos ohne Gitter. Is auch moralisch besser, wenn wir nochma an das Reinigungspersonal denken. Die Urinale spülen von Zauberhand, die Toiletten nicht, auch wenns manche anscheinend glauben...

Untere Mittelklasse sind die Modelle in den meisten Kneipen. Sie riechen nicht besonders und machen auch sonst nicht viel her. Becken an der Wand, ganz nüchtern mit Hebelchen zum abschließenden Spülen. Mag man eigentlich nicht anfassen. Was solls, dafür gibts im Vorraum etwas mehr Luxus. Wenn sie gerade mal funktionieren, dann haben wir suuuuper langsame Trockner oder angegrabbelte Handtücher, die automatisch (und meistens viel zu früh) zurückschnippen. Macht nichts, immerhin haben wir nicht diese Papierhaufen unterm Waschbecken - der erste Eindruck zählt schließlich.

Unterklasse sind die merkwürdigen und schlecht getimten Dinger, die spülen sobald man daran vorbeigeht. Sie finden sich oftmals in teuren Restaurants. Es mag des einen Harndrang anregen, aber ich finde es sehr befremdlich wenn das Becken beim schieren Passieren schon bedrohlich vollläuft. Wobei das eh für den Hund ist, denn eine Putzschicht mehr pro Woche würde wesentlich bessere Dienste leisten. Spülen alleine sorgt nicht für Sauberkeit. Und überhaupt, wenn nun jeder Erdenbürger 2x spülen würde beim einfachen Toilettengang - wär das nicht ökologisch total zweifelhaft?

Ich bin gespannt was die Zukunft bringt, in der VHS seh ichs bestimmt zuerst ;-)

Donnerstag, September 14, 2006

In anderem Licht

Es fasziniert mich immer wieder, wie sehr sich der eigene Blick für die gewohnte Umgebung verändert, sobald man mal ein paar Tage absehbar nicht da sein wird. So auch heute bei mir. In ein paar Stunden werde ich hoffentlich in einem Zug gen Westen sitzen.

Und nicht nur die unbelebte Umgebung, wie Häuser, Pfähle, Straßen, Plätze scheinen im ganz anderen Licht, nein, auch die Menschen! Vielleicht lag es auch an der Sonne, aber irgendwie waren heute sogar mal gutaussehende und - jetzt kommts - LÄCHELNDE Bürger auf unseren Straßen unterwegs. Krass!

Bis in ein paar Tagen :)

Kategorie: Fühlen

Mittwoch, Mai 10, 2006

Schattensitzer

So viel wurde über unsere jungen Männer schon geschrieben. Sie seien Gewalttäter und rauhe Burschen oder Machos. Was soll ich dazu schreiben? Die meisten Jugendlichen scheinen genauso am allerwenigsten zu sein.

Die Jungs sind nicht nur Schattenparker, nein auch im Park sind sie Schattensitzer.
Meine heutigen Observationen würden wohl in folgender Form polemischen Eingang in die große deutsche Boulevardzeitschrift finden:
Jeder (oder vielleicht in der Korrekturmeldung: jeder zweite) Jugendliche hat Angst vor Sonne.


Halle. Langzeitbeobachtungen haben erwiesen, jeder (zweite, Anm. d. Red.) männliche Jugendliche hat Angst vor natürlichem Sonnenlicht. Gemäß der in Auftrag gegebenen Studie sonnen sich 15- bis 25jährige lieber in Solarien als unter freiem Himmel. So kann es nicht verwundern, dass Solarium überbräunte Personen in langem Shirt unter Bäumen Zuflucht suchen, während ihre weiblichen Altersgenossen sich in der Sonne räkeln [aufreizendes Motiv in der Seitenleiste]. Eigenen Angaben zufolge, findet es ein Großteil der Befragten einfach "uncool", "mega out" oder "öko" sich natürlich zu bräunen. Und so sitzen sie lieber verkümmert und in sozialer Isolation fernab ihrer FreundInnen, gelehnt an den Stamm großer, Schatten spendender Bäume.

Liebe Jungs, kommt wieder zur Vernunft, Frühling passiert nicht im Solarium, andere Körper bedürfen im Schatten leider keiner hingebungsvollen Sonnencremeaplikationen und (wohl am wichtigsten) Schattensitzer haben das selbe Image wie Schattenparker. (Diese Zuschreibung fänd ich persönlich eher weniger erstrebenswert...)

Kategorie: Denken