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Montag, Juni 01, 2009

Man Is The Baby

*Wahnsinnig werd* Äthiopier haben eine ganz, ganz schlimme Wirkung auf mich. Daher ganz gut, wenn Er die Mutti mitbringt und Sie die Getränke bezahlt. So konnte ich wieder ganz im Stillen genießen.

Allerdings hatte ich das Gefühl, sie war ein Bisschen quengelig. Hm, naja...
Hab mich auch gleich unter dem Vorwand (?), ein WLan installieren zu müssen bei ihm zu Hause angemeldet und warte jetzt auf Terminvorschläge :-D

Sonntag, Mai 03, 2009

Reagenzien anyone?

Was macht man mit 2 Reagenzgläsern, die man sich am Wochenende "ertrunken" hat? Ein hässliches Blinklicht hätte ich auch noch zu vergeben.

Immerhin habe ich aber kein Jägermeister-Shirt in furchtbarstem Orange gewonnen, wie es der Begleitung widerfuhr. Fragen'se nicht, wie groß die Freude war... Die Frage nach meiner Schadenfreude kann ich aber leicht beantworten: die war riesengroß.

Eh.., mit jedem weiteren Tag gelange ich zu der Erkenntnis, dass mir eigentlich nur die Wiedergeburt in Form einer Ziege oder so gelingen kann, für mehr habe ich einfach zu viel negatives Kharma.

Mittwoch, April 22, 2009

Der romantischste

Ort des Saalkreises, ach was sage ich, ganz Mitteldeutschlands, liegt genau da, wo das rote Kreuz ist. Es ist eine verfallene Kirche, mit ganz eigenartigem Stil, beinahe Kapitäle an der Längsseite des Kirchenschiffs und auch sonst eine ungewöhnliche Bauart. Im verwunschenen Kirchgarten kann man auf alten Steinen sitzen und vom gusseisernen Tor führt ein Sandweg, der durch Büsche, die von links und rechts emporwachsen und sich in der Mitte treffen und das Ganze überdachen, zum Kirchgebäude. Phantastisch. Der Umweg von ca. 15 Km hat sich wirklich gelohnt. Eigentlich wollte ich nur zum Zoll, aber das hat für alles entschädigt.



Und als wäre das nicht genug, hatte ich zurück zu eine Erscheinung: Ammendorfs schönster Jüngling, mit den schönsten Waden, der schönsten braunen Haut, dem schönsten schwarzen Haar in einem blauen Kapuzenshirt auf einem ziemlich genialen Fahrrad. Seitdem tagträume ich nur noch ganz unschuldig und plane eine baldige Wiederholung des heutigen Tages.

Freitag, Januar 09, 2009

Verrückte, wilde Welt


Wild World: Just immer dann, wenn man glaubt, man sieht eigentlich am grottigsten aus (abklingende Erkältung, unrasiert und so), wird man von sympathisch wirkenden Leuten angesprochen, nach Wechselgeld gefragt und vom Nächsten, kurz darauf, dann noch ange"uhuhut" (mit hochgezogener Augenbraue), angegrinst und in Smalltalk verwickelt. An sich ja beruhigend, denn offenbar wog das Vorkommnis Anfang des Semesters nicht so schwer, wie ich zunächst dachte.
Und wie jetzt weiter? Künftig wirklich nur noch alle 5 Tage rasieren?

Freitag, Dezember 19, 2008

Gehsch Domas

Er: Gesch Domas!

Mutti: Ja, Meiner, bis Morchen.

Unter fremdsprachlichen Gesichtspunkten möglicherweise interessant (mit mildem Lächeln). Hält man sich vor Augen, dass die Schulkinder hier so sprechen, stimmt es eher nachdenklich. Zudem hätte meine Mutter mich zweifelnd angeblickt und sich eine umformulierte Schilderung meiner Pläne für den Abend erbeten. Was aber letztlich nichts an ihrer Absicht, mit mir Deutsch zu üben, geändert hätte.

Mittwoch, Dezember 17, 2008

Das Spektrum reichte von harmlos bis befremdlich

Harmlos: Eine betrunkene Russin bittet mich, ihr Brot abzuschneiden. Erklärung (bitte in schöner akzentualer Färbung vorstellen): "Ich bin zu betrunken, kannst du mir eine Scheibe von dem Brot abschneiden?". Natürlich. Während der Kampf mit dem Brot seinen Lauf nimmt, fällt die Russin mir um den Hals und begutachtet meine Piercings. Ging auch gut aus der Perspektive, sie war ja direkt daneben. Jedenfalls haut sie dabei irgend so einen Dip vom Tisch, der sich dann hübsch auf Boden und Kleidung anderer verteilt. Brot mit den Worten "Vielleicht auch lieber das nächste Glas Alkohol durch noch eine Scheibe Brot substitutieren" und vorwurfsvollem Blick überreicht. Danach mich wieder dem bestriechendsten Gast zu gewendet.

Befremdlich: Gespräche mit Leuten führen, deren Gesicht man kennt. Die Namen sind Fische in einem großen dunklen Teich und tauchen immer nur ganz kurz auf, dann ein Geistesblitz aber nicht lang genug, um den Namen zu fassen. Irgendwie doof, daher alle geduzt und gehofft, dass Getränke die Erinnerung beleben. Halfen aber nicht. Namen sind Schall und Rauch, sag es ja immer wieder.

Richtig gruselig: Menschen freundlich ansprechen, die dich im Gegenzug mit folgendem Programm "verwöhnen".
Erste Option: Mann erschrickt furchtbar als du ihn ansprichst und scheint sich zunächst gar nicht mehr zu erholen. Daher auf die Frage "Na, wie gehts?" heftiges Räuspern, eine Körpersprache, die auf Atemnot schließen lässt. Nach kurzer Erholungsphase und mehr Glühwein gings etwas lockerer. Immerhin noch kein hoffnungsloser Fall.

Zweite Option: Du lächelst freundlich an und dein Gegenüber guckt total perplex. Kann passieren, denkst du dir und gehst hin und sagst "Hallo". Mann wird gar nicht mehr wieder, bringt abgesehen von äußerst verspannten Antworten in Form eines hervorgepressent "Ja" und "Nein" nichts weiter heraus. Bei jeder Frage guckt er ganz leidend, du denkst, er lebt gleich ab oder was ähnlich furchtbares. Interessante Gespräche verlaufen anders - die sehr einseitige Kommunikation daher recht bald beendet. Hatte Mitleid und will ja niemanden absichtlich leiden lassen.

Stark verunsichert bin nun ich. Sehe ich gefährlich aus? Eilt mir ein schlimmer Ruf voraus, von dem ich nichts weiß? War ja noch nicht mal einer meiner Tutoriumsstudenten dabei. Da hätt ichs ja verstanden, wenn die Angst vor mir verspüren. Aber auch dort bin ich nie wirklich böse, frustriert hingegen manchmal schon!

Sonntag, Dezember 07, 2008

Hübsch, hübscher, der Schönste

Er: bist du noch hübscher geworden?

Es gibt Fragen, deren Antwort man nicht vorwegnehmen kann.

Donnerstag, Dezember 04, 2008

Du geiler Sack

Wenn man das an den Kopf geworfen bekommt, ist das im schlimmsten Fall ordinär aber immerhin in Richtung eines Kompliments. Wenn einem der Kassierer im Klamottenladen allerdings die Ware mit den Worten "Und hier, ein heißer Sack für dich" überreicht, dann, ja dann macht man sich so seine Gedanken. Ich meine, man hätte auch sagen können "Hier, du geiles Stück, hier ist deine Ware" oder aber "Da, nimms schon endlich, du heißer Feger". Aber nein, da lässt der Typ es lieber so klingen als wäre ich schmückendes Beiwerk und diese (übrigens ausgesprochen hässliche!!!) Tüte etwas besonderes. Wo sind die echten Komplimentemacher?

Donnerstag, Mai 17, 2007

In der Krabbelgruppe

Selbsternannte und anerkannte Psychologen, Lernexperten, Schulreformisten und Walldorf-Schulabgänger, sie alle haben es schon immer gewusst. Jetzt wird auch mir es klar: Wo andere soziale Kompetenzen haben, sitzt bei mir ein durch Frontalunterricht und Erwachsenenbildungsmethoden verkümmertes Häufchen.

Direkt nach dem Mauerfall eingeschult, bedeutete Schule, dass vor der Klasse eine Lehrkraft steht und unterrichtet. Anstelle von Lernspielchen (ala "Wenn du zwei Birnen malst und noch ein mal zwei dazu malst, wie viele Birnen hast du dann?") galt es bei uns Zahlen auf dem Papier oder im Kopf zu addieren. In Gemeinschaftskunde oder Botanik lernten wir, wie Prozesse in der Umwelt funktionieren oder Pflanzen zu pflegen sind. Vielleicht sprachen wir nie mit ihnen, aber oftmals genügten auch Erde, Licht und Wasser um sie wachsen zu lassen. Alles war ja so schrecklich ernsthaft und unspaßig.

Gleichermaßen trist lief meine Sozialisation im Post-Mauerfalls-Deutschland ab. Meine Rabenmutter und -Großmutter schickten mich früh in die Schule und ich blieb dort bis 15Uhr im Hort. Meine sozialen Defizite erklären sich aus den unterbliebenen Spielrunden mit Schulpsychologen vorm Memory-Spielfeld. Statt Konflikte mittels gewalthemmender Kartoffeldrucke auf Tapetenrückseiten zu lösen, jagten meine Schulkameraden und ich uns über den Schulhof, versteckten uns, traten in Gruppen bei - scheinbar gegenwärtig als verroht wahrgenommenen - Wettkämpfen gegeneinander an. Statt mit Farbkleksen auf der Kleidung kehrten meine Mitschüler und ich mit blauen oder Grasflecken heim.

Die Serie von Systemschwächen und Fehlentscheidungen setzte sich auch in meiner Gymnasialzeit fort. Erste soziale Auffälligkeiten wurden sichtbar, als ich mit meinem Freund zusammen Besteck in großer Zahl (und zum evidenten Nachteil aller) in der Schulkantine verbog. Hätte meiner Mutter doch nur schon damals richtig reagiert. Stattdessen stimmte sie jedoch dem Angebot der Schulleiterin, uns das Besteck wieder geradebiegen lassen zu müssen, zu. Weiterer Vorschub wurde meiner sozialen "Entkompetenzierung" und dem Heranreifen meines Ichs als gesellschaftlich nicht integrationsfähig geleistet, als das Besteck unter herzlichem, aber verstehendem Lachen der Essensraumkraft stattfand und dem Ganzen die belehrende Wirkung genommen wurde. Schlimmer noch: Sie war die einzige Person des gesamten Schulsystems mit der wir uns seitdem immer gut verstanden.

Derart sozial verformt: verroht, desintegriert, ohne Empfinden für moralische und soziale Werte begann mein äußerer Aufstieg und innerlicher Verfall. Schnell gelang es mir, per Diktat die gesamte Klasse hinter mich zu bringen und mich als Klassen- und später dann Kurssprecher in Folge wählen zu lassen. Ich störte massiv die Gleichbehandlung Aller, in dem ich der Entwicklung von außerschulischen Sympathieverhältnissen mit der ein oder anderen Lehrkraft aktiv Vorschub leistete und diese (später) dann auch für meine Zwecke nutzte.

Ohne ein besonders differenziertes Empfinden für Gemeinsinn durchlief ich meine Sekundarstufen, wo andere sich im Lösen von Konflikten mittels Händefassens, Liedersingens und Gegenständeertastens im Jutesack übten, konnte ich auf das Wissen meiner Banknachbarn bauen oder aber unbeliebte Aufgaben, wie etwa die Moderation der Abifeier, mit übernehmen. Wir hatten kein elaboriertes Prinzip des gemeinschaftlichen Lernens, des gemeinsamen Feierns mit unseren gleichberechtigten Lehrkräften, es gab keine Stunden, in denen wir beim Basteln von Papiervögeln Spannungen abbauen konnten. Für uns waren Pausen, Lachanfälle und - die wenigen - spannenden Stunden der Schulalltag, an den sich Treffen im Freundeskreis anschlossen. Wir waren Individuen und wurden auch so behandelt und wahrgenommen.

Am längeren Hebel sitzen die selbsternannten und anerkannten Psychologen, Lernexperten, Schulreformisten und Walldorf-Schulabgänger. Unikurse kommen kaum noch ohne Elemente frühkindlichen Spielens und des mir zuletzt aus meiner Kindergartenzeit vertrauten engen Imkreissitzens aus. Die - ihrer Kindheit beraubte Meute? - willigt begeistert auf den, die persönliche Intimsphäre verletzenden Vorschlag ein. Stühle werden in der Mitte des Raumes angeordnet, 10 Teilnehmer rotten sich im Zentrum des Raumes, an dessen Tür man kurz "Krabbelgruppe" zu lesen glaubte, zusammen. Auf dass auch ein Jeder Ellenbogen und Körpergeruch des Nachbarn wahrnehmen und so Teil am neugelebten und mir so unheimlich erscheinenden Gemeinschaftssinn haben möge. Denn echte soziale Kompetenz entsteht, wo nichts anderes mehr geht...

Freitag, April 13, 2007

Schlechte Laune aufm Amt

Zunehmend beschäftigt mich die Frage, weshalb so viele schlecht gelaunte Menschen, gut bezahlte und sichere Jobs haben. An Verwaltungsstellen des öffentlichen Dienstes scheinen die meisten verrückten Sachen zu passieren. In dieser Hinsicht war gestern besonders ereignisreich und episodenhaft haben sich mir die folgenden Gesprächsschnippsel eingeprägt:

Sachbearbeiterin des Prüfungsamtes: "Wie, Bachelor-Zeugnis abholen? Was wollen Sie denn da abholen?"

Ich: Wie Sie bereits richtig erwähnten, ich wollte mein Abschlusszeugnis abholen oder mich zumindest nach dessen Verbleib erkundigen, da ich es für meine Umschreibung brauche."

SB: "Haben Sie überhaupt schon eine Thesis geschrieben?"

Ich: "Ich bitte Sie, ich habe sie bereits im Februar hier eingereicht."

SB: "Nicht bei mir, an ihr Gesicht erinnere ich mich nicht."

Ich: (wollte schon sagen, dass sei kein Wunder, schließlich war sie entweder im Urlaub oder krank, wenn ich dort vorsprach) "Ich war bei Ihrer Kollegin, Sie waren entweder krank oder im Urlaub."

SB: "Haben Sie sich schon die Tabelle angefordert?"

Ich: "Die liegt ihnen bereits ausgefüllt vor, habe ich bei ihrer Kollegin eingereicht."
SB: "Einreichen...Sie müssen die mir zu schicken."

Ich:"Ohne eine Freundin hätte ich die Tabelle nie bekommen, Ich habe ihnen zweimal geschrieben und Sie gebeten, mir die Tabelle zu schicken. Sie haben nie geantwortet und ich mir sie dann anderweitig organisiert. Überhaupt sehe ich keinen Grund, dass Sie hier so aufgebracht sind und alles als persönlichen Angriff betrachten..."

SB: "Entschuldigen Sie, das ist mein Temperament, ich meine das nicht so. Sie müssen mir die Tabelle schnellstmöglich ausgefüllt schicken damit ich... usw."

Klasse, jetzt habe ich eine Excel-Tabelle auszufüllen, in welcher aufgrund der Inkonsistenz des Microsoftformats (und durch einfaches Löschen der Zellen durch besagte Freundin) die meisten Feldbefehle futsch sind und vermutlich dann auch nicht die korrekten Werte anzeigen werden.

Man mag mich für diesen Text exmatrikulieren, aber manches muss einfach mal gesagt werden. Es hat jeder seine Probleme, keiner ist immer gut gelaunt, aber das Ganze immer noch auf andere zu übertragen, finde ich ziemlich übel.

Freitag, März 30, 2007

Mobbing?

Ich habe den vagen Verdacht, dass sich unsere Sekretärinnen und Sachbearbeiter an der Uni gegenseitig mobben.
Indiz 1: Die Sachbearbeiterin in der Personalabteilung ist total durch den Wind. Man gibt an, weshalb man da ist und was man gerne abgeben möchte und sie hört nicht zu. Stattdessen wird man nach Abschluss seines Verschens gefragt, was man eigentlich "hier" möchte. Fragt man, ob man noch ein weiteres Dokument braucht, dann heißt es nur mit verdrehten Augen, das macht Frau xyz, da kann ich nichts zu sagen, die macht eh immer alles anders. Ah ja, erste Auswirkungen von Psychoterror?

Indiz 2: Um Papier für den Kopierer aufzutreiben, suche ich das nächstgelegene Büro einer Sekretärin auf. Die verharrt aber stumm in ihrem Kämmerchen, das, aufgemerkt!, abgeschlossen ist und öffnet auch nach mehrfachem Klopfen nicht. Ich trabe zum nächsten Zimmer, dort wird man angefahren, weshalb das nicht die erste Sekretärin erledigen konnte und, ob denn im Arbeitsvertrag der zweiten Sekretärin steht, dass sie Mädchen für alles sei (ich entgegne ernst, dass sie das doch am Besten wissen müsse, schließlich ist es ihre Aufgabe den Arbeitsvertrag vor dem Leisten der Unterschrift sorgfältig zu lesen). Besagte Sekretärin will gerade das Büro der sich versteckenden Kollegin öffnen, als diese von innen öffnet und von der anderen nen ziemlich fiesen Blick und harsche Worte erntet. Ich halte es nicht für günstig sich einzuschließen, sympathisiere aber deutlich mit der ersten Sekretärin, wenn man so einen Drachen als Kollegin hat, würde ich meine Tür von innen verbarrikadieren.


Nun meine Frage: Wird man so missgünstig und unausgeglichen, ja, beinahe unausstehlich wenn man eine unbefristete Stelle hat oder muss man zunächst beweisen, dass man genauso ist, damit man eine solche Stelle angeboten bekommt? Und wie wäre es mit etwas Respekt und Würde im Umgang miteinander?

Dienstag, November 28, 2006

Hilfe, mein Freund ist komisch!

Bisher stand ich Erzählungen ala "mein Freund hat sich über Nacht in eine unausstehliches Biest verwandelt" immer sehr kritisch gegenüber und tat es als Spinnerei ab. Neuerdings habe ich es aber auch mit einer Mutation zu tun.

Bis vor vier Tagen schien die Welt noch in Ordnung, er aß und sprach normal, legte keinen übermäßigen Fleiß an den Tag und tat - mit den Worten Frodos - nichts unvorhergesehenes. Es war Sonnabend, als er begann erste Verhaltensauffälligkeiten zu zeigen. Er sprang früh (das heißt 8Uhr) aus dem Bett und begann von "Aufräumen", "Saubermachen" und "so geht das nicht weiter" zu phantasieren. Als ich gegen neun in der Küche erschien, erwartete er mich mit einem unruhigen Gesichtsausdruck und fragte auch gleich, wo ich denn solange gewesen sei (??). Ich antwortete wahrheitsgemäß "Im Bett.". Ich wollte zeremoniell meinen Tee genießen als er mir mitteilte, was er vorhatte (Aufräumen, Saubermachen, so geht das nicht weiter). Der Sonnabend verstrich mit seinerseits enthusiastischer Arbeitswut und meinerseits entgegengebrachtem Misstrauen und Widerstand.

Nachdem Abendessen begann er unserer Küche den Charme von Krankenhauszimmern zu verleihen, in seiner Aufräumphase verbannte er alle irgendwie nützlichen Geräte in die entlegensten Winkel unserer Küchenschränke. Das "Saubermachen" hinterließ in unserem Heim einen Eindruck von Sterilität, den ich so bisher nur aus Museen kannte. Jetzt kann ich behaupten, ich speise in einem solchen. "Das geht so nicht weiter" hatte allerdings die schlimmsten Implikationen: Nach jedem Kochen springt er wie aufgezogen in der Küche jeder erdenklichen organischen Faser mit dem Putzlappen hinterher.

Dankbar wäre ich für Tips
A)wie ich meinem Partner zwanghafte Handlungen abgewöhne, oder sie auf die Zeit beschränke, zu der ich nicht daheim bin
B) wo ich mich als Opfer solcher Attaken therapieren lassen kann
C) wo/wie ich günstig an Beruhigungsmittel komme, die ich ihm bis A) gelungen ist auch auf längere Zeit gefahrlos verabreichen kann.

Vielen Dank im Voraus.

Freitag, November 17, 2006

Hab ich sie noch alle?

Viel besser. Ich durfte vorhin feststellen, dass ich alle meine Ergänzungsqualifikationen schon zusammen habe. Wenn ich den Deal richtig verstanden habe, dann bin ich über dem Pensum. Toll, ich bin echt löblich. Jetzt habe ich mir überlegt, ich reiche nur die schönen Scheinchen ein, die anderen, naja ..., die anderen eben nicht.

Nach 3,5 Jahren Bachelorstudium ist mir aufgegangen, wieviel Punkte ich eigentlich brauche. Ja, es hat schon seinen Grund, dass ich keine mathematisch-naturwissenschaftliche Fachrichtung studiere. So muss ich zwar in Kauf nehmen, dass man mich an der Supermarktkasse bescheißt und ich mich auch noch freundlich bedanke aber immerhin kein täglicher Kampf mit Kurven, Tabellen und alledem.

Das Who is Who der Toiletten

Ich weiß nicht, woran es lag, aber diese Woche habe ich vermutlich die verschiedensten Toiletten gesehen. Und da mich die schiere VIELZAHL an möglichen Urinalen und Toilettenbecken einfach erschlagen hat, gibt es heute einen Eintrag zu einem Thema, das direkt wohl mindestens die Hälfte der Menschheit interessieren dürfte.

Naheliegend wäre es sicher zunächst anzunehmen, dass die einfachsten Einrichtungen die einfachsten Toiletten haben. Falsch vermutet, die Volkshochschule leistet sich eine hoch technisierte WC-Anlage (die so durchdacht ist, dass Abtrocknemöglichkeiten für die Hände fehlen). Man kann halt nicht alles haben. Das umweltgerechte Prachtstück kommt auch sonst ohne Wasserspülung aus, alles verschwindet irgendwie auf magische Weise, ganz ohne Geruch.

Weniger durchdacht aber immernoch ziemlich cool sind die Toiletten an der Uni. Die tragen zwar merkwürdige Gitter in den Urinalen deren Nutzen ich noch nicht ergründen konnte. Fakt ist aber dieses Ding sorgt dafür das die Putzfrau ordentlich zu tun hat. Rätselhaft warum unsere Uni das nicht ändert. Ich jedenfalls habe meine Nutzungsgewohnheiten schnell geändert und nehme jetzt lieber normale Klos ohne Gitter. Is auch moralisch besser, wenn wir nochma an das Reinigungspersonal denken. Die Urinale spülen von Zauberhand, die Toiletten nicht, auch wenns manche anscheinend glauben...

Untere Mittelklasse sind die Modelle in den meisten Kneipen. Sie riechen nicht besonders und machen auch sonst nicht viel her. Becken an der Wand, ganz nüchtern mit Hebelchen zum abschließenden Spülen. Mag man eigentlich nicht anfassen. Was solls, dafür gibts im Vorraum etwas mehr Luxus. Wenn sie gerade mal funktionieren, dann haben wir suuuuper langsame Trockner oder angegrabbelte Handtücher, die automatisch (und meistens viel zu früh) zurückschnippen. Macht nichts, immerhin haben wir nicht diese Papierhaufen unterm Waschbecken - der erste Eindruck zählt schließlich.

Unterklasse sind die merkwürdigen und schlecht getimten Dinger, die spülen sobald man daran vorbeigeht. Sie finden sich oftmals in teuren Restaurants. Es mag des einen Harndrang anregen, aber ich finde es sehr befremdlich wenn das Becken beim schieren Passieren schon bedrohlich vollläuft. Wobei das eh für den Hund ist, denn eine Putzschicht mehr pro Woche würde wesentlich bessere Dienste leisten. Spülen alleine sorgt nicht für Sauberkeit. Und überhaupt, wenn nun jeder Erdenbürger 2x spülen würde beim einfachen Toilettengang - wär das nicht ökologisch total zweifelhaft?

Ich bin gespannt was die Zukunft bringt, in der VHS seh ichs bestimmt zuerst ;-)

Mittwoch, September 13, 2006

Wie es ist es mit Lindenblütenextrakt zu tun

Manchmal begeistert mich unsere Konsumwelt doch. Es gab ja schon fast alles oder zumindest wurde uns beinahe alles erdenkliche versprochen.

Als ich mich aber letzens zurückzog um mir sehr gepflegt einen runter zu holen (ich verstehe im übrigen auch nicht, warum Selbstbefriedigung immer so einen negativen Touch haben muss!?), stellte ich beim "danach" fest, dass ich meinem Körper heute etwas ganz besonderes bieten konnte.

Erstmalig hatte ich die Gelegenheit mein Sperma mit Taschentüchern die mit Lindenblütenextrakt getränkt waren, zu beseitigen. Das ist doch mal was! Dank findiger Kapitalisten wird aus einem ansich eher unschönem Prozess ein wahres Dufterlebnis und ich fühle mich, als hätte ich unter eine Linde ejakuliert...
Zu kaufen gibts die Dinger bei der Drogerie mit dem blauen Schriftzug, mir hat sie meine Mama (mit wohlwissender Intention?) in die Hand gedrückt. Danke Mama.

Kategorie: Wie es ist

Donnerstag, Mai 25, 2006

'Mensch ärgere dich nicht'-Menschen

Sehr, sehr lange habe ich nach einer geeigneten Bezeichnung für eine spezielle Kategorie Mensch gesucht: sie wirken meistens schon aus der Ferne total interessant, man glaubt, diesen Menschen unbedingt kennenlernen zu wollen. Irgendwann stellt man doch plötzlich fest: war gar nicht so doll!

Diese Woche bekam ich endlich die Bezeichnung geliefert, die auch so herrlich einleuchtend und erfrischend wahr ist. 'Mensch ärgere dich nicht'-Menschen, sind Menschen, bei denen man bei der ersten Begegnung glaubt, man müsste sie/ihn sofort heiraten. Schnell stellt sich aber raus, die Person ist längst nicht so schillernd, längst nicht so atemberaubend oder genial wie man dachte. Und so sagt man sich: Mensch ärgere dich nicht! Ist eigentlich froh, dass man sich eventuelle endlos scheinende Stunden in Gesellschaft oder aber pausenlose SMS-Bombardements gespart hat.

Jaja, so etwas nennt man Menschenkenntnis - MÄDN-Menschen ist wohl aber der orginellere Ausdruck!?

Kategorie: Denken

Montag, Mai 15, 2006

Wie es ist zu verunsichern

Ich liebe Bahnfahrten! Fährt man über Land und hat keine Menschen außerhalb des Zuges, hat man sie doch zumindest um sich herum, im Abteil. Menschen zu beobachten zählt sicher zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Interessante Menschen (wollen wir sagen "Männer"?) zu beobachten ist damit die Deluxe-Version meines Hobbys.

Heute pendelte ich wieder. Schon beim Einsteigen fiel mir auf, da sitzt jemand sehr interessantes. Manchmal verrennt man sich ja dann in gewisse Sachen. Man neigt dazu, seinem Gegenüber anzudichten, er müsse einen doch auch interessant finden oder zumindest den Blickkontakt wünschen. Tat er aber nicht.

Wie für ein Kleinkind, ist es auch für mich die schlimmste Strafe, ignoriert zu werden. Dabei war alles so perfekt. Er, ein sehr ebenmäßiges Gesicht, mit Geschmack gekleidet, Schuhe passend zur Hose und nur wir beide im Abteil. Ich, hin und weg, versuche den Anschein zu wahren, denke mir aber, er könnte jetzt auch mal'n Signal aussenden. Dann tut er das Unmögliche: Holt sein Handy raus und fängt es an zu putzen. Ts, war ich pikiert. Ich meine, da macht einem'n schicker Typ (ICH-ICH-ICH!!) mit Blicken Komplimente, da ist doch das Letzte, was ich raushole, mein Mobiltelefon - oder nicht?

Jetzt bin ich total verunsichert: Hätte auch auf einer 9-stündigen Bahnfahrt aus uns beiden nichts werden können? War ich zu offensiv? War er verpartnert und monogam lebend? Bin ich nur schwanzgesteuert? Wie kommt er eigentlich dazu, völlig unvorhergesehen (nämlich garnicht) zu reagieren und mich aus'm Plan zu bringen?

Jetzt geh ich meine Taktik optimieren, 'Nacht!

Kategorie: Wie es ist

Sympathien hegen

Es ist schon sehr befremdlich. Neulich brachte ich große Sympathien für meine Stadt auf.

Eine Frau lief schimpfend den Gehweg auf einen Stock gestützt entlang. Im Monolog regte sie sich zunächst über den schlechten Zustand der mit Katzenköpfen (das ist ein Kopfsteinpflaster, nicht dass jemand auf falsche Gedanken kommt) gedeckten Straße auf. Dabei stocherte sie frustriert in die Nieschen des Pflasters und klopfte mit ihrem Stock darauf herum.
Ihre Aufführung gewann an Schwung, als sie sich lauthals fragte, warum sie ausgerechnet hierher gekommen ist. Halle verwünschend verfluchte sie den Tag und ich dachte mir, es gibt wohl schlimmere Orte an denen man wohnt. Okay, es gibt allerdings auch nicht wenige schönere Orte ;-)

Kategorie: Fühlen

Mittwoch, April 26, 2006

Gegenwart = Emotionaler Overkill für Katholizismusstudenten?

Männer sind Schweine, aber liebe. Nein, im Ernst, Frauen sind keinesfalls die besseren Schweine. Daher breche ich hier ne Lanze für meine Geschlechtsgenossen.

Als ich neulich mit der S-Bahn nach Leipzig fuhr, hatte ich mir gegenüber zwei Studentinnen sitzen, die sich unüberhörbar austauschten. Gegenstand der Unterhaltung war ihre Einstellung bezüglich der heutigen (Jugend-)Kultur.

Den Einstieg fanden die beiden Damen über ihren letzten Moritzbasteibesuch. Daraufhin die erste empörte Feststellung: Männer sind alle nur dort um Frauen abzuschleppen, süße Mäuse anzumachen und überhaupt, offensiv Mädels anzutanzen. Dann starren die auch noch immer so auf den Po und suchen sich immer die leichtbekleidetsten Mädels raus.
Also wirklich, meine Herren, wo bleiben die Manieren? [Im Geiste habe ich mir notiert, ich muss in die MB, da scheint ja die Luft vor Erotik förmlich zu brennen.]

Da die Beiden ohnehin nun mal bei eher körperlichen Aspekten waren, kam auch das Äußere ansich zur Sprache. Da hatte sich wohl tatsächlich die Mama bei einem Mädel erlaubt, ihr zu empfehlen, sich mal zu schminken. Ihre Freundin willigte darauf hin zeitgleich und mit wildem Kopfschütteln ein: Das würde ich auch nie tun, ich weiß auch nicht, immer dieses Geschminke und Gezupfe. Ich mag diese Künstlichkeit garnicht. Und die Kleider, die man überall kaufen kann, sind ja manchmal schon ziemlich knapp. So kann man doch nicht rumlaufen (mit vorwurfsvollem Gesicht).
In den Gesichtern der anderen, in Hörweite sitzenden, Reisenden lese ich krampfhaft unterdrücktes Schmunzeln. Ich selbst begann mich zu fragen, ob mir nicht zwei Katholizismus-Studentinnen gegenübersitzen.

Liebe Jungs, Männer und Herren, das waren Extrembeispiele. Die Mehrzahl der Frauen (und Menschen im Allgemeinen) ist ganz natürlich im Umgang mit ihrem Körper. Mehr noch, die meisten empfinden es als recht angenehm oder es schmeichelt ihnen gar, flirtet man mit ihnen oder zeigt mittels Körpersprache "ich finde dich toll".

Liebe Frauen UND Männer, keiner von uns kann doch ernstlich ins Mittelalter zurück wollen oder doch? Lebt vor, dass Flirten, Gutaussehen und Sexhaben nichts Schlimmes ist, man davon nicht zwangsläufig krank wird! Und überhaupt, den Hormonen freien Lauf lassen ist doch die schönste Sache der Welt und gleichzeitig DIE Weltsprache. Wer braucht schon Englisch, Russisch oder Chinesisch, wenn er doch Leidenschaft, Phantasie und einen Körper hat (Katholizismusstudentinnen mal außen vor :-P )???

Kategorie: Denken

Sonntag, April 23, 2006

Wie es ist unglaubwürdig zu sein

Wir haben Glück, denn im Moment passieren aufregende Dinge in der Pressewelt. Die Bild beispielsweise, entdeckt völlig neue Werte. Da lesen wir doch als Reaktion auf die in der britischen Presse erschienen Photos von Frau Merkel die empörten Zeilen
Es sind Aufnahmen aus dem Privatbereich, die kein Mensch von sich in der Zeitung sehen möchte.
und
Auch die Bundeskanzlerin und ihr Mann haben ein Recht auf Privatsphäre!

Aha, jetzt haben die bei Bild also plötzlich die Privatsphäre entdeckt. Wo waren aber doch gleich die sehr privaten Bilder von Frau Christiansen und den anderen Persönlichkeiten veröffentlicht wurden? War doch auch in der Bild. Siehste! Und jetzt haben die also ein Problem damit. Ich weiß nicht, aber ich würde keiner Zeitung (das beißt sich ja in Hinblick auf die Bild ohnehin) Glauben schenken, die ihre Fahnen in Hinblick auf moralische Werte nach dem Wind hängt. Leute die solcherlei Stories lesen wollen, müssen schon ein besonders langweiliges Leben haben, scheint mir.

Vielleicht würde ich anders über die Bild denken, hätte ich darin Mal etwas Interessantes, Bemerkenswertes oder gar Glaubwürdiges gelesen. Bis dato hatten wir ja so viele schmutzige Stories, so viele "überraschende" Bilder (wir sahen, dass die Merkels in den Ferien zum Wandern Wanderkleidung tragen [oh ha!!] und, dass dieser Umstand für die Leser wohl derartig neu gewesen sein muss, dass ich ihnen beinahe einen Fetisch für Wanderkleidung unterstellen muss - oder wo ist jetzt der verwertbare Aspekt der Story?), hatten viele seltsame Statistiken und fragwürdige Erkenntnisse. Wie wärs denn mal mit gutem (Springer-)Journalismus?

Aber um doch Mal noch einen positiven Aspekt zu nennen: Neulich habe ich gesehen, wie meine Schwiegermama erfolgreich die Bild benutzt hat, um die Hinterlassenschaften ihres Hundes (die da hätte nicht fallen sollen) aus dem Hof zu beseitigen. Ist also am Ende doch noch für was zu gebrauchen - wär ja sonst auch schade ums Papier.

Kategorie: Wie es ist