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Montag, März 16, 2009

I can't stand it anymore

Nein, nein, keine Angst. Alles gut.

Ich habe überlegt, ob ich das vielleicht mit einem Rätsel beginnen soll? So nach dem Motto: Was ist karamelgolden, hat kaffeefarbene Augen, ein entwaffnendes Lächeln, schöne Hände, duftet angenehm exotisch und ist immer stilsicher (bisweilen unheimlich sexy) gekleidet?

Richtig, es kann sich dabei nur um einen Äthiopier handeln. Mal ehrlich.. Ich kann den Herren treffen, wann ich möchte und er ist einfach jedesmal unwiderstehlich(er). Und dann hat er auch noch eine Körpersprache, hui. Wenn er den Kopf so schief legt dann möchte ich immer rollig vom Stuhl kippen und mich Not-Mund-zu-Mund beatmen lassen. Und dann, manchmal, der krasse durchdringende Blick, wo ich kurzzeitig sterbe.

Jedenfalls wars heute scharf an der Grenze. Nach dem anfänglich wenigstens noch unschuldigen Kaffee hatte er die super Idee, ein paar Bier trinken zu gehen. Nach dem 2. (oder war es das dritte?) Bier fand ich es ziemlich schwierig, mich gedanklich auf die neusten Ereignisse in Äthiopien zu beschränken. Liebe Leser, sie glauben gar nicht, wie viel Anstrengung das erfordert, wenn zwei wunderbar tiefdunkle Augen sie anblicken, zwei Zahnreihen in weiß sie anstrahlen und dabei so außerordentlich gut mit dem Rest harmonieren.
Ich habe beim 3. (oder je nach Rechnung 4.) Bier aufgehört zu zählen. Ich musste sehen, dass ich mich beherrschte und auf das audio-visuelle genießen beschränkte. Komplimente wurden geradezu eingefordert: "Früher war ich so schön". Was sagt man da? "Heute bist du super schön"? Gefallen hat mir auch "Ich suche jemanden, der mit mir Sport macht".
Hui, Hui...

Auch abseits des sinnlichen Genusses war es ein "Erfolg". Ich bin jetzt so etwas wie fest auf einer Reisebegleitungsliste für Äthiopien verewigt, kenne alle Rauschmittel mit Namen und Wirkung (es gibt sogar eines, das bevorzugt von Studenten genommen wird ¡ojo!) und weiß, dass er keine Kinder haben möchte. Ja, ja.., genau das dachte ich da auch.

Beim Verabschieden habe ich ihn dann an mich rangezogen (macht man in Äthiopien so!) und ihn überschwänglich umarmt und nochmal tief eingeatmet. Sie glauben gar nicht, wie gut der riecht! Und die Jacke, der Pullover, die Jeans, das sitzt alles als wäre er hineingeboren.

Zu tiefst entzückt, ich.

Mittwoch, Januar 07, 2009

Im fremden Bett geträumt

und das auch noch äußerst romantisch: mit M. auf dem Hochbett gelegen.
Zuerst die übliche Distanz, dann aber doch angefasst. Eine unglaubliche Liebenswürdigkeit und Ausstrahlung hat dieser Mensch. Ich war emotional ergriffen. Daher auch "nur" überzärtliches Sichimarmliegen, Streicheln und Küssen. Unsicher, was ist schöner: Zuneigung zeigen oder erfahren? In jedem Falle schade, wenn man dann doch irgendwann aufwachen muss.

Mittwoch, Dezember 17, 2008

Das Spektrum reichte von harmlos bis befremdlich

Harmlos: Eine betrunkene Russin bittet mich, ihr Brot abzuschneiden. Erklärung (bitte in schöner akzentualer Färbung vorstellen): "Ich bin zu betrunken, kannst du mir eine Scheibe von dem Brot abschneiden?". Natürlich. Während der Kampf mit dem Brot seinen Lauf nimmt, fällt die Russin mir um den Hals und begutachtet meine Piercings. Ging auch gut aus der Perspektive, sie war ja direkt daneben. Jedenfalls haut sie dabei irgend so einen Dip vom Tisch, der sich dann hübsch auf Boden und Kleidung anderer verteilt. Brot mit den Worten "Vielleicht auch lieber das nächste Glas Alkohol durch noch eine Scheibe Brot substitutieren" und vorwurfsvollem Blick überreicht. Danach mich wieder dem bestriechendsten Gast zu gewendet.

Befremdlich: Gespräche mit Leuten führen, deren Gesicht man kennt. Die Namen sind Fische in einem großen dunklen Teich und tauchen immer nur ganz kurz auf, dann ein Geistesblitz aber nicht lang genug, um den Namen zu fassen. Irgendwie doof, daher alle geduzt und gehofft, dass Getränke die Erinnerung beleben. Halfen aber nicht. Namen sind Schall und Rauch, sag es ja immer wieder.

Richtig gruselig: Menschen freundlich ansprechen, die dich im Gegenzug mit folgendem Programm "verwöhnen".
Erste Option: Mann erschrickt furchtbar als du ihn ansprichst und scheint sich zunächst gar nicht mehr zu erholen. Daher auf die Frage "Na, wie gehts?" heftiges Räuspern, eine Körpersprache, die auf Atemnot schließen lässt. Nach kurzer Erholungsphase und mehr Glühwein gings etwas lockerer. Immerhin noch kein hoffnungsloser Fall.

Zweite Option: Du lächelst freundlich an und dein Gegenüber guckt total perplex. Kann passieren, denkst du dir und gehst hin und sagst "Hallo". Mann wird gar nicht mehr wieder, bringt abgesehen von äußerst verspannten Antworten in Form eines hervorgepressent "Ja" und "Nein" nichts weiter heraus. Bei jeder Frage guckt er ganz leidend, du denkst, er lebt gleich ab oder was ähnlich furchtbares. Interessante Gespräche verlaufen anders - die sehr einseitige Kommunikation daher recht bald beendet. Hatte Mitleid und will ja niemanden absichtlich leiden lassen.

Stark verunsichert bin nun ich. Sehe ich gefährlich aus? Eilt mir ein schlimmer Ruf voraus, von dem ich nichts weiß? War ja noch nicht mal einer meiner Tutoriumsstudenten dabei. Da hätt ichs ja verstanden, wenn die Angst vor mir verspüren. Aber auch dort bin ich nie wirklich böse, frustriert hingegen manchmal schon!

Mittwoch, Dezember 10, 2008

Hearts Of Iron

aber nicht aus Stahl.

Daher finde ich es ausgesprochen beschissen, wenn jemand glaubt, sich mir gegenüber unbedingt aussprechen zu müssen. Schon klar, dass man gerne das eigene Gewissen, welches rau und aufgekräuselt ist, beruhigen möchte, aber das bitte nicht auf meine Kosten. Nicht auf Kosten meiner Gefühle.

Für die Zukunft verzichte ich daher gerne auf Erklärungen, Wahrheiten und sonstige Schilderungen. Möchte ich etwas wissen, frage ich. Danke. Funken mir unentschlossene Realisten nicht dazwischen, lebe ich nämlich eigentlich sehr gut...

Sonntag, Dezember 07, 2008

Hübsch, hübscher, der Schönste

Er: bist du noch hübscher geworden?

Es gibt Fragen, deren Antwort man nicht vorwegnehmen kann.

Samstag, Dezember 06, 2008

Lecker!

Gut Lecker, wenn Freunde so gut über die persönlichen Präferenzen Bescheid wissen.

Samstag, Dezember 30, 2006

wünschen/ nicht wünschen

Hier nun, obligatorisch, was ich mir wünsche und was nicht:

gewünscht

mehr Zeit für die schönen und wirklich wichtigen Dinge des Lebens (das mag gerne Bewegung, Kultur, Küssen, erfüllende Tätigkeiten, Freunde und Natur und leckeres Essen und Sprachenlernen beinhalten)

mehr Gerechtigkeit und zunächst erstmal ein Bewusstsein dafür

mehr unbequeme Fragen und die Pflicht, darauf zu antworten (insbesondere in der Politik) und entsprechende Sanktionsmechanismen

weniger Autobahnen bzw. Neubauten (Horrovision: ich wache eines Tages auf und blicke auf eine sechsspurig ausgebaute Straße)

unerwünscht

Dinge zu tun, die man eigentlich nur tut, weil man sollte oder denkt, man müsste

Leuten zuhören zu müssen, die meinen sie hätten etwas zu sagen, was aber letztlich nicht so ist

noch mehr SS, Wehrmacht, Drittes Reich-Geständnisse

Fortschreiten der Konsumkultur, retten wir lieber noch schnell was an Kultur noch übrig ist

Krieg, Gewalt, Unrecht und alle die daran verdienen/ davon profitieren


Die Zeit liegt schon richtig; am besten wäre es, wenn sich Extremisten jeglicher Gesinnung auf eine Insel verabschiedeten. Ich befürchte nur, dass dann auf den schönsten Inseln die unangenehmsten Leute sitzen würden.

In diesem Sinne, versuchen wir doch mal, ob das nächste Jahr nicht auch anders werden könnte.

Dienstag, November 28, 2006

Hilfe, mein Freund ist komisch!

Bisher stand ich Erzählungen ala "mein Freund hat sich über Nacht in eine unausstehliches Biest verwandelt" immer sehr kritisch gegenüber und tat es als Spinnerei ab. Neuerdings habe ich es aber auch mit einer Mutation zu tun.

Bis vor vier Tagen schien die Welt noch in Ordnung, er aß und sprach normal, legte keinen übermäßigen Fleiß an den Tag und tat - mit den Worten Frodos - nichts unvorhergesehenes. Es war Sonnabend, als er begann erste Verhaltensauffälligkeiten zu zeigen. Er sprang früh (das heißt 8Uhr) aus dem Bett und begann von "Aufräumen", "Saubermachen" und "so geht das nicht weiter" zu phantasieren. Als ich gegen neun in der Küche erschien, erwartete er mich mit einem unruhigen Gesichtsausdruck und fragte auch gleich, wo ich denn solange gewesen sei (??). Ich antwortete wahrheitsgemäß "Im Bett.". Ich wollte zeremoniell meinen Tee genießen als er mir mitteilte, was er vorhatte (Aufräumen, Saubermachen, so geht das nicht weiter). Der Sonnabend verstrich mit seinerseits enthusiastischer Arbeitswut und meinerseits entgegengebrachtem Misstrauen und Widerstand.

Nachdem Abendessen begann er unserer Küche den Charme von Krankenhauszimmern zu verleihen, in seiner Aufräumphase verbannte er alle irgendwie nützlichen Geräte in die entlegensten Winkel unserer Küchenschränke. Das "Saubermachen" hinterließ in unserem Heim einen Eindruck von Sterilität, den ich so bisher nur aus Museen kannte. Jetzt kann ich behaupten, ich speise in einem solchen. "Das geht so nicht weiter" hatte allerdings die schlimmsten Implikationen: Nach jedem Kochen springt er wie aufgezogen in der Küche jeder erdenklichen organischen Faser mit dem Putzlappen hinterher.

Dankbar wäre ich für Tips
A)wie ich meinem Partner zwanghafte Handlungen abgewöhne, oder sie auf die Zeit beschränke, zu der ich nicht daheim bin
B) wo ich mich als Opfer solcher Attaken therapieren lassen kann
C) wo/wie ich günstig an Beruhigungsmittel komme, die ich ihm bis A) gelungen ist auch auf längere Zeit gefahrlos verabreichen kann.

Vielen Dank im Voraus.

Montag, Oktober 16, 2006

In was für einer Gesellschaft wir leben

Nachdem ich mich kürzlich mit einem Essay Rodós beschäftigt habe, stelle ich immer mehr Dinge fest, die mich nerven. Heute geht es so weit, dass auch ich kurz davor stehe, einen Essay an die Jugend zu adressieren.

Erschrocken bin ich schon einige Male. Neulich beispielsweise, als ich ins Institut kam und dachte, ich sei in eine Zuschaustellung schlechten (Mode-)Geschmacks geraten. Aber nein, was sich da auf dem Gang tummelte, waren die neuen Studentinnen der Philologie. Ich verlange nicht, dass man aussieht, wie das, was die Leute für gewöhnlich vom Äußeren eines Andenbewohners erwarten, wenn man Lateinamerikastudien belegt. Was ich allerdings erwartet hätte, ist, dass man ein gewisses Verständnis und die Befähigung mitbringt, sich in die Problematiken hineinzudenken. Wenn mein Problemhorizont aber nur bis zu den unterschiedlichen Schattierungen meines Solariumteints reicht, dann dürften die nächsten Semester schwierig werden.

Nächste Sache ist diese schreckliche Markenfixierung. Man trifft ja kaum noch auf Leute, die nicht mit riesen D&G-Logo oder zur Schau getragener Diesel-Labelsammlung rum laufen. Auch diese furchtbaren Gürtel, mit den phatten Schnallen dran - was ist das für eine merkwürdige Erscheinung? Wollen die Leute damit über ein Problem mit der Fülle ihres Schritts hinwegtäuschen oder ist es ein zusätzliches Gewicht um das Sichfortbewegen auf hohen Absätzen zu erleichtern? Außer ein paar anständigen Punks in hohen Docs und wenigen markenresistenten jungen Leuten, sieht man ja kaum noch Volk, dass nicht Werbung, für große Konzerne mit zweifelhaftem Verdienst für die Menschheit, läuft. Seitdem wir den Großen in unserem Streben nach mehr Individualität ihre (oftmals so erschreckend und offensichtlich) ähnlichen Artikel abgekauft haben, sehen wir jetzt alle so wahnsinnig individuell aus, dass ich mich bei jedem zweiten Passanten frage, ob ich ihm/ihr nicht kürzlich bereits begegnet bin.

Nachfragen lohnt da auch meistens nicht. Entweder ist das gegenüber nicht in der Lage, sich umfassend und verständlich zu äußern oder man muss sich anhören, welcher PKW als nächstes gekauft wird. Wenn man dann mal das Gespräch auf andere Kulturkreise lenkt, dann muss man zunächst erklären, dass es sich bei der ein oder anderen Volksgruppe nicht um ein abenteuerliches asiatisches Gericht handelt, sondern um die Bewohner eines anderen Kontinents. Is man dann mal so weit, und hat man eine Krisenregion als Gesprächsthema gewählt, dann bekommt man zu hören, dass die sich dort eh schon seit frühster Zeit die Köpfe einhauen und man das sowieso nicht ändern könne.

Ja, eine wunder(same)volle Einstellung herrscht hier vor. Die Vision Rodós war nett, alle ziehen am Ende in die große Stadt hinaus, um sich zu verwirklichen und ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Welchen Beitrag unsere Generation mit der vorherrschenden Einstellung mal leisten will, ist mir, von finaler, globaler Zerstörung mal abgesehen, nicht klar. Im Gegenteil, ich bin emotional nahe an dem, was man als Angst und Ohnmacht bezeichnet. Machen wir es noch mal wie sonst auch und nehmen wir es mit gewohnter Gleichgültigkeit - wird schon, irgendwie...

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Objektsexualität

Als ich in Brüssel war, kam ich mit Madlen zufällig auf "objektophile" Leute zu sprechen. Da uns das beide sehr faszinierte (immerhin für uns kein alltägliches Konzept, nen Fetisch haben kann jeder, aber Objekte personengleich und körperlich zu lieben, ist doch etwas anderes), hier muss ich einfach mal noch festhalten, was mir seit dem untergekommen ist.

Cuando estaba en Brussels hablé con mi amiga Madlen sobre gente que aman objetos. Porque esta idea parece muy interesante (calquier puede tener un fetichismo, pero amar a objetos como los serrían personas es algo diferente que no encontramos todos los días). Aquí hay algunos textos y documentos que encontré.

1. Guide to Sex WITH cars
Sehr praktisches und kurzweiliges Dokument, das erklärt, wie man (vorausgesetzt man hat die biologischen Merkmale eines Mannes) mit einem Auto Sex haben kann. Der Anleitung nach, muss man den Auspuff dafür, naja, sagen wir: modifizieren. Im Moment ist mir nicht klar, warum es nur Handreichungen für Männer gibt. Ich meine, für Frauen könnte es, günstige Anbringung des Schalthebels mal vorausgesetzt, doch so viel bequemer im Inneren sein. Vielleicht arbeitet aber auch schon jemand an dieser Umsetzung oder Frauen lieben andere Objekte als Autos.
Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, ob ich möglicherweise fahrradliebend bin. So genau darüber nachgedacht habe ich zwar noch nicht, aber es passiert schon öfter das ich Fahrräder als "heiß" oder sexy tituliere. Mir will aber keine geeignete Stelle einfallen, an welcher ich mit meinem Rad intim werden könnte ohne mich ernsthaft zu verletzen...

Un documento muy practico y divertido que explique (a hombres) como es posible realizar la vida sexual con un coche. Lo muestra como se debe que modificar el tubo de escape para que no herirse en algo parte. Francamente no entiendo porque solo hay una instrucción para hombres. Creo que serría mas comodo realizar el sexo con un coche como mujer, puede ser intimo dentro el coche cuando la palanca de mando esta en un lugar practico. Puede ser que alguien ya trabaja en una adapción o las mujeres no aman coches pero otros objetos.
Cuando estaba leyendo el texto me preguntó que serría posible que amo bicicletas. Pasa muchas veces que dice "sexy" o "caliente" cuando vio un bici muy especial. Usaba mucho tiempo piensando si hay una parte para ser intimo con mi bici sin herir me...

2. @ www.objektophilia.de
lese ich, dass der Objektliebende mit seinem Gegenstand in Verbindung über Kommunikation steht. Beide unterhalten eine Sprache. Sind es erste Züge von Objektsexualität, wenn man das Geräusch breiter Reifen erotisch Findet, so wie menschliches Liebesgeflüster? Auf der selben Seite steht auch, dass man eine gemeinsame Sprache entwickelt; PC-Liebende über Bits und Bytes, instrumentenliebende Musiker über die Sprache der Noten usw. Wie funktioniert das aber bei technischen Gegenständen/Konstruktionen wie Dampflocks, Autos, Fahrräder und Motorräder? Ist die Sprache dann die Betriebsanleitung? *unschlüssig* Ich sollte nochmal mein interkulturelles Wissen anwenden, vielleicht finde ich noch etwas heraus.

leyo que hay un meccanismo de communicación entre la persona y el objeto. Hay una lengua. Son los primeros pasos del sexualidad objetivo cuando me gusta escuchar al ruido de neumáticos gordos en la misma manera que me gusta escuchar al textos eróticos que alguien esta leyendo? Leimos en la misma pagina que gente que aman su ordenador hablan con "le" sobre la lenguaje de Bits and Bytes y que músicos hablan sobre las notas con sus objetos. Pero como lo se realizan con cosas como locomotivas, coches, bicicletas o motocicletas? Es la lenguaje la instrucción del uso? No sé, pero voy a evaluar otra vez usando mis competencias interculturales.

3. Objektorientierte Liebe ist gesellschaftskonform/ amar cosas no es algo raro
Mit meinem geschärften Blick ging ich jetzt durch die Straßen unterschiedlicher Städte.
Ja, der Austausch von Zärtlichkeiten, das Titulieren und Kommunzieren mit Gegenständen ist ganz normal. Egal, ob es sich um einen Streit handelt: Pc-Nutzer die ihren Computer anschreien, boxen oder treten oder ob es um das hingebungsvolle Polieren und Putzen von Autos oder Motorrädern geht, zärtlich objektliebend darf man sein. Mehr bekommt man ja auch bei Mensch-Mensch-Beziehungen nur selten zu sehen, für "mehr" zieht man sich halt in die Garage, ehm, Wohnung, meinte ich, zurück.

Pasaba por las calles de diferentes ciudades. Y si, acariciarse con objetos es demasiodo normal. Da igual que es un conflicto donde usarios de ordenadores hablan con su PC o boxean la pobre máquina o es el cuidado cariñoso que muestran miles de conductores de coches y motocicletas todos los dias. La sociedad accepta el amor cariñoso entre ser humano y objeto. Y claro que no muestra más, tampoco en las relaciones entre dos humanos raras veces realizan más. Para hacer más se desaparece en el garaje, ehh, el apartamiento pienso ...

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Donnerstag, September 14, 2006

In anderem Licht

Es fasziniert mich immer wieder, wie sehr sich der eigene Blick für die gewohnte Umgebung verändert, sobald man mal ein paar Tage absehbar nicht da sein wird. So auch heute bei mir. In ein paar Stunden werde ich hoffentlich in einem Zug gen Westen sitzen.

Und nicht nur die unbelebte Umgebung, wie Häuser, Pfähle, Straßen, Plätze scheinen im ganz anderen Licht, nein, auch die Menschen! Vielleicht lag es auch an der Sonne, aber irgendwie waren heute sogar mal gutaussehende und - jetzt kommts - LÄCHELNDE Bürger auf unseren Straßen unterwegs. Krass!

Bis in ein paar Tagen :)

Kategorie: Fühlen

Dienstag, Juli 25, 2006

Schein-Urlaub

Urlaube sind eine so herrliche Sache. Voraussetzung ist, man verfügt über einen gutausgebildeten Freundeskreis. Falls nicht macht es eigentlich keinen Unterschied ob man im Urlaub ist oder nicht. Bei mir war es diesmal auch ein wenig anders. Wo soll ich anfangen?

Eigentlich hatte ich geplant mich mit meinen Freunden noch ein Mal vor meinem Urlaub zu treffen. Alles war perfekt: Die Rundmail zu einem Treffen geschickt. Freundlich und genial formuliert. Meine Freundin in Halle bekam auch eine Kopie davon. Immerhin hatte ich damit wenigstens eine Antwort. Dir herzlichen Dank dafür, Katha. (Du landest fortan auch nie wieder in meinem Spamordner.) Ansonsten tote Hose. Wer nicht antwortete, waren die Leute deren Antwort ich am meisten erhofft und erwartet hatte.

Folglich war mein Urlaub an Nebenkosten sehr preiswert. Ich habe enorm bei den Portokosten gespart. Keine Urlaubskarten gesucht, gekauft und geschrieben. Auch der Zeitgewinn war groß.

Für mein soziales Umfeld muss es sich so angefühlt haben, als wäre ich nie im Urlaub gewesen. Keine Rückmeldungen, keine Karten, kaum einer, der sich für meine Erzählungen interessieren wird.

Kategorie: Fühlen

Freitag, Juni 30, 2006

Nicht deutsch genug

Okay, zunächst Glückwunsch an die 11 Hanseln auf dem Rasen. Das war wirklich eine sehr nette Darbietung, auch wenn mein Herz für die Argentinier schlug. Sorry, aber die waren einfach um Welten süßer und heißer. Ich kann mir nicht helfen, ihre heißblütige Entschlossenheit hat mich echt angemacht. *g*

Hätten heute die optisch wesentlich gefälligeren Argentinier gewonnen (*rrr* die waren sehr süß), hätte eine reelle Chance bestanden, die nächsten Wochen wieder ruhig zuverbringen. Das sollte aber nicht sein, daher werde ich weiterhin leiden; hupenden Autos, alkoholisierte Fans, ein Nationalgefühl, das wir so zuletzt in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hatten und Fußballmania allerorten. Warum? Warum können wir uns nicht 'normal', also ohne diesen Fahnenkack und Deutschland-Lieder-Gröhlen freuen? Vielleicht kann ichs einfach nur nicht nachvollziehen und mir fehlt das deutsche Gen. Haha...


Kategorie: Fühlen

Sonntag, Juni 25, 2006

Fußballgenuss im Stillen

So schön das alles sein mag; die Fußball-WM (bei der sich manche schon so verhalten, als wäre sie gewonnen), die vielen fröhlichen Leute und die vielen hupenden Autos mit Fahnen - ich kann diese Freude nicht so recht teilen. Und gelte daher sicher schnell als der komische Schwule von nebenan.

Dabei möchte ich doch mal klarstellen, nicht die feiernden Massen haben die Spiele bisher gewonnen, sondern eine - ich verbessere mich - mehrere Hände voll Kicker, von denen Mann nur hoffen kann, dass sie bei ihrem Krankenstand nicht in unseren Krankenkassen versichert sind. Die vielfach betrunkenen, lauten und oftmals nicht besonders sportlichen Fans scheinen eine Aufwertung ihres Egos durch ein paar Siege in den Vorrunden zu erfahren. Gut. Bitteschön, dagegen habe ich noch nicht Mal etwas. Was wirklich stört sind diese vielen kleinen Fähnchen, dieser übertrieben Stolz, aber darauf ging ich ja bereits ein, und die ständige Belastung durch hupende Autos. Mal ehrlich, was haben hupende Autos mit Fußball zu tun? Da ich also nicht auch verzweifelt an meiner, ohnehin nicht vorhandenen Fahrradklingel rüttele, gelte ich sicher als die Spaßbremse schlechthin.

Auch kann ich nicht bei den fachlichen Gesprächen mitreden. Ich habe nach einigen WM-Spielen noch immer keine Ahnung, wie ein Eckball oder Abseits zustande kommt. Mein Augenmerk liegt da mehr auf den sportlichen Kickern. Fußball könnte für mich auch aus 80min Trikot-Tausch und 10min Spiel bestehen. Und ich fände es noch nicht mal schlimm, müsste keine Fahne schwenken, kein Bier trinken und auch keinen Lärm machen. Denn, wie sagt man?, der Genießer schweigt.

In diesem Sinne, uns allen noch viele Spiele mit sich anschließendem Trikot-Tausch.


Kategorie: Fühlen

Montag, Mai 15, 2006

Sympathien hegen

Es ist schon sehr befremdlich. Neulich brachte ich große Sympathien für meine Stadt auf.

Eine Frau lief schimpfend den Gehweg auf einen Stock gestützt entlang. Im Monolog regte sie sich zunächst über den schlechten Zustand der mit Katzenköpfen (das ist ein Kopfsteinpflaster, nicht dass jemand auf falsche Gedanken kommt) gedeckten Straße auf. Dabei stocherte sie frustriert in die Nieschen des Pflasters und klopfte mit ihrem Stock darauf herum.
Ihre Aufführung gewann an Schwung, als sie sich lauthals fragte, warum sie ausgerechnet hierher gekommen ist. Halle verwünschend verfluchte sie den Tag und ich dachte mir, es gibt wohl schlimmere Orte an denen man wohnt. Okay, es gibt allerdings auch nicht wenige schönere Orte ;-)

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Freitag, April 14, 2006

Der Straße folgen

Es gibt Dinge, die erfüllen mein Herz einfach mit Freude. Fahrradtouren zählen mit Sicherheit dazu. Ich liebe das Geräusch, das entsteht, wenn ein ordentlich aufgepumpter Fahrradreifen über den Asphalt läuft. Es ist so wunderbar verheißungsvoll und auf der anderen Seite auch beruhigend. Man könnte tagelang so weiterfahren, denn hinter jeder Kurve ein neuer Abschnitt und weder Wind noch Regen können einen wirklich zum Aussetzen bringen. Im Gegenteil, manchmal stachelt Wind einen noch "richtig" an.

Nach dem vielen Radfahren braucht man aber erstmal etwas zwischen die Zähne. Für Leipzig kann ich meinen langjährigen Indertip weiterreichen. Im Maha Radscha isst man sehr gut. Für meinen Teil darf ich das vegetarische Menu empfehlen.
Beruhigt darf man kulinarisch auch der Straße Richtung stadteinwärts folgen, im Volkshaus findet man ebenso gute Speißen. Hervorzuheben ist der Kräuterkäse auf Ruccola. Hier gibt es gutes Essen, hier bin ich Mensch und fühle ich mich wohl, wäre wohl das Credo...

Morgen geht es weiter nach Merseburg, dann haben wir schon knapp 150km geschafft. Optimal wären ja keine Pannen *g* Warten wir also ab.

Kategorie: Fühlen

Montag, April 10, 2006

Den Montag früh beginnen

So schön es sein mag als früher Vogel den Wurm zu fangen, ich persönlich fand bis dato nichts überwältigend Positives an diesem Spruch. Gemessen an der Zahl Vögel die es auf der Welt gibt, können nicht nur die frühen Vögel den Wurm fangen, es muss auch spätere Vögel geben, neben schrägen und komischen...

Ich hatte es so gewollt, heute sollte ich zu den frühen Vögeln zählen. Als erstes aufregendes Häppchen hatte ich mich für Childrens Writing eingetragen. Wunschgemäß wurde ich ab acht Uhr aufgefordert, kindgerecht die Zeile
Tony Blair won the 2004 elections
(oder so ähnlich) umzuschreiben. Mein Versuch war kläglich, aber in Anlehnung an die Gebrüder Grimm gab ich mein Bestes:
Mighty Tony Blair was named by his fellows as the leader of the glorious country of Great Britain. All of them wish him well for his reign.
Okay, ich glaube auch nicht, dass das besonders toll ist, aber vielleicht reicht es um meinen Dozenten gütig zu stimmen. Davon mal abgesehen, steht meine Teilnahme ja doch in den Sternen, neuerdings braucht man doch nen Grammar-Test-Schein um weiterhin teilzunehmen. Im Augenblick keine Ahnung, wie ich mich da vorbei mogeln will. Ich werde berichten.

Mein Brasilianisch-Kurs in Leipzig gestaltete sich hingegen durchweg positiv. Der Herr vom ICBRA erinnerte mich sehr an meinen Dozenten von der Indogermanistik, einziger Unterschied, er spricht Brasilianisch. Die Konzentration fiel mir allerdings nicht besonders leicht; neben wirklich schönen Sportstudenten zu sitzen die sich schichtweise ihrer Kleidung entledigen, ist bei verlangter Konzentration auf Brasilianisch eine Qual (insbesondere dann, wenn sie auch noch in gespielter Langerweile ihren Bizeps befühlen). Dennoch war es ein großer Spaß - unsere Lerngruppe ist irgendwie verdammt kuhhhl, scheint mir.

In Halle hatte meine Dozentin wieder sehr nette Worte für mich übrig, manchmal frage ich mich, wie sie es macht, dass sie immer irgendwie Recht hat und das auch noch mit einem sehr sympathischen Charakter sich paart. Faszinierend. Costa Rica: ja/nein ? - manche Entscheidungen nimmt einem keiner ab, egal ob man schon als erster Wurm von früh an darüber nachdenkt oder nicht.

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Mittwoch, September 28, 2005

Funktioniert leider nicht

Völlig egal, was man auch versucht; wie sehr man sich beliest. Manche Dinge laufen grundsätzlich nicht so, wie man es gern hätte.

Heute wäre ich gerne asexuell. Ich stelle mir vor, wie ungeheuer befreiend es wohl sein muss, wenn man sich eines fundamentalen Teiles meines unseres Lebens einfach für gewisse Zeit enledigen könnte.
Man käme nach Hause und hätte vielleicht mal nicht diesen Hunger auf Körperlichkeiten. Falls doch, dann würde man einen Apfel essen oder Mikadospielen - oder halt beides.

Man bräuchte sich keine Gedanken machen, ob es "so" gut war oder wie man sich das nächste Mal besser verständlich machen kann. Sex würde ja einfach nicht vorkommen.

Ohne Sex gäbe es keinen Fetisch, ohne den einige Probleme nicht, keine weiteren Sorgen. Wir wären alle wie Ameisen; gleich - würden in unserem Panzer stecken und lediglich mit den Fühlern winken. Sex gäbe es nicht, sämtliche dafür zu verwendende Energie würde man in den Transport von Materialen für die Ernährung unserer Larven stecken.

Für Ameisen sind wir aber zu groß.

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Sonntag, August 08, 2004

Gewohnheiten

Manchmal ist es ziemlich vertrackt. Man gewöhnt sich zu schnell an gewisse Dinge. Heute verstehe ich die Angst vor der Gewohnheit. Die Angst, die einsetzt, sobald man eine lieb gewonnene Gewohnheit nicht mehr genießen kann. So eine Angst fängt bei Belanglosigkeiten, wie dem Haarshampoo, welches man immer so mochte, das es aber jetzt auf einmal nicht mehr gibt,an, steigert sich in blanken Schmerz, wenn es um den Verlust von Menschen (sei es durch Wegzug oder gar Tod) oder der gewohnten Umgebung geht.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnheit ist ein Laster und dennoch versucht man schon Kleinkindern Gewohnheit und feste Abläufe zu bieten. Warum tun wir einander das an?
Ist es den Preis wert, den wir bezahlen müßen, wenn wir Gewöhnung zu gelassen haben und diese uns plötzlich verloren geht oder genommen wird? Hat man denn genug Zeit sich von manchen Dingen gebührend zu verabschieden?

Hat man Zeit, der Wohnung, dessen schiefe Wände man gehasst hat und nun schmerzlich vermißt, gebührend zu zeigen und zu sagen: „Ich gehe nun, danke für Alles.“? Deren Wände man gestrichen hat, mit Fotos verziert hat und deren Geruch man so gut kannte. Zwar konnte man ihn oftmals nicht genau beschreiben, aber es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass man hier – wo es so riecht – zu Hause zu sein oder einst war.

Sicher, man könnte alles fotografieren, man könnte Skizzen machen oder alles auf Video aufzeichnen. Aber keine dieser Aufzeichnungen wäre auch nun annähernd so gewaltig, wie das, was wir empfinden, wenn wir unsere Gewohnheiten vermissen.

Ich habe mir beim Aus-/Umzug von Leipzig nach Halle nicht viel Zeit genommen. Von einem auf den anderen Moment hat sich mein Umfeld verändert. Plötzlich war meine Umgebung in Leipzig und ich in Halle. Ich war sozusagen out-of-place. Es ist ein beschissenes Gefühl, zunächst nirgendwo daheim zu sein. Wenn die Macht der Gewohnheit einem mit jeder Sekunde mitteilt, dass hier eigentlich nichts so ist, wie es dort einst war.
Personen die man täglich sah, waren plötzlich weg. Ja, der gewohnte Rhythmus fehlte einfach.

Beim Auszug meiner Mutter und Oma aus unserer Wohnung habe ich viel mit geholfen. Längst nicht so viel wie ich gewollt hätte aber das ist nun nicht mehr zu ändern.
Aber ich habe eines getan: Ich habe mich in mein leeres Zimmer gesetzt. Dort wo nun nur noch meine alte Bettwand und meine Liege noch standen, habe ich mich hingesetzt. Ich wollte nichts anstößiges tun, lediglich mich von diesen Wänden, die so viel mit mir geteilt haben, verabschieden. Da saß ich nun, um mich herum kahle Wände. Ich habe es mir einfach besorgt. Was soll ich sagen?
Dieser Moment des Abschieds von Gewohnheiten sollte nichts trauriges haben. Vielleicht war es unterschwellig der Gedanke, eine Art Liebesbeweiß für diese Wände.

Mittlerweile bin ich auf dem Standpunkt, dass es nichts schlimmes ist, alten Gewohnheiten einen Ruheplatz in einer Ecke meines Kopfes und Herzens zu geben. Es ist aber entscheidend, mit sich selbst im Einverständnis zu sein, was den Zeitpunkt und die Art dieses Abschiedes betrifft.
Und dazu braucht man, in der Tat, lediglich sich selbst.

Kategorie: Fühlen

Montag, Mai 12, 2003

Morgen wie dieser

Es gibt Tage, die sollte man(n) grundsätzlich im Bett bleiben. Seltsamerweise erstreckt sich eben diese Anzahl von Tagen (ja, es sind mehrere solcher Tage) zwischen Montag und Freitag. Insbesondere hebt sich der erste Tag der Woche immer durch eine sehr reichhaltige Ausstattung an Missgeschicken hervor. So auch mein Montagmorgen im Februar.

Was richtig schrecklich (komisch – jedenfalls im Nachhinein) wird, beginnt schon nachts. Ich träume von Gabi Lipfert (einer Kollegin auf Arbeit), wie sie mich zurechtweist und ich am Ende fast verstört den Kindergarten verlasse. Ich bin mir zwar nicht mehr bewusst, was ich eigentlich falsch gemacht, bzw. was der Grund für ihre verbalen Entgleisung war, aber das, was sie sagte, saß. Ich erinnere mich noch, dass ich sie ziemlich verstört anblickte und sie nur meinte: „Glotz nicht so doof“.

Als mein Wecker dann losdudelt, lasse ich Vorsicht walten und vergewissere mich zunächst ob nicht doch eine G. Lipfert irgendwo in meinem Zimmer (womöglich auch noch im Bett ...) ist.
Innerlich erkläre ich die paar Daunen für sicher und schleiche ins Bad. Nach dem Toilettengang schreite ich dem ersten post-nächtlichen Ungeschick entgegen.

Unser Kühlschrank leidet ja bekanntlich, er muß immer mehr fassen, wenngleich sich die Anzahl der Verbraucher, die aus ihm lebt sich nicht (wie man annehmen sollte) proportional vergrößert. Wir veranstalten dann lieber einmal monatlich „Wirf das Zeug jetzt weg, sonst lebt es !“
Wenn es einen Gott gibt, hätte er mir heute um 06.04 Uhr beistehen müssen – er tat es nicht (Wieder mit seinen Engeln beschäftigt ?):
Ich öffne den Kühlschrank, die Tür schwingt auf, ich greife nach der leckeren Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre. Eine dermaßen trottelig abgestellte Dose Champignons fällt mir entgegen. Kommt auf dem Boden auf, platzt auf. Champignons befreien sich und kullern scheinbar wohl gelaunt über den Bodenbelag. Die Salzlauge fließt natürlich mit weg und alles ist lecker gewässert. Geschockt schließe ich die Kühlschranktür (wer weiß, was noch alles hervor kommt) und versuche, schnellstmöglich die flüchtigen Pilze zu stellen.
Glücklich, wieder alle eingesammelt zu haben will ich der Pilzdose den Platz meines Marmeladenglases geben und öffne die Tür. In dem Moment löst sich natürlich auch noch dieser Behälter in dem man Flaschen und dergleichen in der Tür abstellt. Alle Flaschen (teils Ketchup sehr alter – demzufolge auch guter ? – Jahrgänge) poltern aus der Tür. Ich stelle wutentbrannt die Flaschen an die Seite und spiele sehr ernsthaft mit dem Gedanken, wieder ins Bett zugehen und, zur Vermeidung weiterer gefährlicher Situationen, es nicht mehr zu verlassen.

Mein hoffnungslos übersteigerter Optimismus hält mich davon ab. Und ich angle vorsichtig nach der Packung Apfelmus und frühstücke. Aus der Packung ist es sich schlecht, deshalb (auch das stellt sich als fataler Fehler heraus) versuche ich, eine (!) Schale aus dem Schrank zu nehmen. Ich halte eine in der Hand und sämtliche verbleibende lösen sich aus dem Regal und poltern zu Boden. Wenn meine Mutter jetzt noch nicht wach ist, muss sie eigentlich schon fast taub sein. Mit konstantem „Scheiße, verdammte Scheiße“ auf den Lippen sammle ich alles ein. Ich widme mich wieder meinem Apfelmus und kann zumindest ohne weitere Unglücke frühstücken.

Auf dem Weg zur Arbeit schaffe ich es doch fast mit einem anderen Radfahrer zu kollidieren. Ein fast 6m breiter Weg animiert ihn dazu, von ganz links nach äußerst rechts die Spur zu wechseln. Ich bin schon nicht mehr in der Lage Verständnis aufzubringen und so überlasse ich ihm die Notbremsung und setzte meine Fahrt nach kurzem Gegrummel fort...

Kategorie: Fühlen