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Dienstag, Juni 21, 2011

Zest, die Zweite

Nach etlichen Jahren des mehr oder weniger regelmäßigen Essens im Zest in Leipzig, schreibe ich heute mal wieder eine kleine Lobeshymne Kritik.

Freitag, April 14, 2006

Der Straße folgen

Es gibt Dinge, die erfüllen mein Herz einfach mit Freude. Fahrradtouren zählen mit Sicherheit dazu. Ich liebe das Geräusch, das entsteht, wenn ein ordentlich aufgepumpter Fahrradreifen über den Asphalt läuft. Es ist so wunderbar verheißungsvoll und auf der anderen Seite auch beruhigend. Man könnte tagelang so weiterfahren, denn hinter jeder Kurve ein neuer Abschnitt und weder Wind noch Regen können einen wirklich zum Aussetzen bringen. Im Gegenteil, manchmal stachelt Wind einen noch "richtig" an.

Nach dem vielen Radfahren braucht man aber erstmal etwas zwischen die Zähne. Für Leipzig kann ich meinen langjährigen Indertip weiterreichen. Im Maha Radscha isst man sehr gut. Für meinen Teil darf ich das vegetarische Menu empfehlen.
Beruhigt darf man kulinarisch auch der Straße Richtung stadteinwärts folgen, im Volkshaus findet man ebenso gute Speißen. Hervorzuheben ist der Kräuterkäse auf Ruccola. Hier gibt es gutes Essen, hier bin ich Mensch und fühle ich mich wohl, wäre wohl das Credo...

Morgen geht es weiter nach Merseburg, dann haben wir schon knapp 150km geschafft. Optimal wären ja keine Pannen *g* Warten wir also ab.

Kategorie: Fühlen

Sonntag, August 08, 2004

Gewohnheiten

Manchmal ist es ziemlich vertrackt. Man gewöhnt sich zu schnell an gewisse Dinge. Heute verstehe ich die Angst vor der Gewohnheit. Die Angst, die einsetzt, sobald man eine lieb gewonnene Gewohnheit nicht mehr genießen kann. So eine Angst fängt bei Belanglosigkeiten, wie dem Haarshampoo, welches man immer so mochte, das es aber jetzt auf einmal nicht mehr gibt,an, steigert sich in blanken Schmerz, wenn es um den Verlust von Menschen (sei es durch Wegzug oder gar Tod) oder der gewohnten Umgebung geht.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnheit ist ein Laster und dennoch versucht man schon Kleinkindern Gewohnheit und feste Abläufe zu bieten. Warum tun wir einander das an?
Ist es den Preis wert, den wir bezahlen müßen, wenn wir Gewöhnung zu gelassen haben und diese uns plötzlich verloren geht oder genommen wird? Hat man denn genug Zeit sich von manchen Dingen gebührend zu verabschieden?

Hat man Zeit, der Wohnung, dessen schiefe Wände man gehasst hat und nun schmerzlich vermißt, gebührend zu zeigen und zu sagen: „Ich gehe nun, danke für Alles.“? Deren Wände man gestrichen hat, mit Fotos verziert hat und deren Geruch man so gut kannte. Zwar konnte man ihn oftmals nicht genau beschreiben, aber es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass man hier – wo es so riecht – zu Hause zu sein oder einst war.

Sicher, man könnte alles fotografieren, man könnte Skizzen machen oder alles auf Video aufzeichnen. Aber keine dieser Aufzeichnungen wäre auch nun annähernd so gewaltig, wie das, was wir empfinden, wenn wir unsere Gewohnheiten vermissen.

Ich habe mir beim Aus-/Umzug von Leipzig nach Halle nicht viel Zeit genommen. Von einem auf den anderen Moment hat sich mein Umfeld verändert. Plötzlich war meine Umgebung in Leipzig und ich in Halle. Ich war sozusagen out-of-place. Es ist ein beschissenes Gefühl, zunächst nirgendwo daheim zu sein. Wenn die Macht der Gewohnheit einem mit jeder Sekunde mitteilt, dass hier eigentlich nichts so ist, wie es dort einst war.
Personen die man täglich sah, waren plötzlich weg. Ja, der gewohnte Rhythmus fehlte einfach.

Beim Auszug meiner Mutter und Oma aus unserer Wohnung habe ich viel mit geholfen. Längst nicht so viel wie ich gewollt hätte aber das ist nun nicht mehr zu ändern.
Aber ich habe eines getan: Ich habe mich in mein leeres Zimmer gesetzt. Dort wo nun nur noch meine alte Bettwand und meine Liege noch standen, habe ich mich hingesetzt. Ich wollte nichts anstößiges tun, lediglich mich von diesen Wänden, die so viel mit mir geteilt haben, verabschieden. Da saß ich nun, um mich herum kahle Wände. Ich habe es mir einfach besorgt. Was soll ich sagen?
Dieser Moment des Abschieds von Gewohnheiten sollte nichts trauriges haben. Vielleicht war es unterschwellig der Gedanke, eine Art Liebesbeweiß für diese Wände.

Mittlerweile bin ich auf dem Standpunkt, dass es nichts schlimmes ist, alten Gewohnheiten einen Ruheplatz in einer Ecke meines Kopfes und Herzens zu geben. Es ist aber entscheidend, mit sich selbst im Einverständnis zu sein, was den Zeitpunkt und die Art dieses Abschiedes betrifft.
Und dazu braucht man, in der Tat, lediglich sich selbst.

Kategorie: Fühlen

Montag, Mai 12, 2003

Morgen wie dieser

Es gibt Tage, die sollte man(n) grundsätzlich im Bett bleiben. Seltsamerweise erstreckt sich eben diese Anzahl von Tagen (ja, es sind mehrere solcher Tage) zwischen Montag und Freitag. Insbesondere hebt sich der erste Tag der Woche immer durch eine sehr reichhaltige Ausstattung an Missgeschicken hervor. So auch mein Montagmorgen im Februar.

Was richtig schrecklich (komisch – jedenfalls im Nachhinein) wird, beginnt schon nachts. Ich träume von Gabi Lipfert (einer Kollegin auf Arbeit), wie sie mich zurechtweist und ich am Ende fast verstört den Kindergarten verlasse. Ich bin mir zwar nicht mehr bewusst, was ich eigentlich falsch gemacht, bzw. was der Grund für ihre verbalen Entgleisung war, aber das, was sie sagte, saß. Ich erinnere mich noch, dass ich sie ziemlich verstört anblickte und sie nur meinte: „Glotz nicht so doof“.

Als mein Wecker dann losdudelt, lasse ich Vorsicht walten und vergewissere mich zunächst ob nicht doch eine G. Lipfert irgendwo in meinem Zimmer (womöglich auch noch im Bett ...) ist.
Innerlich erkläre ich die paar Daunen für sicher und schleiche ins Bad. Nach dem Toilettengang schreite ich dem ersten post-nächtlichen Ungeschick entgegen.

Unser Kühlschrank leidet ja bekanntlich, er muß immer mehr fassen, wenngleich sich die Anzahl der Verbraucher, die aus ihm lebt sich nicht (wie man annehmen sollte) proportional vergrößert. Wir veranstalten dann lieber einmal monatlich „Wirf das Zeug jetzt weg, sonst lebt es !“
Wenn es einen Gott gibt, hätte er mir heute um 06.04 Uhr beistehen müssen – er tat es nicht (Wieder mit seinen Engeln beschäftigt ?):
Ich öffne den Kühlschrank, die Tür schwingt auf, ich greife nach der leckeren Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre. Eine dermaßen trottelig abgestellte Dose Champignons fällt mir entgegen. Kommt auf dem Boden auf, platzt auf. Champignons befreien sich und kullern scheinbar wohl gelaunt über den Bodenbelag. Die Salzlauge fließt natürlich mit weg und alles ist lecker gewässert. Geschockt schließe ich die Kühlschranktür (wer weiß, was noch alles hervor kommt) und versuche, schnellstmöglich die flüchtigen Pilze zu stellen.
Glücklich, wieder alle eingesammelt zu haben will ich der Pilzdose den Platz meines Marmeladenglases geben und öffne die Tür. In dem Moment löst sich natürlich auch noch dieser Behälter in dem man Flaschen und dergleichen in der Tür abstellt. Alle Flaschen (teils Ketchup sehr alter – demzufolge auch guter ? – Jahrgänge) poltern aus der Tür. Ich stelle wutentbrannt die Flaschen an die Seite und spiele sehr ernsthaft mit dem Gedanken, wieder ins Bett zugehen und, zur Vermeidung weiterer gefährlicher Situationen, es nicht mehr zu verlassen.

Mein hoffnungslos übersteigerter Optimismus hält mich davon ab. Und ich angle vorsichtig nach der Packung Apfelmus und frühstücke. Aus der Packung ist es sich schlecht, deshalb (auch das stellt sich als fataler Fehler heraus) versuche ich, eine (!) Schale aus dem Schrank zu nehmen. Ich halte eine in der Hand und sämtliche verbleibende lösen sich aus dem Regal und poltern zu Boden. Wenn meine Mutter jetzt noch nicht wach ist, muss sie eigentlich schon fast taub sein. Mit konstantem „Scheiße, verdammte Scheiße“ auf den Lippen sammle ich alles ein. Ich widme mich wieder meinem Apfelmus und kann zumindest ohne weitere Unglücke frühstücken.

Auf dem Weg zur Arbeit schaffe ich es doch fast mit einem anderen Radfahrer zu kollidieren. Ein fast 6m breiter Weg animiert ihn dazu, von ganz links nach äußerst rechts die Spur zu wechseln. Ich bin schon nicht mehr in der Lage Verständnis aufzubringen und so überlasse ich ihm die Notbremsung und setzte meine Fahrt nach kurzem Gegrummel fort...

Kategorie: Fühlen