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Freitag, Juni 30, 2006

Nicht deutsch genug

Okay, zunächst Glückwunsch an die 11 Hanseln auf dem Rasen. Das war wirklich eine sehr nette Darbietung, auch wenn mein Herz für die Argentinier schlug. Sorry, aber die waren einfach um Welten süßer und heißer. Ich kann mir nicht helfen, ihre heißblütige Entschlossenheit hat mich echt angemacht. *g*

Hätten heute die optisch wesentlich gefälligeren Argentinier gewonnen (*rrr* die waren sehr süß), hätte eine reelle Chance bestanden, die nächsten Wochen wieder ruhig zuverbringen. Das sollte aber nicht sein, daher werde ich weiterhin leiden; hupenden Autos, alkoholisierte Fans, ein Nationalgefühl, das wir so zuletzt in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hatten und Fußballmania allerorten. Warum? Warum können wir uns nicht 'normal', also ohne diesen Fahnenkack und Deutschland-Lieder-Gröhlen freuen? Vielleicht kann ichs einfach nur nicht nachvollziehen und mir fehlt das deutsche Gen. Haha...


Kategorie: Fühlen

Sonntag, Juni 25, 2006

Fußballgenuss im Stillen

So schön das alles sein mag; die Fußball-WM (bei der sich manche schon so verhalten, als wäre sie gewonnen), die vielen fröhlichen Leute und die vielen hupenden Autos mit Fahnen - ich kann diese Freude nicht so recht teilen. Und gelte daher sicher schnell als der komische Schwule von nebenan.

Dabei möchte ich doch mal klarstellen, nicht die feiernden Massen haben die Spiele bisher gewonnen, sondern eine - ich verbessere mich - mehrere Hände voll Kicker, von denen Mann nur hoffen kann, dass sie bei ihrem Krankenstand nicht in unseren Krankenkassen versichert sind. Die vielfach betrunkenen, lauten und oftmals nicht besonders sportlichen Fans scheinen eine Aufwertung ihres Egos durch ein paar Siege in den Vorrunden zu erfahren. Gut. Bitteschön, dagegen habe ich noch nicht Mal etwas. Was wirklich stört sind diese vielen kleinen Fähnchen, dieser übertrieben Stolz, aber darauf ging ich ja bereits ein, und die ständige Belastung durch hupende Autos. Mal ehrlich, was haben hupende Autos mit Fußball zu tun? Da ich also nicht auch verzweifelt an meiner, ohnehin nicht vorhandenen Fahrradklingel rüttele, gelte ich sicher als die Spaßbremse schlechthin.

Auch kann ich nicht bei den fachlichen Gesprächen mitreden. Ich habe nach einigen WM-Spielen noch immer keine Ahnung, wie ein Eckball oder Abseits zustande kommt. Mein Augenmerk liegt da mehr auf den sportlichen Kickern. Fußball könnte für mich auch aus 80min Trikot-Tausch und 10min Spiel bestehen. Und ich fände es noch nicht mal schlimm, müsste keine Fahne schwenken, kein Bier trinken und auch keinen Lärm machen. Denn, wie sagt man?, der Genießer schweigt.

In diesem Sinne, uns allen noch viele Spiele mit sich anschließendem Trikot-Tausch.


Kategorie: Fühlen

Freitag, Mai 05, 2006

Wie es ist ein Spielverderber zu sein

Wo soll das alles nur noch hinführen? Es gibt nichts, was in den letzten Wochen nicht auch zum WM-Hit wurde. Ein paar Beispiele?

Da waren die unzähligen, in Form und Ausführung jedoch gleichermaßen unvollkommenen Maskottchen, über die ich als notorischer Fußballgegner immer noch hinwegsehen konnte (wenngleich manche schon als Verletzung des guten Geschmacks gelten mögen). Da waren die mehr oder weniger nachvollziehbaren Verknüpfungen von Tischfass und PVC-Fußball im Miniformat oder aber die Schokoladenpralinen, denen jetzt ein gefüllter Schokoladenfußball (also nichts anderes als eine runde Praline) beiliegt. Nicht zu vergessen, das Fußballeis (welches sich rein äußerlich, und von der Umverpackung schließe ich, es dürfte bei der Süßspeiße ansich nicht anders sein) nicht besonders rund daher kommt. Vielmehr erinnert es mich an eine gewöhnliche Eistüte. Das darf ich aber so nicht sagen, dann werde ich gleich als WM-Gegner stigmatisiert.

Für den echten WM-Fan gibt es neben unzähligen weiteren Schlüsselbändchen, Bierkrügchen und anderen esentiellen Ausrüstungsgegenständen, WM-Angebote bei führenden Elektronik-Discountern und Kaffeeröstereien.

Was mir fehlt? Die Anti-WM-Angebote! In der veganen Tradition verschließe ich mich dem runden Leder. Stattdessen möchte ich allen interessierten Lesern vorschlagen, wir spielen auf der Straße mit bunten Glasmurmeln, trinken Karottensaft und knabbern Smørrebrød. Wir suchen die jeweils am lautesten jubelnden Fans der Straße auf, sagen was wir davon halten und durchtrennen mit hochwichtiger Mine das Netzkabel aller Rundfunkgeräte in der Wohnung. Ist die Mehrheit aller Haushalte der Straße ohne funktionierende Rundfunkgeräte und 90 Minuten noch nicht vorbei, haben wir gewonnen und können noch bis Mitternacht zu Smørrebrød und Murmeln zurückkehren. Falls nicht, müssen wir es sicher in der Folge mit militanten Fußballfans aufnehmen...

Kategorie: Wie es ist