Good Surf? - Yeah, caught a couple of good ins.
Will heißen: Endlich mal keine Rentner im Schwimmbad, die eher auf dem Wasser treiben als sich aus eigener Kraft zu bewegen. Schönes Wetter hat wirklich seine guten Seiten.
PS: In meinem Hof gucken mich vier niedliche Popos von ansonsten prolligen Hetero-Autoschrauber-Jungs an.
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Mittwoch, April 01, 2009
Montag, September 04, 2006
Wie es ist nicht schwul zu sein
Würde über mein Sexleben ein Artikel in der Wikipedia geführt, so stände darüber "This article is a stub. You can help by expanding it."
Es könnte sicher schlimmer sein, um kategorischen Nörglern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es könnte aber auch besser sein. Nach jedem Orgasmus in letzter Zeit beschlichen mich Gedanken wie: das kannst du geiler haben, das kann man sicher anders machen, mit dem und dem würdest du gerne mal - und überhaupt, es wär nett, wenn hier mal richtig die Post abginge. (Mit meinen gesunkenen Ansprüchen wäre es für mich Grund zur Freude, würde mein Freund statt schweren Seufzern mal über schwere Eier klagen und sich nicht gleich bei der ersten Berührung panikartig wie eine Nacktschnecke zusammen ziehen...
Die Realität ist aber weitaus ernüchternder. Ich glaube fast, ich bin heute (sagen wir "jetzt")im asexuellen Zustand des modernen Menschen angekommen. Das Kuriosum ist, dass mich 90% der potentiell erreichbaren Leute nicht reizen. Neulich war ich auf nem lesbischwulen Straßenfest und außer den toleranten aber nicht zwangsläufig an Sex interessierten Punks (und meinem Freund, gleiche Interessenlage auch für ihn), war da nichts, was irgendwie anturnend gewesen wäre. Am Rande sei die Bemerkung gestattet, dass ich die Leiterin von ner lokalen Lesbeneinrichtung bis mir jemand steckte, dass sie ne Frau ist, total heiß fand. Sah halt wie'n süßer Typ aus. Sorry..
Daher habe ich überlegt, ob ich überhaupt schwul bin. Immerhin spricht eigentlich nicht viel für mein Schwulsein: ich dusche, rasiere und pflege mich wie jeder Durchschnittshetero (bei den heutigen Maßstäben liege ich wahrscheinlich schon an der Grenze zu ungepflegt), gehe halb sooft wie in der Men's Health empfohlen zu Friseur und kann mit einer Bohrmaschine umgehen, ohne mich lebensgefährlich zu verletzen. Ich meine, dass sind alles keine harten Fakten, aber außer dass ich (meistens? Irgendwie haben Frauen doch körperliche Aspekte, mit denen ich nicht klarkommen kann, an sich, möglicherweise stellen Lesben da eine Ausnahme dar - ich recherchiere noch) auf Männer stehe, habe ich inzwischen mehr Inkompatibilitäten als Gemeinsamkeiten mit Schwulen feststellen können. Wenn ich mich vergucke, dann grundsätzlich in das megatolerante Alphamännchen des Heteropaares das zum Straßenfest vorbeischaut oder in Punks nicht zu determinierender sexueller Ausrichtung (was ja nichts negatives bedeuten muss).
Ich will mich ja nicht beschweren, aber wo sind die gottverdammten Klubs, Vereine, Sticker, Halsbänder, Foren und Präventionsmaßnahmen für Leute wie mich? Warum muss alles immer rosarot oder bärig sein, was für Schwule ist? (Genauso gut könnte ich fragen: Warum muss alles was mit SM oder Latex, Lack und Kunstleder zu tun hat, bei Gothic Music oder ebensolchen Klubs stattfinden?)
Ein kleiner Trost ist ja, dass 3 von 3 Schwulen meines Bekanntenkreises auch so drauf sind (wir also nur noch 2 weitere Leute für unseren eigenen Verein zum Betreiben von Ausgrenzung benötigen) und der Anfang für den Wiki-Artikel jetzt gemacht ist. Und mal ehrlich, ich kenne keinen Stub, der so ausführlich ist...
Kategorie: Wie es ist
Es könnte sicher schlimmer sein, um kategorischen Nörglern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es könnte aber auch besser sein. Nach jedem Orgasmus in letzter Zeit beschlichen mich Gedanken wie: das kannst du geiler haben, das kann man sicher anders machen, mit dem und dem würdest du gerne mal - und überhaupt, es wär nett, wenn hier mal richtig die Post abginge. (Mit meinen gesunkenen Ansprüchen wäre es für mich Grund zur Freude, würde mein Freund statt schweren Seufzern mal über schwere Eier klagen und sich nicht gleich bei der ersten Berührung panikartig wie eine Nacktschnecke zusammen ziehen...
Die Realität ist aber weitaus ernüchternder. Ich glaube fast, ich bin heute (sagen wir "jetzt")im asexuellen Zustand des modernen Menschen angekommen. Das Kuriosum ist, dass mich 90% der potentiell erreichbaren Leute nicht reizen. Neulich war ich auf nem lesbischwulen Straßenfest und außer den toleranten aber nicht zwangsläufig an Sex interessierten Punks (und meinem Freund, gleiche Interessenlage auch für ihn), war da nichts, was irgendwie anturnend gewesen wäre. Am Rande sei die Bemerkung gestattet, dass ich die Leiterin von ner lokalen Lesbeneinrichtung bis mir jemand steckte, dass sie ne Frau ist, total heiß fand. Sah halt wie'n süßer Typ aus. Sorry..
Daher habe ich überlegt, ob ich überhaupt schwul bin. Immerhin spricht eigentlich nicht viel für mein Schwulsein: ich dusche, rasiere und pflege mich wie jeder Durchschnittshetero (bei den heutigen Maßstäben liege ich wahrscheinlich schon an der Grenze zu ungepflegt), gehe halb sooft wie in der Men's Health empfohlen zu Friseur und kann mit einer Bohrmaschine umgehen, ohne mich lebensgefährlich zu verletzen. Ich meine, dass sind alles keine harten Fakten, aber außer dass ich (meistens? Irgendwie haben Frauen doch körperliche Aspekte, mit denen ich nicht klarkommen kann, an sich, möglicherweise stellen Lesben da eine Ausnahme dar - ich recherchiere noch) auf Männer stehe, habe ich inzwischen mehr Inkompatibilitäten als Gemeinsamkeiten mit Schwulen feststellen können. Wenn ich mich vergucke, dann grundsätzlich in das megatolerante Alphamännchen des Heteropaares das zum Straßenfest vorbeischaut oder in Punks nicht zu determinierender sexueller Ausrichtung (was ja nichts negatives bedeuten muss).
Ich will mich ja nicht beschweren, aber wo sind die gottverdammten Klubs, Vereine, Sticker, Halsbänder, Foren und Präventionsmaßnahmen für Leute wie mich? Warum muss alles immer rosarot oder bärig sein, was für Schwule ist? (Genauso gut könnte ich fragen: Warum muss alles was mit SM oder Latex, Lack und Kunstleder zu tun hat, bei Gothic Music oder ebensolchen Klubs stattfinden?)
Ein kleiner Trost ist ja, dass 3 von 3 Schwulen meines Bekanntenkreises auch so drauf sind (wir also nur noch 2 weitere Leute für unseren eigenen Verein zum Betreiben von Ausgrenzung benötigen) und der Anfang für den Wiki-Artikel jetzt gemacht ist. Und mal ehrlich, ich kenne keinen Stub, der so ausführlich ist...
Kategorie: Wie es ist
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Wie es ist
Mittwoch, Juni 14, 2006
Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann
Meinen Blick durch das Zeit-Thema dieser Woche geschärft, habe ich auch einige Beobachtungen zu "Wie Männer sind" beizutragen. (Außerdem verspüre ich ohnehin immer große Freude, wenn ich mich auf höchst wissenschaftliche und empirische Weise meinem eigenen Geschlecht annähern darf :P )
Zunächst (wenn auch nicht ganz unvoreingenommen): Männer sind toll!
Können die Redakteure schreiben, was sie wollen. Eine Welt ohne Männer stelle ich mir entsetzlich langweilig vor. Nebenbei gesagt sympathisiere ich auch stark mit der Ansicht, dass Männer alles als ein großes Spiel sehen. Ich glaube, da ist echt was dran und es führt uns zur zweiten (wissenschaftlich hoffentlich verwertbaren) Erkenntnis: Männer sind Sportler.
Ja, auch wenn manche nicht so aussehen, im tiefsten Inneren sind alle Männer Sportler. Ein Quentchen Ehrgeiz ist in jedem Typen, sei es auch nur, um beim Zocken an der Playstation zu gewinnen. Allerdings geht der Ehrgeiz noch viel weiter (hier wird es komplexer): Männer sehen in fast allem eine Herausforderung. Der Ehrgeiz überträgt sich auf sämtliche Stationen des Lebens. Ob es nun darum geht süße Mädels anzuflirten (respektive junge Typen abzuschleppen [Schwule sind da etwas effizienter ;-) ]) oder das schnellere Auto, ps-stärkere Motorrad oder teurere Flugzeug zu haben, Männer bauen sich gerne eine Welt der Superlative. Unter Schwulen (und auch Heteros, um fair zu bleiben) geht es um Schwanzlängen und -Durchmesser und tausend lustige (teils auch gefährlich anmutende) Maschinen sollen auf olympischen Wege des ein oder anderen Mannes Manneskraft vergrößern. Wenn das nicht klappt ist es aber auch nicht so wild, denn: Männer sind Perfektionisten. Und das meine ich nicht nur in Hinblick auf heimwerkelnde Individuen. Nein, richtig perfektionistisch ist die Garderobe der meisten Männer. Wie oft habe ich schon farblich identische Kombinationen aus Top und Socke, Shirt und Schuh oder aber Armband und Hose gelobt. Das ist noch viel eindrucksvoller, wenn man sich mal vor Augen führt, dass jede Herrenabteilung ein Viertel der Größe der Damenabteilung hat und vermutlich doppelt so viele "Männer müssen draußen bleiben"-Läden existieren als umgekehrt. Daher kommt auch: Männer haben Defekte. Der perfektionistische Drang hört auch hinter der farblichen Abstimmung von Socke und Top nicht auf. Socken müssen zu Schuhen passen, Shirts zu Hosen, Hosen zu Gürteln, Sixpacks zu Gürtelschnallen, Piercings zum Körper, Haare zum Parfüm und man(n) selbst zur/zum PartnerIn. Mit diesen esentiellen Fragestellungen kommen schon wir Männer nicht klar. Und dann versucht man mir an einer Stelle des Besagten Zeit-Beitrages einzureden, Männer bräuchten Frauen, die für sie Kleidung kaufen (und damit indirekt für ihr Äußeres sorgen). Das kann ich nicht glauben, ich habe noch keine Männer gesehen, die versucht haben ihren Körper in eine drei Nummern zu kleine Jeans zu pferchen und dies auch noch als sexy zu rechtfertigten. Nein, nein, Der Sinn für Mode kann nichts exklusiv weibliches sein. Neben dem Defekt, sich ständig schlanker als sie tatsächlich sind einzuschätzen, leiden viele Frauen an einem weiteren Defekt. Sie nehmen alles viel zu ernst. Männer müssen auch studieren, lernen und pauken, aber bei alledem bleibt doch Zeit für ein Spiel. Männer werden nicht älter. Sie erhalten sich ihren Übermut und Unvernunft. Erwachsene Männer gibt es nicht. Und daher gibt es auch kein Nein für Männer. Im Gegenteil, ein Nein ist doch eigentlich die ziemlich direkte Aufforderung zur Ergründung der Frage "Was wäre, wenn ich's doch tu?". Ich sah Männer, die auf übermütig-zärtliche Weise ihre Freundin vom Lernen abhielten, den Stift zerbrachen und auf impertinente und doch nette Art die Angleichung der nachmittaglichen Prioritäten ihrer Freundin vornahmen.
Mal ehrlich, was wäre die Welt ohne all diese Männer?
Kategorie: Denken
Zunächst (wenn auch nicht ganz unvoreingenommen): Männer sind toll!
Können die Redakteure schreiben, was sie wollen. Eine Welt ohne Männer stelle ich mir entsetzlich langweilig vor. Nebenbei gesagt sympathisiere ich auch stark mit der Ansicht, dass Männer alles als ein großes Spiel sehen. Ich glaube, da ist echt was dran und es führt uns zur zweiten (wissenschaftlich hoffentlich verwertbaren) Erkenntnis: Männer sind Sportler.
Ja, auch wenn manche nicht so aussehen, im tiefsten Inneren sind alle Männer Sportler. Ein Quentchen Ehrgeiz ist in jedem Typen, sei es auch nur, um beim Zocken an der Playstation zu gewinnen. Allerdings geht der Ehrgeiz noch viel weiter (hier wird es komplexer): Männer sehen in fast allem eine Herausforderung. Der Ehrgeiz überträgt sich auf sämtliche Stationen des Lebens. Ob es nun darum geht süße Mädels anzuflirten (respektive junge Typen abzuschleppen [Schwule sind da etwas effizienter ;-) ]) oder das schnellere Auto, ps-stärkere Motorrad oder teurere Flugzeug zu haben, Männer bauen sich gerne eine Welt der Superlative. Unter Schwulen (und auch Heteros, um fair zu bleiben) geht es um Schwanzlängen und -Durchmesser und tausend lustige (teils auch gefährlich anmutende) Maschinen sollen auf olympischen Wege des ein oder anderen Mannes Manneskraft vergrößern. Wenn das nicht klappt ist es aber auch nicht so wild, denn: Männer sind Perfektionisten. Und das meine ich nicht nur in Hinblick auf heimwerkelnde Individuen. Nein, richtig perfektionistisch ist die Garderobe der meisten Männer. Wie oft habe ich schon farblich identische Kombinationen aus Top und Socke, Shirt und Schuh oder aber Armband und Hose gelobt. Das ist noch viel eindrucksvoller, wenn man sich mal vor Augen führt, dass jede Herrenabteilung ein Viertel der Größe der Damenabteilung hat und vermutlich doppelt so viele "Männer müssen draußen bleiben"-Läden existieren als umgekehrt. Daher kommt auch: Männer haben Defekte. Der perfektionistische Drang hört auch hinter der farblichen Abstimmung von Socke und Top nicht auf. Socken müssen zu Schuhen passen, Shirts zu Hosen, Hosen zu Gürteln, Sixpacks zu Gürtelschnallen, Piercings zum Körper, Haare zum Parfüm und man(n) selbst zur/zum PartnerIn. Mit diesen esentiellen Fragestellungen kommen schon wir Männer nicht klar. Und dann versucht man mir an einer Stelle des Besagten Zeit-Beitrages einzureden, Männer bräuchten Frauen, die für sie Kleidung kaufen (und damit indirekt für ihr Äußeres sorgen). Das kann ich nicht glauben, ich habe noch keine Männer gesehen, die versucht haben ihren Körper in eine drei Nummern zu kleine Jeans zu pferchen und dies auch noch als sexy zu rechtfertigten. Nein, nein, Der Sinn für Mode kann nichts exklusiv weibliches sein. Neben dem Defekt, sich ständig schlanker als sie tatsächlich sind einzuschätzen, leiden viele Frauen an einem weiteren Defekt. Sie nehmen alles viel zu ernst. Männer müssen auch studieren, lernen und pauken, aber bei alledem bleibt doch Zeit für ein Spiel. Männer werden nicht älter. Sie erhalten sich ihren Übermut und Unvernunft. Erwachsene Männer gibt es nicht. Und daher gibt es auch kein Nein für Männer. Im Gegenteil, ein Nein ist doch eigentlich die ziemlich direkte Aufforderung zur Ergründung der Frage "Was wäre, wenn ich's doch tu?". Ich sah Männer, die auf übermütig-zärtliche Weise ihre Freundin vom Lernen abhielten, den Stift zerbrachen und auf impertinente und doch nette Art die Angleichung der nachmittaglichen Prioritäten ihrer Freundin vornahmen.
Mal ehrlich, was wäre die Welt ohne all diese Männer?
Kategorie: Denken
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nicht schwul,
Selbstverständnis
Dienstag, Mai 02, 2006
Veränderung
Auf die Frage
Unser, wenn gleich auch nicht verheißungsvoller Beginn muss wohl vor 5 Jahren gewesen sein. Von da an zahllose sprachlosmachende Momente, unaufgefordert gezeigte (Selbst-)Bildnisse und leichtfertige Bekenntnisse.
Alles war so schön aufgeräumt, Brüche gab es kaum.
Es gab schwul und dann, ja dann gabs da draußen auch noch die Anderen. Das Andere war anders; war hetero, war dick, war dünn, war klug, war dumm, war unbequem. Wir waren drin, alle andere draußen. Drin war es warm, aufgeräumt (die meisten sahen aus wie alle anderen von uns auch), Probleme hatten wir nie, sei denn die Haare waren nicht perfekt (grooooßes Problem!!). Hinter der rosa Brille zog die Welt so vorbei; Gewalt, aufkeimender Rechtsradikalismus, Klimaveränderungen und Armut interessierten die meisten nicht weiter - sind auch denkbar ungeeignete Themen für nen unbeschwerten Abend, das gebe ich ja zu.
Und plötzlich merkte ich: Bist gar nicht drin sondern draußen. Die Welt ist nicht rosa, die wenigsten Probleme schwulenspezifisch und deine Selbstsicht nicht in erster Linie schwul, dein Alltagslook nicht der des Latexfreaks, der attraktive Typ gegenüber ein Mensch, nicht nur heißer Body mit süßem Face. Die immerwährenden Offerten zu Sex sind Ausdruck gesteigerter Langerweile und oftmals trauriges Selbstbekenntnis uniformer Lifestyle-Opfer.
Ich wollte daraufhin schreien, doch kaum jemand hört zu. Die sind beschäftigt mit ihrem kümmerlichen Selbst.
Fällt man durchs erste Raster oder lässt man sich nicht einordnen ist man für die Masse gestorben.
Für die meisten Schwulen bin ich, sobald ich mich artikuliere befremdlich bis hin zu angsteinflößend. Die meisten Leute der schönen heilen schwulen Welt sind mir suspekt, unverständlich, oberflächlich, ja, meist unsympathisch. Die schöne schwule heile Welt ist nicht und ich bin nicht sie. Sie ist ein falsches Konstrukt, repräsentiert unzureichend die Facetten, ist Schutz vor allen unbequemen Belangen und maximal ein schlechter Hort, aus dem es sich lieber gestern als heute gilt wieder zu emanzipieren.
Was ich dann bin? Wieder ein Stück weiter und sehr froh über die gewonnene Zeit.
Kategorie: Denken
Würden Sie sich vorrangig einer Gruppe nach sexueller Ausrichtung zuordnen?habe ich mit "Nein" geantwortet. Über die Deaktivierung meines Profils denke ich auch schon länger nach. Seit einer ganzen Weile passen wir, die schöne schwule heile Welt und ich, nicht mehr zusammen. Schade, dabei hatten wir so "unendlich viel Spaß" zusammen.
Unser, wenn gleich auch nicht verheißungsvoller Beginn muss wohl vor 5 Jahren gewesen sein. Von da an zahllose sprachlosmachende Momente, unaufgefordert gezeigte (Selbst-)Bildnisse und leichtfertige Bekenntnisse.
Alles war so schön aufgeräumt, Brüche gab es kaum.
Es gab schwul und dann, ja dann gabs da draußen auch noch die Anderen. Das Andere war anders; war hetero, war dick, war dünn, war klug, war dumm, war unbequem. Wir waren drin, alle andere draußen. Drin war es warm, aufgeräumt (die meisten sahen aus wie alle anderen von uns auch), Probleme hatten wir nie, sei denn die Haare waren nicht perfekt (grooooßes Problem!!). Hinter der rosa Brille zog die Welt so vorbei; Gewalt, aufkeimender Rechtsradikalismus, Klimaveränderungen und Armut interessierten die meisten nicht weiter - sind auch denkbar ungeeignete Themen für nen unbeschwerten Abend, das gebe ich ja zu.
Und plötzlich merkte ich: Bist gar nicht drin sondern draußen. Die Welt ist nicht rosa, die wenigsten Probleme schwulenspezifisch und deine Selbstsicht nicht in erster Linie schwul, dein Alltagslook nicht der des Latexfreaks, der attraktive Typ gegenüber ein Mensch, nicht nur heißer Body mit süßem Face. Die immerwährenden Offerten zu Sex sind Ausdruck gesteigerter Langerweile und oftmals trauriges Selbstbekenntnis uniformer Lifestyle-Opfer.
Ich wollte daraufhin schreien, doch kaum jemand hört zu. Die sind beschäftigt mit ihrem kümmerlichen Selbst.
Fällt man durchs erste Raster oder lässt man sich nicht einordnen ist man für die Masse gestorben.
Für die meisten Schwulen bin ich, sobald ich mich artikuliere befremdlich bis hin zu angsteinflößend. Die meisten Leute der schönen heilen schwulen Welt sind mir suspekt, unverständlich, oberflächlich, ja, meist unsympathisch. Die schöne schwule heile Welt ist nicht und ich bin nicht sie. Sie ist ein falsches Konstrukt, repräsentiert unzureichend die Facetten, ist Schutz vor allen unbequemen Belangen und maximal ein schlechter Hort, aus dem es sich lieber gestern als heute gilt wieder zu emanzipieren.
Was ich dann bin? Wieder ein Stück weiter und sehr froh über die gewonnene Zeit.
Kategorie: Denken
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nicht schwul,
Protest,
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