Posts mit dem Label Werbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Werbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, November 23, 2009

Von der problematischen Ästhetisierung

faschistischer Symbolik. Habe gerade dieses Bild gefunden und festgestellt, wie erschreckend genau es eine gesellschaftliche Position verdeutlicht, die leider ziemlich verbreitet ist...


(gefunden bei http://queerograd.antville.org/)

Sonntag, Oktober 11, 2009

Everything is OK

This carriage has been designated the 'happy carriage'. Only people who pretend to smile are welcome on this carriage. If you want to remain miserable, please move to another 'miserable carriage' as soon as possible.

Breaking News: Swine Flew can now be caught through eye contact. Please avoid all eye contact with all other human beings.

Samstag, Dezember 20, 2008

Die schönsten Franzosen

kommen nicht zwangsläufig aus Berlin oder Paris. Non, sie kommen aus Bitburg (Oui, genau, da wo auch die Bier herkommt, die so schön prickelte, oder war das ein anderes?). Im besten Falle heißen die schönsten Franzosen auch noch Jean-Marc Barr und sehen umwerfend aus.

Liebe hörere Gewalt, mach, dass ich mit 45 oder mehr Jahren auch so verdammt attraktiv aussehe und lass eine Zeitdimensionenverschiebung zu, so dass ich ihn treffen kann. Ich gebe zu, der appetitlichste Schauspieler in Meeresfrüchte (Crustacés et coquillages) war auch Barr. Und heute, mache ich es wie Rodó, besinne mich und lache, denn am Abend läuft auf Timm ein Film mit Barr in der Hauptrolle.

Das wird ein Abend. Die Roche würde jetzt schreiben, sie wird feucht oder so. Hab ich nicht nötig! Ich ziehe mich zurück und genieße im Stillen. Um den Umstand entsprechend zu würdigen, könnte man glatt ein Bitburger Singha-Bier als Begleitung auserwählen.

Mittwoch, Januar 02, 2008

From Russia With Love: Ya lyublyu tebya (Review)

Neues Jahr hin oder her, ein paar Sachen hängen noch aus dem alten Jahr nach:

You I Love (2004)
Dieser Film hat mein Harmoniebedürfnis wirklich beinahe vollständig gedeckt und mein ästhetisches Empfinden auf angenehme Weise "stimuliert".



Wer meint, ein guter Film müsse zwangsläufig in seiner Handlung komplex oder hochkarätig besetzt sein, dem sei "You I Love" ans Herz gelegt. Ich bin nicht hinreichend über den Bekanntheitsgrad Damir Badmaevs (im Film Uloomji) informiert, würde aber behaupten, er zählte vor seinem Auftritt in "You I Love" nicht zu den Größen des russischen Filmbusiness.

Die Handlung ist einfach, linear, nicht hektisch. Mit der Begegnung Timofeis (Evgeny Koryakovsky) und Veras (Lyubov Tolkalina) in einer Betriebskantine wird eine sich entwickelnde Liebesbeziehung gezeigt. Irgendwann taucht Uloomji auf und stürzt auf die Motorhaube von Timofeis Auto. Dem jungen Mann fehlt augenscheinlich nichts und er übernachtet bei Timofei. Timofei, Werbemacher im "aufstrebenden Russland" mit so brillianten Spots wie "What is love? Cola is love!", erliegt rasch der Faszination Uloomjis. Irgendwann überrascht Vera die beiden und aus der nach bürgerlichen Maßstäben "ordentlichen" Beziehung zwischen Vera und Timofei versucht Filmemacherin Olga Stolpovskaja eine Art befreiendes Roadmovie mit Happy End zu machen, in dem es weniger um das "richtig", noch "falsch" sondern eher um das "es ist" geht.

Mich hat diese natürliche Einfachheit und Authentizität, die Badmaev in der Figur Uloomjis verkörpert, begeistert. Uloomji stammt aus einer einfachen Familie, wuchs mit Mutter und Rentieren auf dem Land auf. Die Einrichtungen der städtischen Welt (EC-Automat, elektrisches Licht) sind komplex, faszinierend und doch begegnet er ihnen mit imponierender Ablehnung.



Der Figur Uloomjis wohnt dank der Besetzung durch Badmaev eine Faszination inne, die sich vielleicht am ehesten mit "animalisch", "erotisch", "natürlich" und "sanft" umschreiben ließe. Schon das Gesicht, sein Blick drückt unheimlich viel aus, finde ich.

Ich finde die in einigen anderen Kritiken erwähnten Vergleiche zu "Sex in the City", bzw. die Vorwürfe eines inakkuraten Kapitalismusbildes und klischeehafter Stereotype unangebracht.

Bezüglich der Vergleiche kann ich nur sagen, der Film zieht bedeutend weiter. Hier geht es nicht darum, ob und wer den schönsten jungen Mann abbekommt. Hier geht es um die Beziehung zwischen unterschiedlichen Menschen mit völlig verschiedenen Lebensentwürfen und um die Aussage, dass auch so verschiedene Lebensentwürfe harmonieren können.

Stichwort inakkurates Kapitalismusbild: Doch, doch, genau so absurd, grotesk und überzeichnet spielt sich der Kapitalismus in den "sich öffnenden Märkten" im Osten von und Osteuropas ab. "What is Love? Love is Cola!" - konsumistische Sinnfreiheit.

Klischeehafte Darstellungen: Schwulenparties mit halb- oder nackten Tänzern gibt es wirklich, gleiches gilt für den schnellen Sex auf der Toilette, auch zu dritt. Es gibt schwule Abgeordnete, es gibt intolerante Menschen und die Architektur Moskaus ist tatsächlich so abweisend, kalt und unwirklich und auch die Ablehnung gegenüber jedweden Minderheiten ist so wenig überzeichnet, wie sie ein exklusiv russisches Motiv ist.



Fazit: Ein schöner Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient und aus seinem Schattendasein herausgeholt werden sollte. Einfache Charaktere, eine liebenswerte Story und attraktive Schauspieler.

Mittwoch, Dezember 05, 2007

So funktioniert Aids-Aufklärung in Brasilien

Im brasilianischen Fernsehen läuft gegenwärtig eine Aufklärungskampagne in Sachen Safer Sex.
Hier mal die zwei Clips mit kurzem Kommentar.

Folgendes Setting: Töchterchen, welches mit der rüstigen Mutti zusammenlebt, stürzt aufgeregt zur Tür und empfängt den - zugegebenermaßen ja wirklich niedlichen - neuen Freund. Leidenschaftliche Küsse, Mutti, bisher ganz vertieft in televisão, horcht bei so viel Emoção auf und wirkt etwas verärgert über das zur Schau gestellte Liebesglück. Prompt muss das Töchterchen den Kleinen vorstellen (winkt freundlich, vgl. Bild) und Mutti fragt prüfend: "Dein neuer Freund, ja?". Die Tochter (völlig logisch bei ner Mutti, die die Hosen an hat) lässt sich natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen und stellt gleich klar: "Er wird heute Nacht hier schlafen".
Darauf springt Mutti auf und meint wild gestikulierend: "Moment, mein Kind. Da habe ich doch etwas für dich." und kramt aufgeregt in ihrer Handtasche.





Und natürlich, in der Handtasche einer Frau findet sich für wirklich jede erdenkliche Situation das Passende. Mama hat selbstverständlich ein Kondom in petto, welches sie wohlmeinend der Tochter reichen möchte (s. Bild).
Dessen aber nicht genug, die Birne fällt nicht weit vom Stamm, denn das Töchterchen meint nur gelangweilt: "Habe ich doch selbst dabei."
Die beiden verschwinden zur Tür hinaus und ins Bild tritt eine brasilianische Sängerin (Popstar) und bringt noch die Moral von der Geschicht: "Du kannst nicht erwarten, dass alle so gut vorbereitet sind, deshalb sorge selbst für deinen Schutz".





So, der zweite Clip ist eigentlich noch konstruierter (aber deshalb auch noch witziger).
Das Setting ist ungefähr so: konservative Kleinfamilie mit einem Kind, Papa spielt SuDoKu oder guckt auch televisão, Typ Handwerker oder Installateur, die Mãe (eher untergeordnete Rolle) sitzt am PC oder tippt irgendwas auf ner Schreibmaschine. Im Hintergrund packt der Sohn seine Sachen und meint "Ich geh jetzt mal.". Wie sich das gehört, drückt er seinen beiden Erzeugern einen Kuss auf die Wange (s. Bild).
Worauf Mutti besorgt fragt "Hast du etwas, um dich zu schützen, mein Junge?".







Der schwule Sohn (auch wirklich hübsch, Lob an die Casting-Agentur, mal kein schwuler Stereotyp sondern wirklich mal ganz lebensnah gezeichneter Charakter) ist verdutzt (s. Bild, steht perplex da). Jetzt kommt auch noch Papa wieder ins Spiel und verschlimmbessert (Handwerker!) die Situation. Mit dem Charme eines Oberlehrers sagt er: "Nimm es mal lieber mit, du weißt nie ob dein Freund eines hat oder nicht."
Der Sohn, völlig überrumpelt, nimmt das Kondompäckchen, packt die letzten Sachen in seine Tasche und flitzt zur Tür hinaus.
Jetzt kommt wieder Negra Li (der Popstar) ins Spiel und bringt die Moral.
Mit soviel Verständnis hat der Sohnemann natürlich nicht gerechnet und prompt platzt er nochmals in die Szene und schnappt sich aus ihrer Hand das vergessene Kondompäckchen.

Ich hatte gleich folgenden Gedankengang:
  • Gibt es nun eine Art Outingwelle in Brasiliens (doch gar nicht so) konservativen Kleinfamilien? Denn das hier war ja quasi eine Art Schulfilm. Man könnte, wenn man denn in die Situation käme, wo man meint, sich jetzt outen zu müssen, einfach diesen Film anmachen und dann sagen: "So, Mama, Papa, ich geh' dann mal, ihr wisst ja wohin.".
  • Und nicht ganz ohne Neid: Warum musste ich während meiner Schulzeit immer schlechte und auch noch ausschließlich heterosexuelle Aufklärungsfilme ansehen?
Achso: Ministério de Saúde

Samstag, September 01, 2007

Kulturwissenschaft mit Désirré Nick

Von Frau Nick bin ich begeistert: In Eva go home mausert sie sich als wortgewandte Kulturwissenschaftlerin. Ganz wunderbar hat mir folgende Passage gefallen, in der sie über die mehr als befremdlichen Vorstellungen Frau Hermans Menschen anderer Kulturen betreffend schreibt:
[...] das bedeutet also zu Ende gedacht [...], dass Mann und Frau schon von ihren Körpern fremdbestimmt sind. Wenn du [Eva] daran glaubst, was ist dann erst mit den bunten Menschen? Mit den "Negern", den "Schlitzäugigen", den "Schokobraunen"? In deiner intakten Apfelkuchenwelt machen dann alle Schwarzen Musik, tanzen und rennen Marathon, ziehen sich einen Ring durch die Nase und unterhalten den Rest von uns. Die gelben Schlitzaugen trippeln als Geishas umher, servieren Tee, kochen Reis und reparieren unsere Computer.
Als Reaktion auf Hermans merkwürdige (naturgegebene! auf so einen Mist muss man erstmal kommen, ihn dann noch zu veröffentlichen ist grotestk) Rollenverteilung, schreibt sie weiter:
Und wenn man an der Börse nur im kleinen Schwarzen das große Geld machen könnte, dann wäre die Wall Street ab morgen bevölkert von Kerlen, die im schwarzen Latexdress im Büro an der Stange tanzen.
Liebe Désirré, das wäre ( mal ganz abgesehen vom Gleichstellungsgedanken) ja fast paradiesisch und ich, ich würde mich um ein Praktikum an der Wall Street bemühen ;-)

Mit viel Wortwitz geschrieben, schnell gelesen und unsagbar bissig. Bleibt mir nur, mich anzuschließen: Eva, willkommen im 21. Jahrhundert und Frau Nick, sie hätte ich gern als Bereicherung in der nächsten Ringvorlesung Kulturtheorie.

Dienstag, Juni 27, 2006

Wie es ist nicht genug Antioxidantien zu haben

Die Leute, die das zweifelhafte Vergnügen haben mit mir zusammen fernzusehen, reagierten schon immer etwas gereizt ob meines merkwürdigen Verhaltens. Das war immer dann, wenn dieser Eistee-Spot lief. Jetzt weiß ich aber auch woran das lag.

Im Spot sehen wir lustige, ja geradezu übermäßig fröhliche (schöne, ist ja klar) Gesichter. Die Akteure des Spots springen freudig durch die Szene, schlagen Purzelbäume und zwischen scharfen Schnitten bahnt sich ein Keimling seinen Weg ins Licht. Dann kommt aber ein Spruch: "Enthält so- und soviel Prozent natürliche Antioxidantien." Erklärt wird dem zweifelnden Zuschauer noch, wie ungeheuerlich wichtig Antioxidantien (die ich mangels genauerer Kenntnisse als "Mittel zum Schutz vor Rost/Austrocknung" übersetze) sind. Jetzt frage ich mich:
Was soll dieser Spot?
Gibt es Leute, die jetzt Eistee kaufen gehen, weil da Anti-Rostmittelchen drin sind?
Machen Antioxidantien übermäßig fröhlich?
Fallen sie dann nicht schon unter das Betäubungsmittelgesetz?

Wie dem auch sei, ich kann jetzt dank dieses Spots meine eigenen Reaktionen und auch die Überreaktion meiner Fernsehgenossen besser einordnen. Vermutlich ist bei uns einer dieser Neuronenkontakte einfach verrostet!? Kann doch sein, schließlich habe auch ich mein bisheriges Leben nie darauf geachtet, ob ich genug Antioxidantien zu mir nahm.

Was man tun kann:

Dank aber an den großen Lebensmittelkonzern; ich gebe mir jetzt allmorgendlich eine Dosis WD40 . Geht total gut, lässt sich dank dem Sprühröhrchen optimal dosieren und ist auch wesentlich billiger. Was ich aber an diesem, wie auch an den meisten anderen Produkten, sehr schätze: Ich musste noch keinen schlechten Werbespot über mich ergehen lassen in denen die fantastischen Vorteile des Produktes beworben werden.

Kategorie: Wie es ist