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Montag, November 02, 2009

I Think About It Oh, I Think About It Still

Und zwar über zwei Dinge, von denen ich einfach mal schwärmen muss.

Bild: (c) 2009, Julia Spitzner

Zunächst von meinen neuen alten neuen Helden: Ja, Panik am 30.10. in Leipzig. So charmant wurde ich lange nicht unterhalten. Fünf Musiker/Sänger, einer niedlicher als der andere, so ganz ohne abgehobenes Rumgefreake, tolle Musik, schöne, weil clevere Texte. Wie gesagt, neue alte neue Helden. Stimulierend in jeder Hinsicht, akustisch, intellektuell und, ehm, optisch :D
Was gar nicht geht, sind so Gadget-Kids, die zu Konzerten tendenziell linker, politischer Gruppen kommen und die ganze Zeit mit ihrem I phone (therefore I am) "Videos" drehen. Hat mich mächtig angepisst, habe ich ungekannte Aggressionen freigesetzt. "Ich komme endlich zu dem Schluss, dass ein gesunder Mensch wie ich ganz einfach schrecklich Angst haben muss."


Bild: (c) 2009, Henrik Martensson


Zweitens: Die neue CD von The Mary Onettes. Insgesamt dem alten Stil treu geblieben (großes +), aber an manchen Stellen kann ich irgendwie nicht mehr so richtig mit den Chören, das ist für mich ein Wenig zu dick aufgetragen. Es tut mir leid, dafür ein kleines Minus. Meine Lieblingstitel so far: 'Once I Was Pretty', 'The Disappearance Of My Youth' und 'Whatever Saves Me'. Einige andere Titel waren ja schon auf der EP 'Dare' mit drauf. Schönes Album, dafür hat sich das Warten gelohnt.

In diesem Sinne, Whatever Saves Me, Might Save You Too.

Mittwoch, Juni 03, 2009

Please Please Please

Manchmal werden ja KindheitsTräume wahr. Also, na gut, aber in der Größenordnung rangierte für mich das Konzert von Owen Pallett aka Final Fantasy. Und was soll man sagen? Das Publikum hatte den hageren jungen Mann sofort ins Herz geschlossen, was ja nicht weiter schwer fiel, denn er ist äußerst niedlich.

Auf der Bühne hatte er noch die Frau Comilang mit, welche die bezauberndsten Dinge mit dem Polylux machte, die ich je gesehen habe. Schablonen übereinander gedreht, Dinge verschmelzen lassen, Farben, Formen, Schatten - ganz großartig zusammen mit Owens Musik dazu.

In den Zuschauerrängen war es etwas eintönig. Ich habe jetzt wieder eine genaue Vorstellung davon, wie sich Mitteldeutschlands größtes Gayevent anfühlen muss und warum ich da immer nicht bin. Himmel, was ist die ganze Meute uniform: halblange, glatte Haare, wahlweise nach links oder rechts gescheitelt, (bis auf zwei Quotenheteros?) rasierte Gesichter, blaue, weiße, beige, braune, gestreifte, karierte Röhrenjeans (einen anderen Schnitt gab es nicht), Stoffbeutel, wahlweise schäbig-schmuddelig oder gewaschen, über die Schulter gehängt... *gähnt*

Für ihre Zähigkeit liebe ich die Leipziger ja sehr! Herr Pallett durfte nicht gehen, bevor er nicht 4 Mal von hinten per andauerndem Applaus genötigt wurde, für Zugaben erneut hervorzutreten. Jetzt ärgere ich mich total, dass ich nicht auch bei Cocorosie im Schauspielhaus war. So mit diesem roten Samtsitzen, das ist schon irgendwie verdammt cool!