Freitag, Februar 15, 2008

Mixtape auf CD 02/2008


Insomnia (19 Titel, 79:38)

01. "Brother" - Annuals (Be He Me, 2006) 3:43
02. "Steak For Chicken (Live '02)" - The Moldy Peaches (Moldy Peaches 2000: Unreleased Cutz and Live Jamz 1994-2002, 2002) 2:32
03. "Sax And Violins" - Talking Heads (Until The End Of The World, 1991) 5:18
04. "The Night" - Tséring Lodoe & A Filetta (Himalaya, 1999) 2:15
05. "Mecklenburg" - Audrey (Visible Forms, 2006) 4:43
06. "Paris, Texas" - Ry Cooder (Paris, Texas, 1985) 2:57
07. "Insomnia" - David Fridlund (Amaterasu, 2004) 3:15
08. "El Bananero (The Banana Vendor) - Rumba" - Unspecified (Songs and Dances of Honduras, 1955) 3:24
09. "La Chichera" - Victoria Santa Cruz (Rítmos Y Aires Afroperuanos, 2005) 2:00
10. "Cariñito" - Los Hijos del sol (The Roots of Chicha, 2007) 4:05
11. "Who Left The Lights Off, Baby?" - Guillemots (From The Cliffs, 2006) 5:02
12. "Calypsoid Band (Cousin Jamie, Redhead, Tomato)" - Various Artists (Caribeana, 1949) 10:24
13. "I Think I'm In Love (AKA)" - The Moldy Peaches (Moldy Peaches 2000: Unreleased Cutz and Live Jamz 1994-2002, 2002) 3:14
14. "Head on" - The Jesus And Mary Chain (Automatic, 1989) 4:12
15. "De Usuahia A La Quiaca" - Gustavo Santaolalla (The Motorcycle Diaries, 2004) 2:48
16. "Marinera" - Unspecified (The Dances of the World's Peoples, Vol. 3: Caribbean and South America, 1958) 2:46
17. "Falling on a Bruise" - Carter The Unstoppable Sex Machine (30 Something, 1991) 5:56
18. "Mist" - The Diableros (Aren't Ready for the Country, 2007) 4:31
19. "Go Forward" - Lisa Gerrard (Whale Rider, 2003) 5:53

Aus dem Booklet:

Geschätzte Audiophile und Audiophilinnen,

das Mixtape auf CD für den Februar liegt vor und ich stelle fest, es teilt so einige Merkmale mit dem Monat selbst: Ungehörigkeit, Unzumutbarkeit, Unvereinbarkeit und Ungereimtheit. Neben einigen Neuentdeckungen aus dem Bereich der westlichen Populärmusik, konnte ich nicht an mich halten und musste einige Stücke aus Folkways-Alben1 mit darauf packen. Die Auswahl ist somit gleichermaßen ungehörig, unzumutbar, in sich unvereinbar und hält daher einige Ungereimtheiten bereit. Aber wie sagte Churchill:
“Every day you make progress. Every step may be fruitful. Yet there will stretch out before you an ever-lengthening, ever-ascending, ever-improving path.2
You know you will never get to the end of the journey. But this, so far from discouraging, only adds to the joy and glory of the climb.”3

Fangen wir also mit der musikalischen Gipfelbesteigung an - ihr könnt nur gewinnen :-D

1.Das Pitchfork-Magazin schrieb über Be He Me der Annuals "We could be writing about this guys all year long.". Und genauso ist es auch, Brother ist ein Titel, der mir bei jedem Hören einen wohligen Schauer bereitet. Diese Energie, die da auf einmal losbricht, ist beeindruckend, oder nicht?

2.Ich weiß nicht, wie gut euch The Moldy Peaches gefallen haben, aber ich habe mir ihr Live-Album gleich noch besorgen müssen. Dort fand ich auch Kimyas und Adams neugestaltetes Steak For Chicken. Manchmal frage ich mich, woran man merkt ob eine Band gut ist. Ist es der Umstand, dass es sie nicht mehr gibt?

3.Der Februar steht auch im Zeichen einiger Soundtracks, Talking Heads' Sax And Violins stammt aus dem großartigen Soundtrack vom noch viel genialeren Wenders-Epos Bis ans Ende der Welt.

4.Auch von einem Soundtrack stammt The Night. Es ist die Musik zu Himalaya, einem Film über das Leben in Tibet. Ich gebe zu, das Ganze kommt etwas spirituell herüber, aber man darf es ruhig in voller Länge hören. Nach musikästhetischen Gesichtspunkten ist dieser Song ein kleines Meisterwerk.

5.Vom Himalaja zurück in heimische Gefilde. Ich habe keinen Schimmer, warum Audrey sich Mecklenburg als Titel für ihren Song gewählt haben. Die exklusiv aus Frauen bestehende Band aus England hat mich mit diesem Song erobert. Das Album Visible Forms hält jedoch insgesamt keine Höhepunkte, dafür aber eine beachtenswerte Gleichwertig- und -Stimmigkeit bereit.

6.So könnte Leere klingen. Ry Cooder fabriziert auf dem Soundtrack zu Paris, Texas eine Filmmusik die eigentlich Nichts darstellen will aber dabei zu Großem erwächst. Übrigens ein Film, mit Harry Dean Stanton und Natassja Kinsky, der überwältigend (emotional) ist.

7.Ich weiß nicht, ob therapeutisches Schreiben mir wirklich hilft. Aber David Fridlunds Song Insomnia ist großartig und lautet darauf, was mich so manche Nacht quält: Schlaflosigkeit. Abgesehen davon ist es einer der schönsten Pop-Balladen, die ich seit langem gehört habe.

8.So, jetzt kommt ein lateinamerikanischer Block. Auf einem Folkways-Album von 1955 habe ich diese Rumba mit dem vielsagenden Titel El Bananero4 entdeckt. Es geht darin um einen Verkäufer von Bananen, der sein Angebot besingt.

9.Victoria Santa Cruz bietet uns passend dazu den Verkäufer biederer Alkoholika dar. La Chichera5 würde wohl in unserem Kontext "der Spätshop" lauten und böte so allerlei Getränke zur Auflockerung des Alltages an. Zusätzlich wisst ihr nach diesem Song alles über Chicha und könnt vielleicht nachvollziehen, weshalb man auch über das Andenbier singt. Naja, wobei, so mancher Europäer singt ja auch nach seinem Pils/Lager, Ale.

10.So, wenn ich jetzt nicht die Kurve bekomme, verliere ich mich im Schreiben über Biere, also gibt es zum Abschluss dieses Themas das fröhliche Cariñito von Los Hijos del sol.

11.Eine meiner liebsten Neuentdeckungen sind die Guillemots. Das ist ja eine so schöne, sentimentale und mitreißende CD. Ich schwärme wirklich sehr dafür. Angetreten sind die Herrschaften um den Pop neu zu erfinden und ich kann dazu nur sagen: Das Rad kann man nicht zweimal erfinden, aber Verbesserung sind in diesem Falle sehr wohl erkennbar. Grandios.

12.Eine weitere Rarität aus dem Jahre 1949 ist Calypsoid Band (Cousin Jamie, Redhead, Tomato) aus einem Folkways-Album, das einzigartig ist. Es bietet lateinamerikanische Musikstücke die durch eine Gruppe aus dem Libanon mit arabischen Musikinstrumenten gespielt werden. Die Qualität bitte ich zu entschuldigen, aber 1949 waren die Aufnahmetechniken noch nicht so gut und eine Schallplatte wird auch nach knapp 50 Jahren nicht besser. Dennoch: absolut überzeugende Musik und vielleicht DIE erste Ethno-Clash-Aufnahme überhaupt. Kleiner Juwel.

13.An dieser Stelle mal etwas in Sachen "Verballhornung eines Love-Songs". Die Moldy Peaches interpretieren I Think I'm In Love. Ein wirklich lustiger Text, man kann die Ironie sogar in den Stimmen hören.

14.Auf The Jesus and Mary Chains Head On6 bin ich mehr oder weniger zufällig in der Musikbibliothek gestoßen. Es ist ein klassisches frühe 1990er Jahre Album aber hat viel mit den Songs der Mary Onettes gemein. Und dürfte darüberhinaus auch für so manchen Hörer dieser CD eine willkommene nicht-weltmusikalische Erholungsphase darstellen.

15.Wieder aus einem Soundtrack stammt De Usuhaia A La Quiaca. Ich habe diese CD schon sehr lange aber der Titel ist immer wieder bemerkenswert. Man kann ihn hier in Deutschland hören und ganz schnell vergessen, dass sich draußen keine weiten Ebenen erstrecken sondern Wohnblöcke stehen.

16.Eine Marinera habe ich auch noch herausgesucht, sie stammt ebenfalls von einem Folkways-Album aus den 1950er Jahren. Marinera ist ein sehr ausdrucksvoller und leidenschaftlicher Tanz der Küstenregionen in Peru. Das ist wie mit der Paella, jede Küstenregion hat ihre (wenn nicht sogar DIE ECHTE) Marinera. Falls jemand gut im Tanzen ist, der Wettbewerb mit den besten Marinera-Paaren findet jährlich im Januar in Trujillo/Peru statt. Ein Jahr Vorbereitung habt ihr ja noch...

17.Falling on a Bruise ist wieder Kritik am Zeitgeist in musikalischer Form. Carter The Unstoppable Sex Machine war schon mal auf dem Mixtape mit einem Titel aus A World Without Dave. Was soll ich noch sagen? Carter schrieb 1991 gleichermaßen zynisch und verachtend, wie auch 2000.

18.Bei Mist handelt es sich um ein Stück vom ersten Album von The Diableros. Mir gefällt sehr gut die Nähe zu Arcade Fire. Für weitere Einschätzungen muss ich das Album noch öfter in Ruhe hören. Ach ja, Mist = Nebel, nur um Verwechslungen vorzubeugen.

19.So, ich habe mit dem Pfad und der Gipfelbesteigung angefangen und genau damit höre ich auch auf. Go Forward von Lisa Gerrad aus dem Soundtrack zum phantastischen Film Whale Rider. Mein ethnomusikalisches Zentrum im Gehirn wird immer ganz unruhig, wenn der Maori-Chor einsetzt. Falls euch das nicht so geht, ja.., dann beherzigt doch einfach das Motto und Titel dieses Songs.

Viel Vergnügen beim Hören wünscht und bis bald.


_______________
1 Smithsonian Folkways Records ist am ehesten vergleichbar mit dem Musikarchiv der Deutschen Bücherei. Ein Traum wäre für mich mal ein Praktikum bei Folkways - da lagern echte Schätze aus den 1940er Jahren, vielleicht sogar noch ältere Wachs-Walzenaufnahmen.
2 Und genau dieser Pfad ist diese CD.
3 also, Augen zu, Ohren auf und auf Play gedrückt.
4 Der Bananenverkäufer oder wollen wir sagen: Bananarist? So wie in Florist ;-)
5 Die Chicha-Handlung. Man erfährt, dass die Chicha aus Terra Nova, einer Region in Peru, die Beste unter den Getränken ist. Und natürlich, wie könnte es anders sein, Chicha hält Körper und Geist gesund. Wohl bekomm's !
6 (engl.) kopfüber

Dienstag, Januar 08, 2008

Mixtape auf CD 01/2008

2080 (21 Tracks, 81:09)

01. "Intro.wav" - PILL (MU.S.GA [Music for Strategy Games] EP, 2007) 0:51
02. "Everyday and today" - The Mary Onettes (Void, 2006) 4:42
03. "Do You Love Me?" - Nick Cave & The Bad Seeds (The Videos, 2004) 4:35 Video
04. "Backseat Of My Mind (Full Version)" - Kissogram (The Backseat Of My Mind, 2007) 3:28
05. "On Top" - The Moldy Peaches (The Moldy Peaches, 2001) 2:03
06. "Marching.wav" - PILL (MU.S.GA [Music for Strategy Games] EP, 2007) 2:22
07. "Stop!" - David & The Citizens (Stop!, 2002) 2:48
08. "Hollow Beatz" - Hard On (Fi(r)st Fuck, 2007) 4:58
09. "Angst" - Bile Negra (Unknown, 2007) 3:20
10. "Night Thoughts Of A Tired Surgeon" - The Veils (Advice For Young Mothers To Be, 2006) 3:35
11. "Sénégal Fast Food" - Amadou & Mariam (2004 - Süddeutsche Zeitung Diskothek, 2004) 4:19 Video
12. "Me boy" - The Tellers (Hands Full Of Ink, 2007) 3:04
13. "Nothing Came Out" - The Moldy Peaches (The Moldy Peaches, 2001) 5:04
14. "Happy Alone" - Kings Of Leon (Youth and Young Manhood, 2003) 3:59
15. "Give me a Chance" - Nutty & Wharfy (Lagos Stori Plenti (Urban sounds from Nigeria), 2006) 4:25
16. "Lewd" - Poems For Laila (Another Poem For The 20th Century 2006 Edition, 2006) 4:23
17. "April Fools" - Rufus Wainwright (Rufus Wainwright, 1998) 5:01 Video
18. "Ban Marriage" - The Hidden Cameras (The Smell Of Our Own, 2003) 4:20
19. "2080" - Yeasayer (All Hour Cymbals, 2007) 5:25
20. "El Milagro Verde" - Los Mirlos (The Roots of Chicha, 2007) 2:43
21. "Long Winter's Coming" - Russenorsk (In A Great Wave Of Horns, 2007) 5:44

Aus dem Booklet:

Für den Beginn des Jahres habe ich folgende Titel - wie immer völlig subjektiv - ausgewählt:

1.Die Einführung übernehmen freundlichst die Brasilianer von PILL mit dem Titel von ihrer EP MU.S.GA [Music For Strategy Games], welches unter CC-Lizenz bei Jamendo vorliegt. Ich bin kein großer PC-Spieler, aber mir scheint, hier hat jemand Versatzstücke aus dem Geräuschrepertoire bestimmter Aufbau-/Siedlerspiele verwendet.

2.Dass das neue Jahr auch nicht viel anders wird, als das vergangene, besingen thematisch The Mary Onettes mit ihrem Everyday and today. Ungelogen sind die sympathischen Schweden eine meiner Lieblingsgruppen und ich dürste nach einem neuen Album. Bitte!

3.Gäbe es eine Hitliste der attraktivsten Musiker, so stünde Nick Cave gleichauf mit David Bowie auf einem der vorderen Ränge. Und natürlich liebe ich ihn, wenn ich so schön gefragt werde Do you love me?. Auf dieser Seite findet sich noch der Song Stagger Lee und die Videos zu beiden Songs. Wie ganz oft, wusste ich nicht, mich mit gutem Gewissen für einen Song zu entscheiden. Hier ist das Video zu Do you love me? und das hier, das ist das geniale Video zu Stagger Lee.

4.Ganz entschieden war ich hingegen bei Kissograms Backseat Of My Mind. So ist mir Elektropop wirklich sehr lieb. Und der Song bietet mir auch Identifikationsmoment: "It feels so good to be a boy". Wie wahr!

5.Ja, auf so geniale Einfälle kann man kommen, wenn einen der dröge Chartmix im Radio nervt. The Moldy Peaches' On Top ist der wohl aufregendste Song, den ich lange gehört habe. Was sage ich? Die ganze CD ist faszinierend. Wer Adam Green mal anders erleben möchte, dem sei dieses Werk empfohlen.

6.Nochmal zurück zu den Brasilianern von PILL: Ihr wirklich gelungenes Marching wollte ich nicht vorenthalten. Was mir an dem Song so gut gefällt, ist die gesampelte Hupe und dieser Kontrast von verspielt und doch düster.

7.Wer sich im üblichen Trott gefangen sieht, dem könnte David & the Citizens aussagekräftiges Stop! helfen, die Kurve zu bekommen. Darf ich noch etwas von dieser Band schwärmen? Ja? Also: David ist eigentlich David Fridlund, stammt aus Schweden (hehe, sieht so aus, als kommt man immer wieder in Kontakt mit den Schweden) und macht nicht nur ganz wundervolle Popsongs mit aussagekräftigen Texten, sondern hat die wohl schönsten gemalten CD-Cover ever! Unbedingt mal anschauen.

8.Zum Ende des Jahres meldeten sich auch die Jungs und das Mädel von Hard On mit einem neuen Song zurück. Hollow Beatz klingt wie der Aufbruch in neue Gefilde aber ist dennoch erkennbar Hard On-ig.

9.Darf es etwas Industrial aus Brasilien sein? Dann hätte ich hier Bile Negra aus Porto Alegre zu bieten. Ich finde es spannend, das eine Band aus dem "glücklichen" Hafen mit einem Industrial-Song von/über/mit Angst debütiert. Ob auch Bile Negra unter Creative Commons (CC) veröffentlichen muss ich mal checken...

10.The Veils' Nux Vomica bekam ich Weihnachten 2006 geschenkt. Seit dem habe ich dieses Album und speziell den Song One Night On Earth ganz oft gehört. Jetzt bin ich auf ihren Single-Fundus gestoßen und höre neuerdings Night Thoughts Of A Tired Surgeon mit viel Spaß, auch wenn Finn Andrews so schreit, als täte man ihm etwas. Was soll man sagen? - es sind halt nicht alle so zurückhaltend wie die Nordeuropäer.

11.Es gibt sogar Kulturen, die gelten als besonders empathisch. Meistens sind das die Leute aus dem Süden. Der Senegal liegt nicht sooo ungeheuer südlich aber das mag hier nicht stören. Es könnte die Vorlage für ein Musical sein: Eine blinde Musikerin, ein blinder Musiker treffen sich in einem Hospiz für Sehgeschädigte in Dakar und machen Musik. Irgendwann entdeckt und promotet sie Manu Chao und prompt sind sie berühmt und (womöglich) nicht mehr bitter arm. So war es ungefähr bei Amadou and Mariam. Sénégal Fast Food war einer der Charterfolge 2004 im Bereich internationale Musik, in dem Globalisierungskritiker Chao natürlich auch wieder politischen Sprengstoff miteingeflächtet hat. Das Video zum Song gibt es hier.

12.Ich weiß nicht, wie euch der Song von der EP der Tellers gefallen hat, den ich Ende 2007 mit auf ein Mixtape gepackt habe, aber hier ist ein Titel aus ihrem ersten richtigen Album. Me boy ist wieder etwas selbstzentriert, das tut mir Leid. Wer damit zu große Probleme hat, darf mich gerne mit seiner/ihrer mehr feminin-zentrierten Mix-CD überraschen :-D

13.Apropos feminin: Den traurig-schönsten Lovesong, der mir in den letzten 6 Monaten untergekommen ist, singen The Moldy Peaches mit And Nothing Came Out. Mir bricht beinahe das Herz, wenn Kimya Dawson so traurig singt und so unschuldige Motive bedient:

Just because I don't say anything/ Doesn't mean I don't like you.
I open my mouth and I try and i try/ But no words come out.

Without 40 ounces of social skills/ I'm just an ass in the crack of humanity.
I'm just a huge manitee./ A huge manitee. (gemerkt? Genial oder?)

And besides you're probably holding hands/ With some skinny, pretty girl
that likes to/ Talk about bands, and/ All I wanna do
is ride bikes with you/ And stay up late and watch cartoons.


14.Und wo doch jetzt alle traurig sind, kommt vielleicht Kings Of Leons Happy Alone ganz erlösend. Man kann alleine traurig sein, zu zweit glücklich oder gemeinsam traurig, die Musik von den Kings kann man in jedem Falle hören.

15.Für ganz und gar nicht gewöhnlich und alltäglich halte ich Nutty & Wharfy aus Nigeria, wenn mich nicht alles täuscht sogar aus der Megapolis Lagos. Dort, wo körperliche Fitness und der Besitz einer Waffe sowie die Wahl der richten Freunde über Leben und Tod entscheiden, hat Musik ganz vielfältige Funktionen. Sie ist Flucht aus dem Alltag, kann jugendliche vor dem Abgleiten ins kriminelle Milieu bewahren und ist das Mittel für Gesellschafts- und Regimekritik, wie in Give Me A Chance. Kennt jemand Fela Kutis No Agreement? Ein Paradebeispiel dafür, wie man Musik an der Zensur der Regierung vorbeischleußt: Man nimmt einfach einen Song auf, der 15 Minuten dauert, verpackt den kritischen Text zwischen der 11. und 13. Minute und füllt den Rest mit Perkussions- und Jazzelementen auf. So ist einigermaßen sichergestellt, dass der kritische Text auf den Markt kommt, da die Mitarbeiter bei der Zensur spätestens nach der dritten Minute Jazzperkussion den Passierschein ausstellen. Clever, nicht?

16.Poems For Lila ist eine Berliner Band, die es mir wirklich angetan hat. Ich fühle mich sehr stark an die frühen Alben (will heißen bis 2001) von Rosenstolz erinnert. Auch die Konstellation ist gleich: ein Duett. Was soll ich zu Lewd noch sagen? Würde ich vielleicht gerne mal live erleben.

17.Herrn Wainwrights April Fools sollen hier stellvertretend für meine Sehnsucht nach dem Frühjahr stehen und gleichzeitig sei das Video zum Song empfohlen.

18.Wer im Dezember Roxy Musics Song mochte, der wird The Hidden Cameras Ban Marriage lieben. Aber auch textlich hat es ihre CD The Smell Of Our Own in sich: Ein Album über Körperdüfte und ~Flüssigkeiten verpackt in zauberhaften Glamour-Pop-Nummern.

19.Ob Yeasayer mit 2080 auf das Jahr 2080 anspielen oder das die PIN-Nummer eines der Bandmitglieder ist, werden wir nicht herausfinden können. Ihre Musik scheint mir aber zauberhaft entrückt (könnte also Zukunftsmusik sein) und doch gleichzeitig aktuell. Kann ich uneingeschränkt empfehlen, wenn man mal spirituelle Momente hat und dafür Musik braucht.

20.Spirituell ist nicht ganz der richtige Ausdruck für Los Mirlos Milargo Verde, psychedelisch träfe es schon eher. Genau das ist es auch: Psychedelische Chicha aus Südamerika.

21.Realistische Einschätzungen sind immer schwierig. Ob da nun ein langer Winter noch kommt oder nicht, kann ich nicht sagen. Persönlich wäre ich für Frühjahr, denn den langen Winter kann ich ganz ausgezeichnet musikalisch mit Russenorsks Long Winter's Coming ausleben. Ihr A Great Wave Of Horns ist die erste selbstveröffentliche CD, die ich je gekauft habe. Fühlt sich irgendwie toll an (es ist wirklich ein selbstgebrannter Rohling, beklebt mit einem selbstgedruckten Cover und ein schmales Jewelcase). Ich glaube, die haben es richtig drauf und man kann noch einiges aus Athens, Ohio, erwarten. Eine Leihkopie würde ich allerdings dennoch in fremde Hände abgeben. ;-) Ihren gleichermaßen fabelhaften Song Science Tells Me gibt es hier als Video.

Bis bald und viel Spaß mit - hoffentlich - neuen musikalischen Eindrücken.

Mittwoch, Januar 02, 2008

From Russia With Love: Ya lyublyu tebya (Review)

Neues Jahr hin oder her, ein paar Sachen hängen noch aus dem alten Jahr nach:

You I Love (2004)
Dieser Film hat mein Harmoniebedürfnis wirklich beinahe vollständig gedeckt und mein ästhetisches Empfinden auf angenehme Weise "stimuliert".



Wer meint, ein guter Film müsse zwangsläufig in seiner Handlung komplex oder hochkarätig besetzt sein, dem sei "You I Love" ans Herz gelegt. Ich bin nicht hinreichend über den Bekanntheitsgrad Damir Badmaevs (im Film Uloomji) informiert, würde aber behaupten, er zählte vor seinem Auftritt in "You I Love" nicht zu den Größen des russischen Filmbusiness.

Die Handlung ist einfach, linear, nicht hektisch. Mit der Begegnung Timofeis (Evgeny Koryakovsky) und Veras (Lyubov Tolkalina) in einer Betriebskantine wird eine sich entwickelnde Liebesbeziehung gezeigt. Irgendwann taucht Uloomji auf und stürzt auf die Motorhaube von Timofeis Auto. Dem jungen Mann fehlt augenscheinlich nichts und er übernachtet bei Timofei. Timofei, Werbemacher im "aufstrebenden Russland" mit so brillianten Spots wie "What is love? Cola is love!", erliegt rasch der Faszination Uloomjis. Irgendwann überrascht Vera die beiden und aus der nach bürgerlichen Maßstäben "ordentlichen" Beziehung zwischen Vera und Timofei versucht Filmemacherin Olga Stolpovskaja eine Art befreiendes Roadmovie mit Happy End zu machen, in dem es weniger um das "richtig", noch "falsch" sondern eher um das "es ist" geht.

Mich hat diese natürliche Einfachheit und Authentizität, die Badmaev in der Figur Uloomjis verkörpert, begeistert. Uloomji stammt aus einer einfachen Familie, wuchs mit Mutter und Rentieren auf dem Land auf. Die Einrichtungen der städtischen Welt (EC-Automat, elektrisches Licht) sind komplex, faszinierend und doch begegnet er ihnen mit imponierender Ablehnung.



Der Figur Uloomjis wohnt dank der Besetzung durch Badmaev eine Faszination inne, die sich vielleicht am ehesten mit "animalisch", "erotisch", "natürlich" und "sanft" umschreiben ließe. Schon das Gesicht, sein Blick drückt unheimlich viel aus, finde ich.

Ich finde die in einigen anderen Kritiken erwähnten Vergleiche zu "Sex in the City", bzw. die Vorwürfe eines inakkuraten Kapitalismusbildes und klischeehafter Stereotype unangebracht.

Bezüglich der Vergleiche kann ich nur sagen, der Film zieht bedeutend weiter. Hier geht es nicht darum, ob und wer den schönsten jungen Mann abbekommt. Hier geht es um die Beziehung zwischen unterschiedlichen Menschen mit völlig verschiedenen Lebensentwürfen und um die Aussage, dass auch so verschiedene Lebensentwürfe harmonieren können.

Stichwort inakkurates Kapitalismusbild: Doch, doch, genau so absurd, grotesk und überzeichnet spielt sich der Kapitalismus in den "sich öffnenden Märkten" im Osten von und Osteuropas ab. "What is Love? Love is Cola!" - konsumistische Sinnfreiheit.

Klischeehafte Darstellungen: Schwulenparties mit halb- oder nackten Tänzern gibt es wirklich, gleiches gilt für den schnellen Sex auf der Toilette, auch zu dritt. Es gibt schwule Abgeordnete, es gibt intolerante Menschen und die Architektur Moskaus ist tatsächlich so abweisend, kalt und unwirklich und auch die Ablehnung gegenüber jedweden Minderheiten ist so wenig überzeichnet, wie sie ein exklusiv russisches Motiv ist.



Fazit: Ein schöner Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient und aus seinem Schattendasein herausgeholt werden sollte. Einfache Charaktere, eine liebenswerte Story und attraktive Schauspieler.

Dienstag, Januar 01, 2008

Bagdad Café (Review)

Mit Bagdad Café (1987) muss ich noch einen Film würdigen:

Ein bayerisches Touristenpärchen versucht die USA zu erkunden und trennt sich nach kurzer Zeit. Sie steigt aus, beschließt ab "hier" zu laufen und Er fährt davon.

Nach einem scheinbar unendlichen Fußmarsch kommt Jasmine (alias Marianne Sägebrecht) in Bagdad Café, einer Highway-Raststelle gelegen im Nirgendwo bei Las Vegas zu Fuß an.



Den Laden wirft Brenda (CCH Pounder), die just ihren Mann in die Wüste geschickt hat und etwas überfordert mit der Führung einer Raststelle ist. Nun gesellt sich auch noch eine komische Deutsche mit dem Koffer voller Herrensachen in ihr Motel.


Der Film zeigt eine Marianne Sägebrecht, die einen sofort gefangen nimmt. Einer der Schauspielerinnen, die nichts sagen muss, alles funktioniert bei ihr über Gesicht und Körperhaltung. Wäre nicht die hysterische, überforderte Brenda hätten wir hier einen ruhigen Film; Marianne und Brendas Sohn am Klavier und ganz viel Wüste.
Nach und nach kommen mehr Charaktere ins Spiel. Da gibt es den Alt-Hippie, den süßen Hitchhiker mit dem Boomerang, Brendas Tochter und den Sheriff.


Der Film ist erfrischen authentisch: Bayer trifft zum ersten Mal im Leben Farbige. Motel hat plötzlich verdächtigen Gast. Tochter darf endlich Kind sein. Klavierspiel des Sohnes hat zum ersten Mal einen Zuhörer. Ein durchaus traurig optimistischer Film, der zeigt, selbst (oder gerade) die unmöglichsten Konstellationen sind die besten.


Und folglich ist auch die schönste Liebeserklärung die, die ohne viele Worte auskommt: "You know, there are ways prevent problems with the visa, the greencard... -Yes...Will you marry me, Jasmin? -Yes.".

Fazit: Ein ganz großartiger Film, mit überzeugenden Schauspielern, mit viel Atmosphäre und Charme. Ein Film, bei dem man am Ende sagt "Schade, schon vorbei".

Samstag, Dezember 15, 2007

Mixtape auf CD 12/2007


Bluebells (21 Tracks, 79:07)

01. "The Man Who Came To Stay" - Babyshambles (Killamangiro, 2004) 3:50
02. "Waltz #1" - Elliott Smith (XO, 1998) 3:22
03. "Para el fin del mundo o el año nuevo" - Lhasa (The Living Road, 2003) 4:23
04. "Your Worst Is The Best" - I Love You But I've Chosen Darkness (I Love You But I've Chosen Darkness, 2003) 4:01
05. "Brazil" - Arcade Fire (Rebellion (Lies), 2005) 3:54
06. "Punk Is Dead" - Jeffrey Lewis (12 Crass Songs, 2007) 2:57
07. "Several Thousand Years Of Talking Nonsense" - The Crimea (Secrets Of The Witching Hour, 2007) 3:21
08. "Með Blóðnasir" - Sigur Rós (Takk..., 2005) 2:17
09. "Sunshowers" - M.I.A. (Arular, 2005) 3:16
10. "The Tide That Left And Never Came Back" - The Veils (The Runaway Found, 2004) 3:08
11. "I Will Kill Again" - Jarvis Cocker (Jarvis, 2006) 3:47
12. "I Love Lovely Chinese Gal" - White Whale (WWI, 2006) 3:30
13. "Cherbourg" - Beirut (The Flying Club Cup, 2007) 3:33
14. "Purificar O Subaé / Cantiga Para Janaína (2)" - Maria Bethânia (Brasileirinho, 2004) 3:30
15. "Cigarettes And Chocolate Milk" - Rufus Wainwright (Poses, 2001) 4:00
16. "Dog Shelter" - Burial (Untrue, 2007) 3:03
17. "Bananas" - Hard On (Fi(r)st Fuck, 2007) 5:06
18. "Bluebells" - Patrick Wolf (The Magic Position, 2007) 5:14
19. "What's So Strange?" - The Mary Onettes (Lost, 2006) 3:18
20. "Little Drummer Boy" - Low (Christmas, 2000) 4:52
21. "Cold White Christmas" - Casiotone For The Painfully Alone (Daytrotter Session May 15, 2006) 4:45

Aus dem Booklet:

1.Den Opener am Ende des Jahres machen die Babyshambles mit The Man Who Came To Stay, Und es fällt mir kein Bisschen schwer zu sagen, dass ist mein Lieblingssong der letzten Wochen. Kommt von der Single aus Down In Albion, falls jemand noch keinen Weihnachtswunsch oder Geschenk für Mama oder Papa hat...

2.Vielleicht ist wirklich etwas dran, wenn Joey Goebel schreibt: Genies müssen leiden. Elliott Smith rechne ich zu den begnadetsten Songwritern und tragischsten Interpreten unserer Zeit. Nach einem sicher intensiven (im Guten wie im Schlechten) aber kurzen Leben verstarb Smith 2003 und hinterließ seine großartige Musik. Waltz #1 vom 1998er Album XO.

3.Para el fin del mundo o el año nuevo ist eigentlich purer Zufall. Denn: Lhasa de Sela hatte schon mehrfach beschlossen, es mit dem Musikmachen bleiben zu lassen. Erst fuhr die kanadische Amerikanerin mit polnisch-französisch-spanisch-libanesisch-schottisch-russischer Abstammung in einem umgebauten Schulbus durch die Staaten, dann ging sie nach Montreal um in Bars zu singen und schließlich hatte sie davon auch genug und begab sich in einen Circus nach Frankreich. Dann bleiben wir wohl auch mal schön in Bewegung im año nuevo.

4.I Love You But I Have Chosen Darkness sind eine ganz charmante Gruppe aus Texas und wer hätte gedacht, dass Sachen aus Texas auch mal so erfreulich sein könnten? Von der selbstbetitelten EP habe ich Your Worst Is Your Best ausgwählt, weil mein Lieblingsspruch von V. Huidobro "Entwickle deine Schwächen, sie sind der interessanteste Teil deiner Persönlichkeit" ist und der Titel ja gewissermaßen die Kurzform davon ist.

5.Wie viel Kitsch darf es denn jetzt gerade sein? Weihnachten ist ja auch ein Ereignis dem irgendwie Pathos, Tradition und zuweilen auch Kitsch innewohnt. Aus diesem Grund und aus meiner Brasilien-Faszination heraus, habe ich das unübertreffliche Brazil von Arcade Fires Rebellion (Lies)-Single ausgesucht. Und ist Kitsch nicht auch manchmal schön? Hm?

6.Schwierige Überleitung - versuchen wir es mal: Jeffrey Lewis ist ja seit der Punk On The Lower East Side-CD den meisten ein Begriff. Nun hat der junge Mann sich hingesetzt und ein Album mit 12 Crass-Songs aufgenommen. In Punk Is Dead besingt er das Ende des Punk und weil das so schön kritisch ist (sich auch auf die Konsumweihnacht, welche die Wirtschaft gerne hätte, dass wir sie leben, beziehen lässt), hat es den Weg auf dieses antikapitalistische, weil verschenkte, Weihnachtsalbum gefunden :-)

7.Antikapitalistisch waren auch The Crimea, sie haben ihr Album Secrets Of The Witching Hour spontan mal im Sommer dieses Jahres verschenkt. Und weil mir soviel Generosität ungeheuer imponiert, verschenke ich Several Thousand Years Of Talking Nonsense daraus ganz einfach weiter. Texthören lohnt sich auch hier.

8.Im Gegensatz zu Sigur Rós' Með Blóðnasir, denn hier geht es weniger um das textliche "oh oh oh woho" sondern um die Instrumente. Das könnte so der kleine Lückenfüller zwischen Weihnachtsschmaus und Kaffeetrinken am zweiten Feiertag sein. Da tut etwas Abwechslung eh meistens Not...

9.Mit M.I.A.s Sunshowers (großartiges Video) kann man gleich weiter tanzen. Eine faszinierende Engländerin aus Sri Lanka, ihr Vater ist in den Tamil Tigers organisiert, glaube ich, macht eine Art Ethno-Irgendwas. Jedenfalls sehr interessant und schon vorgemerkt für meine nächste Spezial-CD. Übrigens: MTV hat sich wegen der Zeile "Like PLO I won't surrender" geweigert, den Song zu senden. Naja, hätte sich halt auch als recht kritische Ausnahme zwischen den Klingeltönen und Date My Ex-Girlfriend-Shows nicht so gut gemacht...

10.Ich persönlich würde mir dann wünschen, dass genau diese Shows auf The Veils The Tide That Left And Never Came Back davonschwimmen. Leider kann man nicht alles haben, aber The Runaway Found (2004) kann man durchaus besitzen oder an Mamas, Neffen oder Brüder verschenken.

11.Hehe, für die Festtage habe ich auch etwas (pseudo-)besinnliches ausgesucht: In I Will Kill Again singt Jarvis Cocker von der unerträglichen Leichtigkeit des Daseins als Mitglied der Mittelklasse - denke ich jedenfalls. "'cause given half the chance I know I will kill again" klingt musikalisch so hübsch verpackt gar nicht mal schlimm, da schwingt sogar die Tante beim Kaffee ganz unbewusst mit. Ja, Musik ist nicht zu unterschätzen.

12.White Whales I Love Lovely Chinese Gal finde ich faszinierend. Sehr mag ich dieses chorgleiche Arrangement und den Hall. Ich weiß nicht genau, was das chinesische Mädchen mit Weihnachten zu tun haben könnte aber über diese inhaltliche Schwäche bitte ich hinwegzusehen.

13.Was könnte man nicht alles über Beirut schreiben: Zach Codon als junges Genie, Beiruts Stil als ungewöhnliche Mischung von Folk, Pop und Weltmusik. Das alles ist ja ganz nett, aber mich beeindruckt am meisten, dass er das ganze allein macht, der Typ ist 21! Da habe ich in meinem Zivi-Kindergartenkeller gesessen. Jetzt aber keine Kellermusik, Bühne frei für Cherbourg und die herrlichen Balkanklänge.

14.Land des Klangs? Klar, Brasilien! Auf ihrem 2004er Brasileirinho ("Brasilianerchen", geht einfach nicht, Deutsch hat keine ernsthaften und schönklingenden Diminutive...) singt Frau Bethânia viel über die schwarze Kultur Brasiliens und rezitiert an manchen Stellen auch Verse von Vinícius Moraes. Noch etwas Chor und ein paar Worte afrikanischen Ursprungs dazu und fertig ist Purificar O Subaé / Cantiga Para Janaína (2).

15.Was haben die Scissor Sisters, Elton John und Rufus Wainwright gemeinsam? Ehm, ja, genau, die machen auch alle Musik. Egal, bleiben wir bei der Musik. Ich gestehe, ich bin im Rufus-Wahn. Ich kann leider gar nichts dagegen tun. Nicht genug, dass er hervorragende Texte singt, nein er hat auch noch Ausstrahlung. Zum Ende des Jahres hören wir, wie er über (s)eine problematische Zeit mit vielen Parties, vielen Drogen (Crystal Meth), Zigaretten und eben Schokomilch singt. Cigarettes And Chocolate Milk - einer meiner liebsten autobiographischen Songs.

16.So, Licht bitte aus. Überhaupt nicht weihnachtlich kommt Burials Dog Shelter daher. Aber die CD kann nicht nur harmonisch dahinwabern. Für Dub-Step-Kontraste sorgt der Unbekannte (kein Photo von dem zu finden und nur 5 Leute in seinem Bekanntenkreis wissen, dass er Musik macht & seit Wochen die alternativen Hitlisten anführt) und macht Weihnacht mal "anders". Übrigens, Untrue ist ein großartiges Album mit dem man die geschmacksverirrte Techno-Compilation-Generation läutern könnte.

17.Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber Weihnachten habe ich eigentlich schon immer keine Lust mehr auf Citrusfrüchte. Man hat ja praktisch seit Ende Oktober Apfelsinen, Clementinen und Mandarinen ohne Unterlass zu verzehren. Und wo wir auch bei Kontrasten waren, gibt es nun Hard Ons Bananas für euch zum Fest. Sind Bananen eigentlich Früchte der Liebe..?

18.Heute hört meine CD etwas eher auf. Es gab einen Song, von dem ich seit dem Frühjahr wusste, dass er auf diese CD kommen würde: Bluebells. Es ist gleichzeitig auch ein Künstler, den ich vermutlich auch sehr vermissen werde. Geht mit Patrick Wolf ("I'm goin' nowhere fast") ins neue Jahr, jedoch nicht

19.ohne euch zu fragen: What's so strange [about us]? Und offengestanden, so schön traurig wie The Mary Onettes singt niemand. Deshalb ist es auch völlig unerheblich, ob oder wie komisch ihr meine zwei letzten Weihnachtssongs findet. Sicher ist jedoch, mir hat es viel Vergnügen bereitet

20.Lows eigenwillige Little Drummer Boy-Interpretation und

21.Casiotones traurig-schönes Cold White Christmas herauszusuchen.

Frohes Fest und bleibt mir gesund!