
Das ist wunderschön: Herr S. lädt seine Teilnehmer in den "eigenen Garten" (welcher für den Anlass noch nicht gebucht ist) ein. Lieber Herr S., Sie machen aus der Uni wieder etwas Privates. Danke! :-)


selten hat eine platte in den letzten Monaten so reingehauen,
wie diese. ein hymnischer mix aus THE CURE, A-HA, NEW ORDER und
THE JESUS & MARY CHAIN. Inspiriert vom Sound der 80er Jahre warten
THE MARY ONETTES mit bezaubernd melancholischem Indie-Gitarrenpop
auf. Die Band, die in ihrer schwedischen Heimat bereits als
kommende Pophoffnung gehandelt wird und deren Sänger Philip
Ekström gelegentlich an Morten Harket von A-HA erinnert,
präsentieren perfekte, hitverdächtige Songs, welche die
hochgestecktesten Erwartungen spielend einlösen. die MARY ONETTES
sind der große pop-wurf des labrador-chefs Johan Angergard.
Labrador Records ist das wohl weltweit berühmteste und
geschmackssicherste poplabel schwedens. wir sagen: DON'T MISS THE
CONCERT!!! auf keinen fall! aber hört und seht selbst, um es zu
glauben.
und in einem anderen Flyer:
Children Of The Eighties Night: The Mary Onettes (Schweden)Wieder ein grandioser Pop-Act vom Labrador-Label aus Stockholm.
Für Freunde von The Jesus And Mary Chain, Echo & the Bunnymen, The
Cure, The Smiths, New Order, Editors, Interpol. The Mary Onettes
mögen die düsteren Achtziger. Da wird alles absorbiert, was an die
seligen Sister Of Mercy, The Cure und The Chameleons erinnert. Es
wird absorbiert und neu eingetütet. Und so sind doch einige sehr
hörenswerte Wave-Songs entstanden, die zwar an die Altvorderen
erinnern, aber doch vor dem strengen Ohr des Kritikern bestehen
können. Die Presse jubelt.
Was wollen uns die Texte jener beiden Flyer sagen?
a) Dass der Autor ein GrAvIeReNdEs Problem mit der Groß-/Kleinschreibung hat,
b) der Autor glaubt, Adjektive ließen sich bis ins UnermesslichSTE steigern und
c) ein Plagiat hier oder da nicht schaden kann.
a) Entweder orthographisch richtig oder meinetwegen auch typokreativ alle Worte klein schreiben, aber bitte nicht solche verunglimpften Mischungen.
b) Ich habe schon vieles gelesen, aber Erwartungen sind erfahrungsgemäß hochgesteckt oder eben nicht. Höher stecken kann man sie nicht, sei denn, man lauscht dem Album auf einem Wolkenkratzer oder so. Gleiches gilt für das geschmackssicherste Label. Hallo!? Entweder hat man einen guten/sicheren Geschmack oder man vergreift sich andauernd. Dann wird es aber auch nicht mit einer (Geschmacks-)Sicherheitsgurtverstärkung sicherer...
c) Entweder akkreditiert man korrekt oder man formuliert um: Etwas von hier einfach per Cut & Paste nach da zu schieben, wirkt nicht besonders einfallsreich. Darüberhinaus klingt"Eine Vervielfältigung oder
Verwendung solcher Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte in
anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne
ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet."
Cut Cut Paste (20 Titel, 80:39)Ich finde, dieses ewige Grau da draußen ist genau der passende Anlass für ein Bisschen Musik. Außerdem hat sich im letzten halben Jahr auch viel an Musik angesammelt, die aufgrund ihrer "Güte" (schön gesagt, was?) einfach mal nicht vorenthalten werden darf. Fangen wir gleich an:
Atlas Strategic ist wieder voll meine Wolf Parade/Sunset Rubdown/Frog Eyes/Destroyer-Schiene. Und das kann man hören: Neben dem grandiosen aber sehr eigenwilligen Gesang gibt es musikalisch-rhythmisch so eine Mischung aus Rock und Blues, ist eher etwas für den speziellen Geschmack - ich will sie aber nicht mehr missen. Hörproben beispielsweise bei E-music. Achso, ne, sogar exklusiv nur dort. *glücklich*
Destroyers Your Blues darf natürlich nicht fehlen, wenn wir über die Wolf Parade-Ecke reden. Ich finde ja, auch wenn Streethawk: A Seduction schon grandios war, ist Your Blues das Konzentrat daraus. Mein Lieblingstitel ist Your New Ways Of Living, bei den Piano könnte ich regelmäßig verrückt werden. Selten hab ich mich über ein Destroyer-Album so gefreut. Für eine einsame Insel würde die in mein Reisegepäck wandern.
Jetzt nicht erschrecken, Tripper von Efterklang hat absolut nichts mit der unschönen Krankheit zu tun. Im Gegenteil, es handelt sich um sphärische Musik aus Dänemark. Mein Lieblingstitel Step Aside und Collecting Shields.Das Ganze erinnert vielleicht noch im Entferntesten an Sigur Rós oder Múm, vielleicht auch noch Minotaur Shock mit einer Prise Dirty Three oder Low. Ach, halt einfach mal selber zu Gemüte führen.
Das ist so gemein: Owen Palett, Baujahr 1979 macht die tollste Musik (hat einen BA in Musik), sieht gut aus, lebt mit seinem Produzenten zusammen. Was hat unsereins schon vorzuweisen? Im Angesicht dieser Musik nicht viel, diese ist so etwas wie Elektro-Klassik, manchmal könnte ich mir den auch auf nem Mittelalter-Festival vorstellen. Er soll ja beim Melt gewesen sein - weiß jemand wie das aussah? Owen spielt auf der Violine Passagen auf ein per Fußpedal zu bedienendes Sampling-Gerät und singt dazu, gelegentlich wird er auch noch von einem Schlagzeug begleitet. Has A Good Home ist Nummer zwei für die entlegene Insel. Achso, lustig: "Your Head is shouting Please, Please, Please / Don't let your cock do all the work." Das aber nur am Rande...
Nun ja, was kann man hier sagen? Also The Fugs' Virgin Fugs ist eigentlich ein super Album. Dennoch ist es nichts, was man gewöhnlich hören würde - und das noch nicht mal, weil es besonders unmusikalisch oder öde wäre. Es ist melodisch, bissig, schmuddelig und skurril - eigentlich DER Mix für ein gutes Album. Super sind We Are The Fugs, das jeder Harmonie entbehrt, Amphetamine Shriek, "I don't need to cum/ for I have the common Amphetamine bum" und The Ten Commandments. Alles dreht sich um Sex, Drogen und Wortwitz (bei der Reihenfolge bin ich mir nicht sicher). Für die Nihilisten sei auf Nothing verwiesen.
Über Hard On aus Köln habe ich ja bereits hier geschrieben. An dieser Stelle sei speziell auf Locomotion, welches für mich einer der besten unter den bisher veröffentlichten Songs ist. Nicht nur die Musik von Hard On ist toll, nein, man bekommt sogar die E-Mails beantwortet und wird über die Zusammensetzung der Band informiert und zum ersten Konzert eingeladen. Kommt in den guten Osten, Boys and Girls, dann bin ich dabei. Achso, die Titel gibts übrigens alle im kostenfreien Download, sympathisch, was?
Auch weltmusikalisch soll hier etwas dabei sein. Daher empfehle ich mal Le Rail Band Feat. Mory Kante mit ihrem Album Classic Titles. Musikalisch muss man sich das etwa so vorstellen, wie wenn im Sahel E-Gitarre gespielt wird und jemand mit markanter Stimme dazu singt. Das ist so genial, macht Eindruck und lässt einen nach dem 13:29 Minuten dauernden Walenumalömbaliya sprachlos aber angenehm beschwingt zurück. Komme mir noch mal einer und sage, in Afrika gäbe es nur lahme Weltmusik - dem Hau ich das Ding um die Ohren, auch wenns dazu viel zu Schade ist. Für die Insel CD Nummer drei, welche ich mitnehme.
Robespierre's Velvet Basement von den Jacobites hat mich auch beeindruckt. Manchmal mache ich auf E-Music richtige Entdeckungen. Das Album stammt von 1985 und ist textlich genau das Richtige für den Herbst. Es ist im wesentlichen Rock & Pop mit ner ordentlichen Portion Mundharmonika (klingt zumindest so). Die Texte sind bissig bis ironisch und richten sich gegen den Rest der Welt. Mir gefällt besonders Big Store, It'll All End Up In Tears und Ambulance Station. Was soll ich noch darüber schreiben - hört es euch einfach mal an.
Okay, zwei Alben hab ich noch. Eines ist das suuuuper kurzweilige A Lesson In Crime von Tokyo Police Club. Hui, also selten hat mich ein so kurzes Album so begeistert. Keiner der Titel reicht an 3 Minuten heran, alle haben aber ne Menge Energie intus. Und das ist Alles so gemein: Wieder eine kanadische Band, die sich vor ihrer Auflösung nie nach Deutschland verirren werden. Was bleibt da noch, außer sich das Album immer wieder anzuhören? Ich empfehle Cut Cut Paste, für mich der beste Titel und den Opener Cheer It On. Aber bei der Kürze ist auch der Rest vergnüglich und leider zu schnell gehört. Anspielliste hier. Tokyo Police Clubs A Lesson In Crime wäre auch eine der 50 Alben die ich ständig bei mir haben wöllte - koste es, was es wolle...
Jetzt hätte ich beinahe geschrieben: Das Beste zum Schluss. Kann man mal sehen, wie prägend 4 Tage mit White Whales WWI waren. Ich höre in dem Album viel Arcade Fire, eine Menge Anleihen bei Sunset Rubdown/Frog Eyes und Wolf Parade. Aber doch nichts Vertrautes. Die stilistischen Vergleiche funktionieren hier eher als Zutatenliste eines Rezeptes, am Ende kommt etwas völlig neues heraus. Mal ist das düster, verzweifelt, manchmal verspielt sphärisch und gelegentlich auch poppig. Als Anspieltips würde ich The Admiral, I Love Lovely Chinese Gal, What's An Ocean For? und das verträumte Fidget And Fudge sowie das beinahe leichte We're Just Temporary, Ma'am empfehlen. Man sieht, die Auswahl fällt schwer. Reinhören kann man hier. WWI nehme ich auch mit auf die Insel, selbst wenn ich dafür'n Shirt wieder auspacken muss.
Langes Posting, aber mit genialer Musik soll man nicht hinter dem Berg halten. In diesem Sinne, viel Vergnügen!